Ein beschmiertes und ein zerstörtes Wahlplakat, aufgenommen am 01.09.2017 in der Innenstadt von Mainz.
Bildrechte: dpa

Zerstörte Wahlplakate Was sagen die Parteien in Mitteldeutschland dazu?

Auf der Straße hängen überall Wahlplakate. Manchmal liegen sie aber auch auf dem Boden oder sind zerstört. Die Parteien sagen: Die Zerstörung oder Beschädigung der Wahlplakate hat zugenommen. Wir haben bei den großen Parteien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen genauer nachgefragt.

Ein beschmiertes und ein zerstörtes Wahlplakat, aufgenommen am 01.09.2017 in der Innenstadt von Mainz.
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Die Zerstörung von Wahlplakaten nimmt zu

Bisher schätzt die FDP in Thüringen, dass etwa 800 ihrer Plakate beschädigt, 1.200 zerstört und 2.000 verunstaltet worden. Die CDU Thüringen hat über 1.000 zerstörte oder beschädigte Wahlplakate gezählt. Die SPD Thüringen hat keine konkreten Zahlen, aber sagt: "Allgemein lässt sich mittlerweile feststellen, dass der Hang zu Vandalismus und die Beschädigung von Wahlplakaten im Vergleich zu vorangegangenen Wahlen deutlich zugenommen hat."

Bei der Linken in Sachsen-Anhalt geht man von 20 beschädigten und 25 gestohlenen Plakaten aus. Die NPD Sachsen-Anhalt schätzt, dass sich die Zerstörung, Diebstahl und Verunstaltungen von Wahlplakaten auf ungefähr 10% belaufen. Die CDU Sachsen-Anhalt hat bisher mehr als 1.800 beschädigte Plakate gezählt. Die Grünen zählen bisher etwa zehn Stück.

Und die Grünen aus Sachsen schätzen, dass etwa ein Viertel der Plakate zerstört oder beschmiert wurde. Sie haben festgestellt: “Mitunter überstehen die Plakate keinen Tag unbeschadet” und haben den Eindruck, "dass in ganzen Straßenzügen die Plakate systematisch abgerissen wurden.” Von der AFD Sachsen wurden, laut eigenen Angaben, 800 Plakate abgerissen, beschädigt oder zerstört. Und auch die SPD und die CDU in Sachsen melden: Es wurden mehr Wahlplakate kaputt gemacht, als bei der letzten Wahl.

Es gibt aber auch Parteien, die sagen: Es ist nicht viel schlimmer als sonst – etwa die NPD oder die FDP in Sachsen und die Grünen in Sachsen-Anhalt.

Einige Regionen sind besonders schwer von der Zerstörung betroffen

Die CDU Sachsen-Anhalt hat besonders viel Zerstörung in Halle, dem Saalekreis und im Raum Wittenberg festgestellt. Und auch Magdeburg scheint ein Schwerpunkt zu sein, sagt die AfD Sachsen-Anhalt. Vier von fünf Großplakaten wurden dort zerstört und mehr als die Hälfte der kleineren Plakate.  Laut der FDP Thüringen sind Schwerpunkte in Jena, Gera und Altenburg.

Wer Wahlplakate zerstört, macht sich strafbar

Die meisten Parteien versuchen beschädigte oder zerstörte Plakate schnell zu ersetzen, und neue aufzuhängen. In vielen Fällen erstatten die Parteien auch Anzeige, denn wer Wahlplakate beschädigt oder sogar zerstört macht sich strafbar. Wird man erwischt drohen sogar Geldstrafen und bis zu zwei Jahren Haft.

Diese Parteien haben uns auf unsere Anfrage geantwortet: Sachsen: SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, FDP, AFD, NPD

Thüringen: SPD, FDP, Piraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU

Sachsen-Anhalt: Linke, AFD, NPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 13. September 2017 | 19:10 Uhr