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Urteil der Woche Dürfen Kinder nach Trennung der Eltern den Nachnamen ändern?

In Deutschland wurden vergangenes Jahr 163.335 Ehen geschieden. Oft sind auch Kinder davon betroffen. Dabei gibt es nicht nur Streit ums Sorgerecht, sondern auch um den Nachnamen. Die Frage ist: Kann der Nachname des Kindes nach einer Trennung einfach geändert werden?

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Eine Mutter wollte nach der Trennung von ihrem Mann dem gemeinsamen Kind ihren eigenen Nachnamen geben. Doch dürfen Eltern das? Rechtsanwalt Thomas Kinschewski weiß, wie die Richter des Bundesgerichtshofes urteilten:

Die Rechte der Väter sind gestärkt worden. Der Bundesgerichtshof hat das OLG Oldenburg aufgehoben und hat gesagt, eine Namensänderung sei nur gerechtfertigt, wenn das Kindeswohl es erfordert und es einen sonstigen wichtigen Grund gibt. Damit ist die jahrelange Praxis der Einbenennung von Kindern nach dem Elternteil, wo es lebt, passé. Es muss jetzt einen triftigen Grund geben, der immer seltener zu finden sein wird.

Wie lautet die Begründung des Gerichts?

Namensänderung sei ein schwerwiegender Eingriff, auch in die Persönlichkeitsrechte des Vaters und zugleich ist es hinzunehmen und völlig sozialtypisch heutzutage, dass Mutter und Kind verschiedene Nachnamen tragen.

In Zukunft werden also Trennungskinder eher ihren Nachnamen behalten und im Zweifel anders heißen, als das Elternteil, bei dem sie leben.

Unser Experte

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
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Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2016, 23:59 Uhr