Empfehlung aus der MDR JUMP Musikredaktion Nerina Pallot und ihr Album "Year Of The Wolf"

Lana Del Rey im MDR JUMP Interview

Wenn man die britische Musikerin Nerina Pallot trifft, dann lernt man eine zierliche, stille und eigentlich schüchterne Sängerin kennen. Kaum zu glauben, dass sie bereits auf eine zehnjährige Karriere als Musikerin und Songschreiberin zurückschaut. Sie versorgte sogar Kylie Minogue mit zwei Songs für das Erfolgsalbum „Aphrodite“. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Produzenten Andy Chatterly, der unter anderem für Rea Garvey und Mel C produzierte, lässt sie wunderschöne Popsongs entstehen. Im MDR JUMP Interview erzählte uns Nerina Pallot, dass ihr die großen Stars eigentlich nicht so wichtig sind, dass es aber jemanden gibt, ohne den es das aktuelle Album „The Year Of The Wolf“ (VÖ 10.02.2012) nicht geben würde.

Lana Del Rey im MDR JUMP Interview

Man weiß gar nicht, wo man in deiner Biografie mit den Fragen anfangen soll: du hast dir selbst das Klavierspielen beigebracht und mit 13 Jahren bereits Songs geschrieben. Du warst auf international renommierten Musikhochschulen und du bist eine gefragte Songwriterin. Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde, dass du jetzt eine professionelle Musikerin bist?

Nerina Pallot: "Ich denke das war, als ich meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben hatte. Das fühlte sich professionell an, fürs Musikmachen bezahlt werden. Bis es soweit war, bin ich immer sehr schüchtern gewesen. Es hat etwas gedauert, bis ich in der Musik angekommen war. Selbst auf der Musikhochschule war ich immer noch schüchtern und wollte meine Songs nie vor anderen Leuten spielen. Einige meiner Freunde waren erstaunt, als ich sagte: Ich habe jetzt einen Plattenvertrag und mache ein Album. Sie wunderten sich, denn ich hatte nie groß ein Wort darüber verloren. Jetzt bin ich zehn Jahre im Geschäft und mache das wirklich professionell. "


Lana Del Rey im MDR JUMP Interview

Und wie professionell du bist, du hast zwei Songs für Kylie Minogue geschrieben. Wie bist du an sie rangekommen?

Nerina Pallot "Naja, es gibt ja einige internationale Künstler, die keine eigenen Songs schreiben. Sie war schon immer jemand, für den ich schreiben wollte und als Kind bin ich ein großer Fan von ihr gewesen. Eines Tages klingelte also das Telefon und Kylie war dran. Sie sagte: 'Ich habe einen Song von dir gehört und liebe ihn. Bitte, kann ich ihn haben?' Ich hatte ihn eigentlich für mich aufgenommen, wollte ihn auf meinem dritten Album raus bringen. Ich sagte ihr, dass ich ihn behalten wollte, aber sie bat mich: Bitte, ich will ihn aufnehmen, wollen wir uns nicht im Studio sehen?"


Lana Del Rey im MDR JUMP Interview

Dein neues Album heißt "Year Of The Wolf" und ist eine tolle Popplatte. Was war die Quelle der Inspiration?

Nerina Pallot: "Also hauptsächlich hat mich die Schwangerschaft mit meinem Sohn beeinflusst. Ich wollte ein Album machen, das einen in den Arm nimmt, wie ein Freund. Jemand, der sich mit dir hinsetzt und einfach redet. Eine Umarmung eben. Musikalisch war es mir wichtig, dass es entspannt und organisch klingt. Wir haben viel live aufgenommen, das ist vielleicht etwas altmodisch. Wir probten zwei Wochen für die Studio- Sessions und dann waren wir sehr schnell und nahmen alles in neun oder zehn Tagen auf. "


Lana Del Rey im MDR JUMP Interview

Ahh, jetzt verstehe ich auch, der Titel des Albums hat etwas mit deinem kleinen Sohn Wolfgang zu tun?

Nerina Pallot: "Ja, absolut. Als ich über einen Titel nachdachte oder besser: ich hatte nie einen Arbeitstitel für das Album und hatte auch nie einen Titel. Dann drängte man mich ein bisschen: Wie soll dein Album heißen? Und ich dachte: eigentlich ist es einfach, es war das Jahr in dem ich schwanger war, also das Jahr des Wolfes."


Lana Del Rey im MDR JUMP Interview

Bist du eine spirituelle Musikerin?

Nerina Pallot: "Ja! Spirituell aber nicht in einem religiösen Sinne, aber ich sehe die Welt aus einer anderen Perspektive. Plötzlich ein Elternteil zu sein, hat viel in mir verändert. Außerdem wollte ich keine Pop-Platte machen, die perfekt ins Radio passt. Ich wollte ein Album machen, das die Leute emotional berührt. "

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