Start der Erntesaison Immer weniger Erdbeerfelder in Sachsen

In Sachsen hat die Erdbeersaison begonnen – verspätet und mit schlechten Aussichten. Denn die Obstbauern pflanzen immer weniger Erdbeeren an. Und auch das Wetter trägt Mitschuld an einer sinkenden Erntemenge.

Eine Erdbeere liegt auf einer Pappschale.
Sachsens Obstbauern erwarten in diesem Jahr eine geringere Erdbeerernte als in der Vorsaison. Das erklärte der Chef des Landesverbands "Sächsisches Obst" Udo Jentzsch am Dienstag zum offiziellen Auftakt der Erdbeersaison im Freistaat. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Eine Erdbeere liegt auf einer Pappschale.
Sachsens Obstbauern erwarten in diesem Jahr eine geringere Erdbeerernte als in der Vorsaison. Das erklärte der Chef des Landesverbands "Sächsisches Obst" Udo Jentzsch am Dienstag zum offiziellen Auftakt der Erdbeersaison im Freistaat. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Eine Erdbeerpflanze mit reifen und unreifen Früchten.
Der Startschuss für die Erdbeerernte in Sachsen fiel eine Woche später als geplant. Schuld ist das Wetter. Wegen der langen Kälteperiode seien die Erdbeeren noch nicht so weit wie erhofft, erklärte Obstverbandschef Jentzsch. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Menschen pflücken auf einem Feld Erdbeeren.
Die lange Kälteperiode und die aktuelle Trockenphase sind aber nicht die einzigen Gründe für den erwarteten Ernterückgang um 200 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Denn auch die Anbauflächen sind von 291 auf 280 Hektar geschrumpft.

Zum Vergleich: 2006 wurden noch auf 497 Hektar Erdbeeren angebaut. Und vom Ernterekord von mehr als 5.200 Tonnen Erdbeeren 2004 ist man mit erwarteten 2.100 Tonnen in diesem Jahr weit entfernt.
Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Eine Holzkiste mit reifen Erdbeeren steht auf einem Erdbeerfeld.
"Wir werden trotzdem noch reichlich Erdbeeren aus Sachsen haben", ist sich Sachsens oberster Obstbauer Udo Jentzsch sicher. Und diese werden zum Großteil von Privathand geerntet, denn rund 60 Prozent der Erdbeerfelder wurden für Selbstpflücker oder Hofläden angelegt. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Reife Erdbeeren liegen in einer Pappschale.
Die Preise sind beim Selberpflücken natürlich geringer, aber trotzdem nicht billig. Für 1,30 Euro pro Kilogramm könne man Erdbeeren nicht kostendeckend produzieren, erklärt Obstverbandschef Jentzsch.

Für ihn ist die Kosten- und Lohnstruktur ein Hauptgrund, warum es immer weniger Erdbeerfelder in Sachsen gibt. "Alles unter 2,50 Euro pro 500-Gramm-Schale ist grenzwertig", mahnt Jentzsch auch im Hinblick auf die Preiserwartung der Kunden.
Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Reife Erdbeeren liegen in Plastikschalen.
Übrigens: Erdbeeren sind gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Die eigentlichen Früchte sind die vielen kleinen gelben Nüsschen an der Oberfläche der roten Scheinfrüchte. Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner
Alle (6) Bilder anzeigen
Reife Erdbeeren liegen in Plastikschalen.
Bildrechte: MDR/Christoph Stelzner

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 30.05.2017 | Nachrichten | ab 11:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 30.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2017, 21:07 Uhr