Mädchen vor dem Brandenburger Tor.
Bildrechte: LOOKS Film & TV

3. Oktober Der Tag der deutschen Einheit

Wieder ein Feiertag! Doch das ist nicht das einzige, was hinter dem „Tag der Deutschen Einheit“ steckt. Warum feiern wir diesen Tag? Und warum ausgerechnet an diesem Tag? Wir klären die wichtigsten Punkte.

Mädchen vor dem Brandenburger Tor.
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Wie kam es zur deutschen Wiedervereinigung?

Der Tag der Deutschen Einheit erinnert an die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990. Deutschland war als Folge des zweiten Weltkrieges 45 Jahre lang zweigeteilt. Die Sowjets hatten damals den Ostteil für sich beansprucht, in dem die DDR entstand. Den Westteil teilten sich die USA, Frankreich und Großbritannien - hier wurde die BRD gegründet. Die Wiedervereinigung begann dann viele Jahrzehnte später: Aufgrund der zunehmenden Unzufriedenheit der DDR-Bürger kam es immer öfter zu großen Montagsdemonstrationen, bei denen gegen die Repression des Staates protestiert wurde. Die sogenannte „friedliche Revolution“ nahm ihren Lauf, so dass das DDR-Regime immer mehr Zugeständnisse machen musste. Am 9. November 1989 führte die SED-Führung auf der berühmten Pressekonferenz mit Günter Schabowski schließlich neue Reiseregelungen ein. Plötzlich waren Privatreisen ins Ausland generell erlaubt. Noch in der selben Nacht strömten so viele Menschen an die deutsch-deutschen Grenzübergänge, dass diese schließlich geöffnet wurden. Die Mauer war gefallen.

Im Folgenden sollte die DDR demokratisiert werden: Im März 1990 fanden die ersten freien und demokratischen Volkskammerwahlen statt. Die deutsch-deutsche Einigung wurde dadurch beschleunigt. Innerhalb Deutschlands stand der Einigung kaum noch etwas im Wege, aber auch die Alliierten hatten noch ein Wörtchen mitzureden. Seit der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 hatten die USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion immer noch viele Mitspracherechte, so dass auch die BRD bisher noch nicht vollkommen unabhängig und selbstständig war. Daher nahmen die beiden deutschen Staaten Verhandlungen mit den alliierten Ländern auf. Eine Einigung schien schwierig, denn es gab in Europa die Befürchtung, ein vereintes Deutschland wäre zu groß und damit zu mächtig. Zudem wollte die Sowjetunion ihren Einfluss auf Deutschland nicht einfach aufgeben. Durch großes Verhandlungsgeschick und kooperationsbereite Beteiligte, konnten die Verhandlungen in wenigen Monaten abgeschlossen werden. Mit dem „Zwei-Plus-Vier-Vertrag“ wurde Deutschland endlich souverän, im Gegenzug legte sich die BRD auf ein genaues Staatsgebiet fest, indem es die umstrittene Oder-Neiße-Linie anerkannte, und verzichtete auf ABC-Waffen sowie eine allzu große Armee. Der Weg für die deutsche Wiedervereinigung war frei.

Warum ausgerechnet der 3. Oktober?

Ursprünglich als Feiertag vorgesehen war der 9. November - der eigentliche Tag des Mauerfalls. Da dieser Tag jedoch mit der Reichspogromnacht von 1938 zusammenfällt, wurde davon Abstand genommen. Die Wiedervereinigung sollte außerdem möglichst schnell stattfinden. Der dritte Oktober war hierbei der frühst mögliche Termin, da erst die Außenministerkonferenz am 2. Oktober abgewartet werden musste. Da auch andere, vor allem wahlorganisatorische Gründe für dieses Datum sprachen, einigte sich die Volkskammer der DDR auf diesen Termin. Am dritten Oktober trat die DDR offiziell der BRD bei, vorher war bereits die D-Mark eingeführt und die Wirtschaft geöffnet worden. Die BRD übernahm zudem das gesamte Kapital der DDR, aber auch deren Schulden. Außerdem wurden mit der Wiedervereinigung auch die fünf ostdeutschen Bundesländer gegründet sowie Berlin als Hauptstadt festgelegt. Mit der Wiedervereinigung löste sich die DDR selbst auf. Außerdem markiert das Datum das Ende der Nachkriegszeit in Europa und den Anfang vom Ende des Kalten Krieges.

2004 hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gefordert, den Tag der Deutschen Einheit auf den ersten Sonntag im Oktober zu verlegen, um durch das gesparte Feiertagsgeld das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Nach zahlreichen Protesten wurden diese Pläne allerdings verworfen, so dass der Tag der Deutschen Einheit noch immer am 3. Oktober stattfindet und uns als Feiertag erhalten bleibt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Feiertag | 03. Oktober 2017 | 13:45 Uhr