WhatsApp unterwegs
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WhatsApp Standort von Freunden oder Familienmitgliedern live verfolgen

Heute veröffentlicht WhatsApp eine neue Standortfunktion. Mit der sollen Nutzer immer genau sehen können, wo sich andere WhatsApp-Kontakte gerade befinden. Die Echtzeit-Verfolgung ist unter Datenschützern und Juristen umstritten.

WhatsApp unterwegs
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WhatsApp erweitert die bereits vorhandene Standort-Funktion. Mit der konnten Nutzer schon bisher ihren Freunden, Eltern oder Geschwistern durchgeben, wo genau sie gerade sind. Mit einem Nachteil: Bewegen sich Nutzer beispielsweise auf einem Festival-Gelände, im Weihnachtsmarkt-Gedränge oder in einer großen Stadt, müssen sie immer wieder den neuen Standort mit einem Knopf-Druck senden. Das will WhatsApp mit der Live-Standort genannten neuen Funktion deutlich leichter machen. Befreundete Nutzer können dann auf einer kleinen Karte sehen, wo man gerade ist und dann einfach dazu stoßen.

Selbst festlegen, wer live orten darf

Live-Standort bei WhatsApp
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WhatsApp betont, dass mit der Live-Standort-Funktion nicht jeder der Kontakte im Telefonbauch automatisch sehen kann, wo man sich gerade befindet. Sonst könnte beispielsweise der Chef sehen, dass seine Mitarbeiter um Mitternacht immer noch in der Bar sind. Jeder Nutzer kann selbst festlegen, welche Partner oder WhatsApp-Gruppen den eigenen Standort in Echtzeit verfolgen können. Für die wird die  Funktion wahlweise für 15 Minuten, eine Stunde oder auch länger freigeschalten.

Echtzeitverfolgung ist umstritten

Datenschützer kritisieren das Echtzeit-Tracking (engl. für Verfolgen), weil sich mit der Funktion theoretisch ein sehr genaues Bewegungsprofil erstellen lässt. Das könnten Werber, Behörden oder auch ein sehr eifersüchtiger Partner für sich nutzen. So ist denkbar, dass ein Ehepartner den anderen unter Druck setzt, die Live-Ortung anzuschalten. Der Kölner Jurist und Experte für Internetrecht Christian Solmecke warnt zudem davor, andere Nutzer über die neue WhatsApp-Funktion auszuspähen. Das geht etwa dann, wenn vorher am Handy des anderen die Live-Ortung angeschaltet wurde. Das dürfen Eltern zumindest bei größeren Kinder nicht mehr, sagte Jurist Solmecke MDR JUMP. Die Kinder müssten in die Überwachung einwilligen, wenn sie die dafür nötige Einsichtsfähigkeit haben.

Der Kölner Jurist und Experte für Internetrecht Christian Solmecke.
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In der Regel geht man davon aus, dass spätestens ab der Vollendung des 14. Lebensjahres von einer solchen Einsichtsfähigkeit ausgegangen werden kann. Ab diesem Alter dürfen Eltern, nur noch mit Einwilligung der Kinder die Ortungsfunktion aktivieren.

Auch das Ausspähen von Mitarbeitern ohne deren Wissen sei illegal, so der Experte. Hier seien die rechtlichen Bestimmungen sehr streng. Die Diskussion um Datenschutz und illegales Beobachten ist nicht ganz neu. Verfolgen in Echtzeit bieten auch schon andere Dienste an wie Google Maps, der Messenger von Facebook oder auch Tracking-Apps. WhatsApp zieht jetzt einfach nur nach und will die Funktion laut dem offiziellen Blog in den nächsten Wochen für alle iOS- und Android-Nutzer freischalten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 18. Oktober 2017 | 16:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2017, 15:00 Uhr

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