Macht Lesen wirklich gesund?

17.02.2020 | 05:20 Uhr

Lesen macht schlau: Das ist bekannt. Angeblich soll es sogar gesund sein, regelmäßig Bücher zu lesen. Das könnte in der Erkältungszeit eine hilfreiche Medizin sein.

Blonde Studentin sitzt lesend auf dem Bett
Lesen in einem Buch soll angeblich gut für die Gesundheit sein. Bildrechte: imago images / Westend61

Es gibt viele Hausmittel gegen Erkältungen. Eines klingt aber sehr ungewöhnlich: Einfach ein Buch lesen. Angeblich soll das bereits dabei helfen, Symptome wie Husten und Schnupfen loszuwerden.

Ist dieser Mythos Fakt oder Fake?

Die Aussage stammt aus einer Studie, die Menschen beobachtet hat, die viel lesen und Menschen, die wenig lesen. Nach einiger Zeit wurden die Gesundheitszustände verglichen. Das Ergebnis: Lesen soll gesund machen. Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht erklärt aber:

Da ist aber ein typischer Denkfehler dahinter. Das passiert oft bei Studien: Es wird etwas verwechselt - und zwar der Zusammenhang mit dem ursächlichen Zusammenhang! Also Leute, die lesen sind gesünder, aber daraus kann man nicht ableiten, dass das Lesen auch der Grund dafür ist.

Es könnte sein, dass Menschen, die Lesen auch mehr Zeit haben, sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Sie könnten auch intelligenter sein.

Ob Lesen wirklich gesünder macht, wissen wir nicht. Aber kränker und dümmer macht es zumindest nicht!

Die Aussage "Lesen macht gesund" ist also nicht bewiesen und demnach ein Fake.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 17. Februar 2020 | 05:20 Uhr

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