Eine Regionalbahn (RB) und eine ICE fahren über Gleise vor dem Hauptbahnhof Leipzig.
Rund um Leipzig gibt es nach den Kabelbränden Behinderungen im Bahnverkehr. Bildrechte: dpa

Verspätungen im Zugverkehr 13 Brandanschläge auf die Bahn

Bundesweit gibt es nach Brandanschlägen auf die Deutsche Bahn Verspätungen im Zugverkehr. Betroffen sind unter anderem Verbindungen von Leipzig aus. Auch im Telefonnetz wurden Störungen gemeldet. Im Internet gibt es ein mutmaßliches Bekennerschreiben von Linksextremisten, die auf den geplanten G20-Gipfel in Hamburg anspielen.

Eine Regionalbahn (RB) und eine ICE fahren über Gleise vor dem Hauptbahnhof Leipzig.
Rund um Leipzig gibt es nach den Kabelbränden Behinderungen im Bahnverkehr. Bildrechte: dpa

Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben Unbekannte in mehreren Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt. Das Bundesinnenministerium sprach von mindestens 13 Brandanschlägen, die in der Nacht zum Montag verübt wurden. Zwei Anschläge hätten vereitelt werden können. Die Täter hätten es auf Kabel abgesehen, daraufhin seien Signalanlagen ausgefallen. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf.

Offenbar Bekennerschreiben aus linker Szene

Behördenangaben zufolge wird derzeit ein mögliches Bekennerschreiben geprüft, das aus der linksextremistischen Szene stammen soll. Das Schreiben kursiert im Internet. Auf "linksunten.indymedia.org" heißt es: "Heute Morgen haben wir die Kabelstränge entlang mehrerer Hauptstrecken der Bahn in Brand gesetzt." Die Anschläge werden im Schreiben damit begründet, dass man die "Reibungslosigkeit anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg unterbrechen" wolle. Am 7. und 8. Juli treffen sich beim G20 Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Unter den Teilnehmern sind neben Kanzlerin Angela Merkel auch US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin.

Bundesweite Störungen im Zugverkehr

Die bundesweiten Brandanschläge sorgten am Montag in vielen Bundesländern für Verspätungen bei Regional- und Fernverkehrszügen. Reisende müssen weiterhin mit Behinderungen und Ausfällen rechnen, darunter auch in Sachsen. Die Bundespolizei hatte vor drei Uhr in der Nacht zum Montag die ersten Hinweise auf die Brände bekommen. Das Geschehen habe sich bis fünf Uhr hingezogen, sagte Christian Meinhold von der Direktion in Pirna.

Allein im Großraum Leipzig gab es laut Bundespolizei vier Kabelbrände, durch die Signalanlagen zerstört worden sind. Das verursachte erhebliche Behinderungen. Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn der Fern- und der Regional- sowie der S-Bahn-Verkehr.

Verkehrsstörungen in Berlin und Hamburg

Eine Hinweistafel informiert am 19.06.2017 in Berlin die Reisenden und Pendler im S-Bahnhof Treptower Park über einen Kabelbrand.
Bildrechte: dpa

Betroffen war neben Sachsen, auch Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund und Bad Bevensen in Niedersachsen. Am Berliner S-Bahnhof Treptower Park wurde vermutlich ein Feuer in einem Kabelschaft gelegt. Der Anschlag führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Berufsverkehr. Mehrere S-Bahn-Linien waren betroffen. In Hamburg gab es zwei Brände an Zuggleisen. Der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck war unterbrochen.

Es waren nicht die ersten Anschläge dieser Art auf technische Bahnanlagen. Im Mai 2011 war nach einem Feuerangriff auf eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein großer Teil des Nahverkehrs zusammengebrochen.

Störungen auch im Telefonnetz

Durch die Brandanschläge auf Bahnanlagen ist in Mitteldeutschland auch das Telefonnetz in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine Sprecherin von Vodafone sagte MDR AKTUELL, in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt seien 14.000 Haushalte betroffen. Die Kunden könnten nicht in gewohnter Qualität telefonieren und im Internet surfen. Auch der Anbieter Primacom meldet Störungen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.06.2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 22:31 Uhr

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