Sirene und Smartphone
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Neues Warnsystem vor Katastrophen in Sachsen Zwei Apps für deine Sicherheit

Orkan, Hochwasser oder Terrorangriff: In vielen Situationen sollen die Menschen schnell und zuverlässig darüber informiert werden. In Sachsen ist dafür heute ein neues System gestartet. Für zuverlässige Informationen reicht eine App aber nicht aus.

Sirene und Smartphone
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Das neue modulare Warnsystem wurde heute in Sachsen in Betrieb genommen. Damit sollen Informationen über Gefahren an die WarnApp «NINA« auf das Smarthphone gesendet werden. Auf einen lauten Warnton folgt eine Meldung auf dem Display. Die Software stammt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und wird auch in anderen Bundesländern bereits eingesetzt.

KatWarn oder NINA?

Allerdings ist das nicht das einzige Programm, welches vor Gefahren warnt. Verbreitet ist auch die App „KatWarn“. Konkrete Unterschiede sind nicht zu erkennen. Es kommt darauf an, welches System am aktuellen Ort genutzt wird. In Thüringen ist der Katastrophenschutz schon länger mit NINA flächendeckend in Betrieb. In Sachsen-Anhalt gibt es dagegen keine einheitliche Festlegung. Magdeburg zum Beispiel nutzt ebenfalls NINA. Halle und Bitterfeld dagegen haben sich auf KatWarn festgelegt. Um also nicht nur am Wohnort, sondern auch unterwegs immer informiert zu sein, müssen also beide Apps auf dem Smartphone installiert werden.

Die Handy-App KatWarn wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt und die App NINA vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Beide Programme gibt es kostenlos zum Herunterladen aufs Smartphone.

NINA

Die Notfall-Informations- und Nachrichten-APP NINA des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
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Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App, kurz NINA, können Polizei, Feuerwehr und Wetterdienste die Bevölkerung direkt vor Gefahrenlagen warnen. Dazu gehören Bombenfunde, Schießereien, Brände und Unwetter. Außerdem gibt die App Verhaltenshinweise, wie sich Menschen auf bestimmte Ereignisse vorbereiten und schützen können.

Nutzer können sich die App je nach Handyhersteller für das Apple Betriebssystem iOS oder für Android kostenlos herunterladen. Es gibt verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. So kann jeder Nutzer entscheiden, für welche Orte er Warnungen erhalten möchte. Zusätzlich hat der die Möglichkeit, Warnungen für seinen jeweils aktuellen Standort zu abonnieren. Man kann auch verschiedene Stufen einstellen, ob man zum Beispiel nur bei großen Unwettern gewarnt werden soll oder schon bei Gewittern.

Für "alte", also nicht internetfähige Handys ist NINA im Gegensatz zu KatWarn nicht anwendbar. Seit Juni 2015 ist NINA im Einsatz.

KatWarn

Screenshot der Handyapp katwarn und Mann mit Smartphnoe
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Auch das Informationssystem KatWarn soll bei Notfällen wie Unwettern, Bränden, Chemieunfällen, Bombenfunden oder Schießereien Smartphonenutzer warnen und Verhaltensempfehlungen geben - per SMS, E-Mail oder Pushmeldung via Smartphone-App.

Auch Nutzer von alten Mobiltelefonen ohne Internet können sich bei KatWarn über Notfällte informieren lassen - per SMS. Allerdings ist hier das Angebot eingeschränkt. Es gibt beispielsweise keine Warnungen vom Deutschen Wetterdienst. Seit 2010 ist KatWarn im Einsatz.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 25. Oktober 2017 | 13:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2017, 15:25 Uhr

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