Lukas Podolski 2018 im Rhein-Energie-Stadion in Köln
Bildrechte: imago/Herbert Bucco

Stammt der Spruch "Fußball is wie Schach nur ohne Würfel" wirklich von Lukas Podolski?

06.02.2019 | 05:20 Uhr

Viele Fußball-Fans lieben Lukas Podolski, weil er gern auch mal einen flotten Spruch raushaut. Daher klingt auch der Schach-Fußballvergleich nach ihm. Aber stammt der wirklich vom Ex-Nationalspieler?

Lukas Podolski 2018 im Rhein-Energie-Stadion in Köln
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In der Hitze des Gefechts, in den Minuten nach der Niederlage sagen Fußballer oder ihre Trainer gern Sätze, die wunderbar verquer sind. Bruno Labbadia etwa sagte: "Das wird alles von den Medien hochsterilisiert." Und Andreas Möller fand: "Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl." Einen haben wir noch: "Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst" vom britischen Nationalspieler George Best.

Die Behauptung

In die Kategorie "Lustige aber schräge Fußballersprüche" passt auch "Fußball is wie Schach nur ohne Würfel". Den soll Frohnatur Lukas Podolski in die Kameras gesagt haben.

Fakt oder Fake?

Buchautor Martin Rasper weiß, wer wirklich hinter dem Schach-Fußballvergleich steckt:

Das ist ein wunderbares Beispiel für einen kompletten Fake. Diesen Satz hat Jan Böhmermann, der auch Kölner ist, dem Lukas Podolski listigerweise in den Mund gelegt. Böhmermann hatte in seiner Frühphase eine Radiosoap "Lukas Tagebuch". Die kennt man nicht mehr, aber dieser eine Spruch ist geblieben.

Nicht nur Martin Rasper findet den Spruch so gut, dass Lukas Podolski ihn am besten adoptieren sollte.

Das wäre ein Zeichen von Größe. Und der Satz ist einfach genial. Erfunden, aber genial.

Die Behauptung ist also ein Fake!

Sir Winston Churchill
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Martin Rasper kennt noch andere falsche Zitate von Prominenten, die sich wegen ihrer Qualität über Jahre gehalten haben. Die hat er in seinem Buch "Das Buch der falschen Zitate" (Ecowin-Verlag). Beim Satz "No Sports!" denke jeder an Winston Churchill, schreibt Rasper. Der legendäre britische Premierminister soll damit auf die Frage geantwortet haben, wie er denn so alt geworden ist. Dabei stammt der Satz wahrscheinlich von einem deutschen Journalisten. Churchill dagegen liebte Fechten und boxen, er ritt und schwamm gern.

Albert Einstein, 1921, Fotografie von Ferdinand Schmutzer
Bildrechte: Ferdinand Schmutzer (1870–1928)

"Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben." ist laut Martin Rasper ein weiteres Beispiel für ein falsches Zitat. So soll der geniale Albert Einstein die Wichtigkeit der Insekten für den Menschen treffend zusammengefasst haben. Stimmt nur leider nicht: Der Satz stammt im Kern von Darwin. Eine Imkerzeitung hat ihn laut Martin Rasper dann später Einstein in den Mund gelegt.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 07. Februar 2019 | 05:20 Uhr