Leicht verbrannte Bratwürste auf dem Grill
Bildrechte: imago images / blickwinkel

Kann verkohltes Grillgut das Krebsrisiko senken?

16.05.2019 | 05:20 Uhr

Grill anwerfen, Holzkohle auf Schmiedefeuer-Hitze bringen und dann so schnell wie möglich Würste und Steaks für die hungrigen Gäste fertig grillen: So arbeiten viele von uns Hobby-Grillern. Das sorgt aber häufig bei einem Teil des Grillguts für verbrannte Stellen. Die sollen angeblich sogar Krebs vorbeugen.

Leicht verbrannte Bratwürste auf dem Grill
Bildrechte: imago images / blickwinkel

Wer sich an den Grill stellt, kennt das Problem: Nicht immer hat man alle Würste oder alle Steaks komplett im Blick und kommt mit dem Drehen nach. Dann entstehen am Grillgut verkohlte, verbrannte Stellen und die möchte natürlich niemand. Wir haben ja alle gelernt: Dabei können potentiell krebserregende Stoffe wie Benzpyren oder Acrylamid entstehen und die will keiner freiwillig zu sich nehmen. Laut einer Studie kanadischer Forscher können aber gerade die verkohlten Stellen gut für den Körper sein. Auch wenn sie meist nicht wirklich schmecken.

Die Behauptung

"Verkohltes Grillfleisch kann das Krebsrisiko senken."

Fakt oder Fake?

Die Studienergebnisse der Forscher machen nicht unbedingt Appetit: Die Brandschäden an Steak oder Wurst wirkten im Körper als Aktivkohle. Fernseharzt und "Hauptsache Gesund"-Moderator Dr. Carsten Lekutat kennt die Studie und sagte MDR JUMP:

Casten Lekutat im Studio
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In dieser angekokelten Stelle sollen Stoffe sein, die andere Stoffe aus dem Darm wie ein Schwamm an sich binden und ausscheiden. Diese ausgeschiedenen Stoffe sind laut Studie genau die Stoffe, die dafür verantwortlich sind, dass Darmkrebs entsteht.

Das klingt nicht wirklich appetitlich und auch unser Experte würde das angebrannte Grillgut sicherheitshalber besser entsorgen.

Ich bin mir auch nicht so sicher ob man sein ganzen Leib und Wohl auf eine Studie setzten sollte und hoffe, dass man damit Darmkrebs vorbeugen soll.

Die Behauptung ist also ein Fakt!

Andreas Bräuer von der 1. Deutschen Grill- und BBQ-Schule Erfurt hat noch einen Tipp, wie man beim Grillen verbrannte Würste und Steaks möglichst vermeiden kann. Wer kann einen vergleichsweise großen Grill hat, kann darauf verschiedene Hitzebereiche einrichten:

Da hat man dann einen Bereich mit hoher Hitze und einen Bereich mit geringer oder keiner Hitze. In dem kann man indirekt grillen und das ist zum Beispiel wichtig, wenn die Würste das Fett rauslassen.

Das passiere am Anfang und der Mitte vom Grillvorgang, weil dann in den Würsten die Kombination von Wasser und Fett am intensivsten durch die Haut dringe und dabei auch teilweise die Haut auch aufplatzen ließe. Dabei tropfe auch Fett in die Glut und dabei enstehe störender Rauch. Zudem können dabei chemische Verbindungen entstehen, die als polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bezeichnet werden. Sie stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

Holzkohle wird mit einem Gasbrenner entzündet
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Mit der richtigen Holzkohle könne man auf dem Grill zudem für gleichmäßige Hitze sorgen. Damit sinkt die Gefahr auch etwas, Würste oder Steaks oder auch Grillkäse in einem Bereich mit sehr hoher Hitze zu verkohlen.

Man kann den Sack mit der Kohle in die Hand nehmen und den Unterboden leicht in der Hand tanzen lassen. Wenn man am Boden weniger das Gefühl von Zucker und mehr von Stücken hat, ist das erstmal gut verkohlte Holzkohle.

Grillprofi Andreas Bräuer rät zudem zur „Klangprobe“. Dabei schüttelt man die Holzkohle im Sack neben dem Ohr und lässt sie kullern. Wenn es dabei einen hellen Klang gibt, handelt es sich um gute Holzkohle für gleichmäßige Hitze.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 16. Mai 2019 | 05:20 Uhr