Eine Person bekommt eine Spritze, die Nadel dringt in die Haut am Oberarm ein.
Vierfach- statt Dreifach-Imfstoff soll besser vor Grippe schützen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Wittenberg "Ansturm" auf neuen Grippe-Impfstoff

Die Nachfrage nach Grippe-Schutzimpfungen ist in diesem Jahr offenbar höher als noch voriges Jahr. Bei den Impfdosen kommt es deshalb zu ersten Engpässen. Das könnte an einem verbesserten Impfstoff liegen.

Eine Person bekommt eine Spritze, die Nadel dringt in die Haut am Oberarm ein.
Vierfach- statt Dreifach-Imfstoff soll besser vor Grippe schützen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt lassen sich offenbar mehr Menschen gegen Grippe impfen als im vergangenen Jahr. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Eine Folge der hohen Nachfrage: Im Gesundheitsamt des Wittenberger Landratsamtes gibt es derzeit keine Impfdosen mehr. Amtsarzt Michael Hable sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von einem "regelrechten Ansturm". Zu zwischenzeitlichen Engpässen kam es in Quedlinburg im Landkreis Harz.

Hausarzt statt Amtsarzt

Laut Amtsarzt Hable hat das Wittenberger Gesundheitsamt nun neue Impfdosen beim Land beantragt. Wann diese geliefert werden, stehe noch nicht fest. Der Amtsarzt rät deshalb dazu, die Hausärzte aufzusuchen, um sich dort impfen zu lassen. In Sachsen-Anhalt sind im Vorfeld dieser Saison insgesamt 700.000 Impfdosen bestellt worden.

Besserer Schutz durch Vierfach-Impfstoff

Grippe-Schutz: Dreifach- oder Vierfach-Impfstoff?
Die Virenstämme für die Schutzimpfung werden bereits im Winter festgelegt. Bildrechte: Imago

Dass sich dieses Jahr mehr Menschen impfen lassen, könnte an einem neuen Impfstoff liegen. Das neue Mittel wurde vom Robert-Koch-Institut entwickelt und enthält nicht mehr drei, sondern vier Influenza-Typen. Es schützt somit gegen vier Virenstämme und wird von den Krankenkassen bezahlt. Ob die Wissenschaftler die richtigen Erreger einkalkuliert haben, weiß noch niemand. Bei der Entwicklung von Wirkstoffen handelt es sich lediglich um Voraussagen.

Starke Grippewelle zu Beginn des Jahres

In der vergangenen Grippesaison hatte Sachsen-Anhalt unter einer besonders schweren Grippewelle zu leiden. Die Krankenkassen meldeten mehr als 25.000 Erkrankte. 81 Menschen starben hierzulande an der Infektion. Verantwortlich dafür wurde unter anderem der Dreifach-Impfschutz gemacht, der nicht die richtige Virenstämme enthielt.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. November 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 20:00 Uhr