British Library
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Tag der Bibiliotheken So geht es den Bibliotheken in Mitteldeutschland

Bibliotheken sind die erste Anlaufstelle für alle, die keine Lust haben, sich ständig neue Bücher zu kaufen. Doch manchen Büchereien fehlt das Geld, oder sie sind einfach zu weit weg.

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Egal, ob Bücher, DVDs oder die letzte Bravo-Hits-CD, in der Stadtbibliothek gibt es eigentlich fast alles. Ein Mekka also, vor allem für die, die nicht alles neu kaufen wollen. Allerdings müssen Bibliotheken auch mit der Zeit gehen. Digitaler Wandel oder die finanzielle Situation der Kommunen stellen die Bücherein in Mitteldeutschland vor Herausfoderungen.

In Sachsen ist die Zahl der Bibliotheken in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben, erzählt Arend Fleming von den Städtischen Bibliotheken in Dresden. Aus 193 sind zwar mittlerweile 177 geworden, aber vor allem, weil Bibliotheken zusammengelegt wurden.

In Sachsen haben alle Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern eine hauptamtlich Geführte Bibliothek. Das ist bundesweit einmalig.

In den ländlichen Gebieten seien außerdem Bibliotheksbusse unterwegs.

Auch Thüringen hat eine gute Abdeckung. Etwa 82 Prozent aller Kommunen haben öffentliche Bibliotheken, erzählt Eberhard Kusber, Vorstand des Thüringer Bibliotheksverbands. Auch dort sei - auch dank Bibliotheksbussen - auf dem Land die Versorgung gewährleistet, sagt Kusber.

Sachsen-Anhalt hat zu kämpfen

Kinder sitzen in einer Bibliothek an einem Tisch und jeder füllt etwas in einem kleinen Heft aus.
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Gabriele Herrmann von Bibliotheksverband Sachsen-Anhalt hat da nicht ganz so gute Zahlen zu präsentieren. Im Land ist die Zahl der Bibliotheken zurückgegangen. Vor zwanzig Jahren seien es noch 138 Bibliotheken gewesen, heute nur noch 75. Auch die Fahrstrecken zur nächsten Bücherei seien für viele Sachsen-Anhalter ziemlich lang. Selbst die Zahl der Fahrbibliotheken habe abgenommen, von 12 seien nur noch vier übrig, weil das Geld fehle.

Mehr als Digitalisierung

Bibliotheken sind mehr, als Ausleihstellen für Bücher, meint Eberhard Kusber. Sie hätten auch Erlebnischarakter. Väter gehen mit den Kinder in die Bücherei und spielen gemeinsam Spiele.

Bibliotheken sind ja auch sozialer Raum und Treffpunkt.

Sein Kollege Arend Flemming aus Dresden sieht das ähnlich: Bibliotheken sollen kommunikative Angebote machen, Raum geben, sich zu treffen, zu lernen und zu diskutieren.

Gabriele Herrmann wünscht sich für die Bibliotheken in Sachsen-Anhalt dagegen bessere Ausgangsbedingungen, um flächendeckend für alle da sein zu können. Dazu fordert sie auch mehr Unterstützung vom Land und einen offiziellen Bildungsauftrag. Mit dem könnten die kommunalen Bibliotheken dann auch Schulbibliotheken unterstützen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 24. Oktober 2017 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017, 13:24 Uhr