Wie funktioniert die Klospülung auf der ISS im Weltall?

21.11.2019 | 14:28 Uhr

Seit mehr als 20 Jahren rast die riesige Internationale Raumstation weit über der Erde durch das Weltall. Hunderte Astronauten habe seitdem auf der ISS gewohnt und gearbeitet. Sie müssen für ihren Aufenthalt im All einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Dazu gehört der Gang auf die millionenteure Kosmos-Toilette.

Der französische Astronaut Thomas Pesquet bereitet sich auf der ISS auf einen Spaziergang im Weltall vor.
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Auf der Erde ist der Gang zur Toilette kein Problem. In der Schwerelosigkeit im All dagegen klappt das Ganze nur mit viel Technikaufwand. So soll die Hightech-Toilette der Internationalen Raumstation (ISS) mehr als zehn Millionen Euro gekostet haben. Astronauten müssen sich unter anderem mit den Beinen an der Toilette festklemmen. Und auch sonst ist einiges anders als hier unten auf der Erde.

Die Behauptung

Auf der ISS gibt es keine Klospülung.

Fakt oder Fake?

Das weiß jeder, der als Kind mal Astronaut werden wollte: Sämtliche Flüssigkeiten stellen im Weltall ein mindestens mittelgroßes Problem dar. Was einmal entweicht, schwebt davon. Rainer Kresken von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sagte MDR JUMP:

Man müsste erstens Wasser mitnehmen, und dann würde die Spülung nicht mal funktionieren! Es gibt in der Umlaufbahn schließlich keine Schwerkraft und das würde dazu führen, dass das was die Körperöffnung verlassen hat plus das Wasser einfach rumfliegen würde . Das hilft also nicht.

In der Hightech-Toilette auf der ISS wird die Schwerkraft durch einen Luftstrom ersetzt:

Wenn die Astronauten auf der Toilette sitzen, wird Luft reingeblasen und die sorgt dafür dass Urin und Kot mit dem Luftstrom weggeblasen werden.

Wie das ausgeklügelte System genau funktioniert, zeigt die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti in einem Video. Jede Campingtoilette wirkt im Vergleich dazu deutlich komfortabler!

Die Behauptung ist also ein Fakt!

Die Toilettentechnik im All ist völlig anders als auf der Erde. Probleme macht sie dort oben aber offenbar trotzdem. So mussten die ISS-Astronauten um Alexander Gerst im August 2018 ein Leck der Toilette abdichten und austretende Flüssigkeiten mit Handtüchern einfangen.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 22. November 2019 | 05:20 Uhr

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