Album-Empfehlung aus der Musikredaktion: Feist "Metals"

Feist im MDR JUMP Interview

Nach vier Jahren Pause meldet sich die kanadische Sängerin Leslie Feist mit einem neuen Album zurück. "Metals" heißt das Werk, für das die 35-Jährige drei Monate im Herbst in einer kleinen Garage hinter ihrem Haus zurückgezogen arbeitete. Ihr einziger Begleiter in der Zeit war ihre Gitarre, auf der sie alle Songs selbst komponierte. Im Interview hat sie mit uns über ihre verschiedenen Wohnorte, ihre Pause und ihre Arbeit an der neuen Platte erzählt.

Feist im MDR JUMP Interview

Leslie, wann hast du gemerkt, dass du eine Pause brauchst?

"Ich war total ausgelaugt. Ich habe eine Linie in meinem Kalender gezogen. Nach acht Monaten mit der Band hab ich gesagt, okay nach der Tour mache ein Jahr Pause. Und jeder sagte zu mir: "Was? Das kannst du nicht! Du kannst nicht aufhören!" Es war wie ein Kugelhagel. In dem Moment prasselte so viel auf mich ein. Da waren so viele Menschen, die sich auf mich verlassen hatten. Die meisten Menschen, die mich begleiteten, Menschen mit denen ich schon lange zusammen war, hatten sogar gesagt, dass ich das nach der Tour nicht machen kann. Dann war ich wirklich enttäuscht. Ich habe gesagt, Jungs, das waren jetzt sieben Jahre und ich glaube, ich brauche eine Verschnaufpause."


Feist im MDR JUMP Interview

Wo hast du denn dein neues Album "Metals" aufgenommen?

"Die Leute denken, dass "Pad Sounds" wie Kalifornien klingt oder sie denken das Fleetwood Mac wie Los Angeles klingt, was auch immer oder sie denken es wurde in den Village-Studios aufgenommen. Es geht nicht wirklich um den Ort, es geht um das hier, den Raum. Der Raum ist wirklich wichtig für die Gefühlslage und für das generelle Befinden für die Menschen, die das machen. Wir wurden wirklich von dem Ort beeinflusst. Ich liebe die Art von Zeltlager. Wenn jeder aufsteht und es wird zusammen gegessen. Das hat so was Gemeinschaftliches. Die kurzen Momente, in denen du dich ein bisschen wie auserwählt fühlst. Wenn die Welt sich vor dir verschließt und du dich nur auf eine Sache konzentrierst, dann denkst du, du bist auserwählt. Auf eine Art ist das eine ideale Situation. "


Feist im MDR JUMP Interview

Wie waren die Aufnahmen für dich?

"Dann stehen wir an der Baracke und entscheiden was wir den Tag über machen. Ich habe eine Liste an der Wand und als zwei Wochen vergangen waren, hatte jeder seine Fotokopien und solche Sachen angepinnt. Es wurde zu einer absurden Image-Tafel über alle Einflüsse. Grundlegend war es dann eine Liste mit Songs, wo wir das abhakten, was wir schon gemacht haben und dann haben wir alles sehr schnell geschafft, weil es eine Live-Aufnahme ist. Alle Vorbereitungen in Toronto waren so, dass wir eine Show spielen könnten. Alles würde schon da sein ohne es übertrieben zu machen, nur die Dinge die wir hatten ohne zu übertreiben, die Streicher und Hörner. "


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Du warst ja früher ständig mit deiner Band auf Tour und hast auch in vielen verschiedenen Städten, wie Paris und Berlin gelebt. Wo hast du dich am wohlsten gefühlt?

"Meine Arbeitszeit in Berlin war wirklich kurz. Ich war ja nur für sechs bis sieben Monate oder so dort. Größtenteils auch über den Winter, dann habe ich auch festgestellt dass ich dort nicht für immer bleiben möchte. In Paris war ich dann, glaub’'ich, fünf Jahre. Aber letzten Endes war ich nirgends lange genug, so dass ich sagen kann, ich fühle mich dort wie zu Hause. Ich war viel auf Tour und dann bin ich für zwei Wochen zurück gekommen, dann habe ich wieder für vier Monate neu angefangen und kam dann wieder nur für eine Woche zurück. So habe ich angefangen immer für einige oder zwei Wochen nach Kanada zurückzukommen, um meine Familie zu sehen. Ja, ich war nicht lang genug da, um mich als Franzose zu fühlen oder zu versuchen Französisch zu lerne oder irgendwas anderes in der Art. "


Feist im MDR JUMP Interview

Wo ist denn dann dein zu Hause?

"Toronto fühlt sich zwangsläufig wie mein zu Hause an. Es ist der Platz, wo ich am meisten entspannen kann. Es ist ein sehr angenehmer Ort. Ich weiß auch nicht, ob ich dort für immer bleibe."


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