Mama und ihr Kind umarmen sich
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Urteil der Woche Darf der Nachname eines Kindes einfach geändert werden?

Eine Scheidung bringt immer Ärger mit sich. Vor allem wenn das Paar Kinder hat. Aber darf die Mutter beim Doppelnamen des Kindes einfach den Namen des Vaters wegstreichen?

Mama und ihr Kind umarmen sich
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Ein Kind hatte einen Doppelnachnamen mit den Namen beider Elternteile. Nach der Scheidung der Eltern wollte die Mutter bei ihrer Tochter den Familiennamen kürzen und nur auf ihren eigenen reduzieren. Der Grund war, dass das Kind in der Schule aufgrund des Namens gemobbt werde. Der Vater hat gegen die Entscheidung der Mutter geklagt.

Das Urteil

Das Verwaltungsgericht Koblenz hat dem Vater recht gegeben.

Das Kind umzubenennen ist genau dasselbe, wie einen Doppelnamen abzustoßen und daraus einen Einzelnamen zu machen. Für eine Namensänderung wird ein schwerwiegender Grund benötigt. Das Kind muss also akut gefährdet sein durch den Doppelnamen.

Thomas Kinschewski

Doch in diesem Fall war es relativ klar:

Die Mutter konnte weder beweisen, dass das Kind gemobbt wurde, noch dass das Kind aus dem Familienbund ausgeschlossen wurde. Im Gegenteil: Es ist ein Zeichen der Zugehörigkeit zu beiden Elternteilen, wenn das Kind seinen Doppelnamen behält.

Somit ist klar: Für die Namensänderung benötigt es genaue Beweise, warum der Name dem Kind einen Schaden zufügt.

Das Aktenzeichen 1 K 759/16.KO

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
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Unser Experte Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das Interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Wochenende | 05.08.17 | 12.40 Uhr

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