Zwei weibliche Fans beim Headbangen beim Heay Metal-Festival in Wacken
Bildrechte: imago images / Eibner

Ist Headbangen gefährlich für die Gesundheit?

12.06.2019 | 05:20 Uhr

Wenn Bands wie Rammstein, AC/DC oder KISS die Bühne rocken, dann sieht man bei Tausenden Fans die eine Bewegung: Kopf nach vorne oder zur Seite werfen, Haare fliegen lassen, mit der Musik mitgehen. Headbanging oder Headbangen heißt das Kopfwippen im Takt der lauten Musik. Das soll nicht ganz ungefährlich sein.

Zwei weibliche Fans beim Headbangen beim Heay Metal-Festival in Wacken
Bildrechte: imago images / Eibner

Für Fans von lauter Rockmusik ist ein Konzert ohne Headbangen (oder auch Headbanging) nur der halbe Spaß: Wer nicht richtig mit der Musik mitgeht, fühlt sie nicht. Die Nachwirkungen am nächsten Tag kennen die meisten und nehmen sie in Kauf: Die Ohren pfeifen vom Lärm, Nacken und Kopf schmerzen vom Headbangen. Mediziner und besorgte Eltern warnen aber: Das rhythmische Kopfwippen kann nicht gesund sein und hatte für einen Fan der Band Motörhead schon mal richtig schlimme Folgen. Bei ihm stellten Ärzte Blutungen im Gehirn fest.

Die Behauptung

"Headbangen ist gefährlich für die Gesundheit."

Fakt oder Fake?

Waren die Headbangen-Folgen bei dem Motörhead-Fan nur ein Einzelfall oder sollten sich Musikfans etwas in Acht nehmen? Gesundheitsexperte Dr. med. Christoph Specht sagte MDR JUMP:

Dr. med. Christoph Specht
Bildrechte: Jo Kirchherr

Headbanging kann für unser Gehirn und auch für unsere Halswirbelsäule tatsächlich gefährlich werden. Der 50-jährige Motörhead-Fans musste wegen einer starken Hirnblutung behandelt werden. Zu der ist es gekommen, weil Blutgefäße im Gehirn eingerissen sind!

Durch das exzessive Kopfschütteln könnten auch die Halswirbelkörper in Mitleidenschaft gezogen werden und auch Gehirnerschütterungen seien möglich. Das sei sogar wissenschaftlich untersucht worden: Headbangen zu einer Musik ab 150 Beats pro Minuten sei dann durch das sehr schnelle Wippen tatsächlich gefährlich.

Vielleicht sollten wir es beim Besuch des nächsten Konzertes also wirklich berücksichtigen und ein bisschen langsamer wippen. Dann passiert auch nichts.

Die Behauptung ist also ein Fakt!

Die britische Rockband Led Zeppelin gilt übrigens als Erfinder des Headbangens. Das erzählte der Musikjournalist Frank Schäfer in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Er hat früher selbst in einer Heavy Metal-Band gespielt und das Buch „111 Gründe, Heavy Metal zu lieben“ geschrieben. Led Zeppelin hätten bei einem Konzert 1969 in den USA die Fans so in Rage gespielt, dass die erste Reihe des Publikums den Kopf gegen die Bühne gestoßen habe. Das gilt laut Frank Schäfer als Ursprung des Headbangens.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 12. Juni 2019 | 05:20 Uhr