Familie mit zwei Kindern, Sohn und Tochter
Bildrechte: imago images / Westend61

Bevorzugen Väter ihre Söhne, Mütter ihre Töchter?

27.05.2019 | 05:20 Uhr

Eltern kennen das: Sie stehen manchmal ratlos vor ihren Kindern. Viele Väter können nichts damit anfangen, wenn sie ihren Töchtern Zöpfe machen sollen oder beim Klamottenkauf helfen sollen. Andersherum fühlen sich Mütter außen vor, wenn ihre Söhne wild durch die Wohnung rennen und stundenlang Fußball spielen. Angeblich sollen alle diese Unterschiede auch dazu führen, dass die Zuneigung in Familien unterschiedlich verteilt wird.

Familie mit zwei Kindern, Sohn und Tochter
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"Ich habe euch beide gleich lieb!", "Ihr seid mir beide gleich wichtig!" – das sagen Väter und Mütter seit Generationen zu ihren Kindern. Damit sollen Geschwister das wichtige Gefühl bekommen, keins von ihnen werde bevorzugt oder benachteiligt. Das ist gut gemeint, stimmt aber nicht immer. Bei Geschwistern mit unterschiedlichen Geschlechtern soll es spürbare Unterschiede geben.

Die Behauptung

"Väter bevorzugen ihre Söhne, Mütter ihre Töchter."

Fakt oder Fake?

Wird die Liebe der Eltern in Familien mit Söhnen und Töchtern wirklich ungleich verteilt? Das haben Forscher an der University von Minnesota untersucht. Bestseller-Autor Dr. Volker Kitz hat sich die Ergebnisse für uns angesehen:

Die Forscher haben eine sehr interessante Studie gemacht: Sie haben Eltern gesagt, sie hätten in der Lotterie gewonnen und könnten quasi ihren Gewinn ihrem Kind geben. Und da kam raus, dass die große Mehrzahl der Mütter diesen Gewinn der Tochter geben wollte und die große Mehrzahl der Väter wollte ihn den Söhnen geben.

Diese Ungleichbehandlung könnte etwa im Familienalltag konkrete Folgen haben: Bestimmen Väter über die Finanzen, könnten Söhne mehr Geld bekommen. Ist die Mutter die Finanzchefin, profitieren eventuell die Töchter im Vergleich etwas mehr. Das Ergebnis der Studie kam aus Sicht unseres Experten nicht ganz überraschend. Psychologen sprechen hier vom so genannten "Ähnlichkeits-Effekt".

Wir finden tatsächlich Menschen sympathischer, die so ähnlich sind wie wir selbst. Mit denen können wir uns einfach mehr identifizieren und mehr Mitgefühl mit ihnen haben. Natürlich kann sich der Vater eher mit dem Aufwachsen des Sohnes identifizieren und die Mutter eher mit dem Aufwachsen der Tochter.

Die Behauptung ist also ein Fakt!

Nach der Studie der US-Wirtschaftswissenschaftler wird übrigens nicht nur in Familien das eigene Geschlecht bevorzugt behandelt. Das Ganze könnte auch auf die Arbeitswelt übertragen werden: Männliche Chefs bevorzugen möglicherweise Männer, weibliche Vorgesetzte Frauen.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 27. Mai 2019 | 05:20 Uhr