Tatort-Check Tatort Hannover "Der Fall Holdt"

Es ist der Termin in der Woche, auf den man sich verlassen kann: Sonntagabend, 20:15 Uhr, ARD. Zeit für den Tatort! Wir verraten euch schon jetzt, wer in dieser Woche ermittelt und was passiert.

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Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Noch ist alles gut… Henning (Adam Bousdoukos) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler). Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Noch ist alles gut… Henning (Adam Bousdoukos) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler). Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs: Julias Eltern (Ernst Stötzner, Hedi Kriegeskostte) und Frank Holdt (Hintergrund) überlegen, was zu tun ist. Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Keine Polizei! – Oder doch lieber? Christian Rebenow (Ernst Stötzner, rechts) beschwört Frank Holdt (Aljoscha Stadelmann, links). Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Spult sich langsam hoch: Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) kurz vor´m ersten Ausbruch. Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Ziehen in den Zickenkrieg: Ermittlerteam Frauke Schäfer (Susanne Bormann, links) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, rechts). Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Kommt Lindholm mit eigenen Theorien in die Quere: Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Opfer oder Täter? Frank Holdt (Aljoscha Stadelmann) Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
Tatort Hannover "Der Fall Holdt"
Kann Berufliches und Privates nicht mehr trennen: Charlotte Linholm (Maria Furtwängler) fühlt Frank Holdt (Aljoscha Stadelmann) auf den Zahn. Bildrechte: NDR/Marion von der Mehden
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Worum geht´s?

Um die Entführung der Frau des Filialleiters einer Bank.

Also um Lösegeld-Erpressung?

Ja. Allerdings sind der Ehemann und der Vater der Entführten recht unterschiedlicher Meinung, wie mit der Forderung nach 300.000 Euro in gebrauchten Scheinen umzugehen ist. Auch über die Frage, ob die Polizei eingeschaltet werden soll oder nicht, gibt es Streit in der Familie.

Was ist das Besondere an dem Tatort?

Formal: Es ist ein Jubiläums-Tatort, nämlich der 25. für Maria Furtwängler – seit 2002 ist sie als Kommissarin Charlotte Lindholm für den TATORT im Einsatz.

Ausgezeichnet wurde sie dafür übrigens mit dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera, dem Jupiter-Award und dem österreichischen Medienpreis „Romy“.

2015 war sie außerdem in einer EMNID-Umfrage die beliebteste Kommissarin im deutschen Fernsehen.

Und „nicht formal“?

Inhaltlich ist das Besondere etwas sehr Seltenes im deutschen Krimi: Es wird nicht die Lösung des Falles gezeigt, mit der sozusagen nach 90 Minuten die Welt wieder in Ordnung ist, sondern das krachende Scheitern der Ermittlungen.

Woran liegt das?

Daran, dass es der normalerweise kühl und rational agierenden Charlotte Lindholm dieses Mal nicht gelingt, die professionelle Distanz aufzubringen – sie vermischt Berufliches und Privates, verrennt sich emotional und arbeitet dadurch nicht mehr neutral und logisch.

Warum tut sie das?

Weil sie am Abend zuvor selbst Opfer eines Übergriffs wurde und sowohl körperlich als auch seelisch angeschlagen ist.

Die Regisseurin Anne Zohra Berrached sagt dazu:

Ich kannte das Image, das die Figur Lindholm mitbringt, die besonnene Ermittlerin, die nie ihre Fassung verliert. Das Drehbuch hat mein Interesse geweckt mit der Idee, dass Polizisten Fehler machen, weil sie emotional zu belastet sind. Damit, dass man nicht immer professionell sein kann, dass Polizisten auch mal müde und unfähig sind.

Sonst noch was?

Ja: Die Regisseurin Anne Zohra Berrached wurde in Erfurt als Tochter einer Zahntechnikerin und eines algerischen Gastarbeiters geboren. Und sie hat schon in der DDR heimlich Westfernsehen geguckt:

Als ich klein war, habe ich sonntags mit meinem Opa und meiner Mama immer Tatort geschaut und durfte deshalb länger aufbleiben. Das war toll, das war Tradition und Kult! Der Tatort ist ein wahnsinnig tolles Konzept. Wenn die Regisseure von allen Beteiligten ermutigt werden, ihre individuellen Ideen umzusetzen, kann jeden Sonntag ein neues, völlig eigenständiges Werk entstehen, mit neuem Erzählstil, neuer Story und neuem Look. Das ist spannend und etwas Wunderschönes!

Quelle: NDR

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 05. November 2017 | 13:10 Uhr

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