Chef rastet am Telefon aus
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Urteil der Woche Darf ich den Chef "Dusselkopf" nennen?

Ein falsches Wort in einem WhatsApp-Chat mit dem Chef hat einer Frau die fristlose Kündigung eingebracht. Aber ist sie auch gerechtfertigt?

Chef rastet am Telefon aus
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Die Frau hat fast 20 Jahre lang in dem Betrieb gearbeitet. Große Probleme hat es nie gegeben. Der Chef musste sie allerdings aus Kostengründen entlassen und hat fristgerecht und ordentlich gekündigt.

Das hat der Freund der Frau erfahren und der hat dem Chef eine WhatsApp-Nachricht geschickt und unter anderem "Dusselkopf" reingeschrieben. Daraufhin hat der Chef der Frau fristlos gekündigt. Dagegen zog die Frau vor Gericht.

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski

"Dusselkopf" ist in Ordnung

Das Gericht hat die fristlose Kündigung für unwirksam erklärt. Dabei war egal, ob sie selbst oder der Freund die Nachricht geschickt hat.

Mit der Bezeichnung "Dusselkopf" habe man sich im Ton vergriffen, aber eine besonders schwerwiegende Beleidigung sei nicht zu sehen. Hier hätte eine Abmahnung gereicht.

Die ordentliche Kündigung bleibt davon aber unberührt. Trotzdem ist es für die Frau wichtig gewesen, die fristlose Kündigung aufzuheben.

Bei einer fristlosen Kündigung kann das Arbeitslosengeld gekürzt werden. Außerdem steht in der Personalakte eine fristlose Kündigung immer schlechter da.

Oft ein Thema vor Gericht

Über vermeintliche Beleidigungen gibt es häufig Urteile vor Gericht. Auch erlaubt ist es demnach offenbar den Chef nicht zu grüßen oder in einer WhatsApp-Nachricht an Freunde den Chef mit Emojis als Schweinegesicht oder Bärenkopf darzustellen.

Das Aktenzeichen 13 Ca 247/16

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
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Unser Experte Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das Interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 28. Oktober 2017 | 12:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2017, 15:06 Uhr

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