Reicht angeatmet werden, um sich mit Corona anzustecken?

18.03.2020 | 05:20 Uhr

Viele Menschen auf der Straße laufen mit Mundschutzmasken herum, in der Hoffnung, sich so vor dem Corona-Virus schützen zu können. Doch wie wird es eigentlich übertragen?

Frau mit Mundschutz-Maske
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Jemand hält einen Mundschutz in der Hand
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Inzwischen sind Mundschutz-Masken in den Geschäften und Apotheken fast nicht mehr zu kriegen. Dabei schützt ein einfacher Mundschutz nicht vor der Ansteckung. Viel mehr sind sie hilfreich für Menschen, die sich bereits angesteckt haben. So schützen sie andere Menschen vor ihrem Husten und helfen eine Verbreitung des Viruses einzuschränken. Und sollte man das Virus doch schon an den Händen haben, so ist wenigstens die Mundpartie geschützt, wenn man sich doch mal ins Gesicht fasst - und es kann nicht zu einer sogenannten Schmierinfektion kommen.

Frau mit Mundschutz-Maske
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Wirksam sind nur sogenannte FFP-Masken. FFP ist englisch und steht für "Filtering Face Piece". Diese Masken haben einen integrierten Filter, der bestimmte Partikel filtern kann. Sie sind aber nur ein paar Stunden zu gebrauchen und sollten danach getauscht werden.

Hauptübertragungsweg: Tröpfchen-Infektion

Einige Menschen haben Angst, dass es schon ausreicht von einer infizierten Person angeatmet zu werden, um sich selbst zu infizieren. Unser Experte Dr. Christoph Specht ist Allgemeinmediziner und weiß, wie man sich infizieren kann:

Es geht in erster Linie über Tröpfchen-Infektion. Das ist das, was beim Sprechen, Niesen, Husten bei uns herauskommt aus Mund und Nase - ohne das man es sehen muss. Es gibt aus China aber eine neue Studie, die sagt: dieses Virus könne sich auch eine bestimmte Zeit so in der Luft aufhalten. Ich weiß nicht, was man davon halten kann. Auf jeden Fall gilt: Abstand halten!

Auch das Robert Koch-Institut, die zentrale Einrichtung der Bundesregierung zur Prävention und Überwachung von Krankheiten, schreibt über das Corona-Virus:

Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Theoretisch möglich sind auch Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen.

So könnt ihr euch schützen

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat das Robert-Koch-Institut Tipps veröffentlicht, wie sich Bürger selbst schützen können. Atemschutzmasken werden nur für Medizinisches Personal empfohlen. Generell gilt, um sich vor Ansteckungen mit Covid-19-Virus zu schützen, sollte man einige Dinge beachten:

3 wichtige Tipps, die dich vor dem Coronavirus zu schützen  Menschen mit Mundschutz in Mailand
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3 wichtige Tipps, die dich vor dem Coronavirus zu schützen  Menschen mit Mundschutz in Mailand
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1. Häufiges Händewaschen mit Seife, mindestens 20 Sekunden lang
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2. Zu hustenden/niesenden Personen 1 bis 2 Meter Abstand halten
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3. In die Ellenbeuge niesen und Husten
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4. Papiertaschentücher sofort entsorgen.
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5. Handy und Brille regelmäßig reinigen.
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6. Auf Händeschütteln verzichten.
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Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT –
Das Radio wie wir | 27. Februar 2020 | 05:00 Uhr
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3 wichtige Tipps, die dich vor dem Coronavirus zu schützen  Menschen mit Mundschutz in Mailand
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Außerdem empfiehlt das RKI:

- Sich über die Situation informieren, auf den Internetseiten öffentlicher Stellen, die qualitätsgesicherte Informationen anbieten, z.B. Bundesgesundheitsministerium und Landesgesundheitsministerien, Robert Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Über die Situation vor Ort informiert das zuständige Gesundheitsamt, wenn es erforderlich sein sollte
- Vorgaben der Behörden befolgen
- Keine zweifelhaften Social-Media-Informationen verbreiten
- Eine gute Händehygiene praktizieren, sich an die Husten- und Niesregeln halten
- Aufs Händeschütteln verzichten
- Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen
- Abstand halten von Menschen, die sichtbar an einer Atemwegserkrankung leiden
- Generell bei Atemwegssymptomen zu Hause bleiben.

Das sind die aktuellen Corona-Fälle in Mitteldeutschland

Bei den Zahlen sollte jedoch beachtet werden, dass zwischen Bekanntwerden der Fälle und der Übermittlung an Behörden ein Verzug von mehreren Tagen liegen kann.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft ab sofort jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 18. März 2020 | 05:20 Uhr

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