Start-up baut in Sachsen Anhalt an "FarmVille" gibt's jetzt auch in der Realität

Ein eigener Garten, in dem Tomaten, Gurken, Kürbisse und mehr wachsen - das ist für viele Menschen auf dem Land Normalität. Für Großstädter hingegen ist das schwer umzusetzen. Es fehlt an Gartenfläche und oft auch an der Zeit diese zu betreuen. Ein Berliner Start-up will nun Abhilfe schaffen.

"FarmVille" in echt: In Sachsen-Anhalt befinden sich die Gärten des Berliner Start-ups IP Garten.
24 Stunden wird der Gemüsegarten von Kameras überwacht. Jede Parzelle hat eine Vitalsensorik, das heißt, der Besitzer hat die Möglichkeit u.a. Livedaten zu Boden, Wasser und Luft abzurufen und darauf zu reagieren. Bildrechte: IPGarten GmbH
"FarmVille" in echt: In Sachsen-Anhalt befinden sich die Gärten des Berliner Start-ups IP Garten.
24 Stunden wird der Gemüsegarten von Kameras überwacht. Jede Parzelle hat eine Vitalsensorik, das heißt, der Besitzer hat die Möglichkeit u.a. Livedaten zu Boden, Wasser und Luft abzurufen und darauf zu reagieren. Bildrechte: IPGarten GmbH
"FarmVille" in echt: In Sachsen-Anhalt befinden sich die Gärten des Berliner Start-ups IP Garten.
Der ca. 1,5 Meter hohe Mast ist unter anderem bestückt mit Gartenkameras, Mikroprozessoren und Beregnern. Bildrechte: IPGarten GmbH
"FarmVille" in echt: In Sachsen-Anhalt befinden sich die Gärten des Berliner Start-ups IP Garten.
16 m² unterteilt in 16 Sektionen. 8 m² davon werden pro Saison schon für den Kunden bepflanzt zum Beispiel mit Kartoffeln, Zwiebeln und Kräutern. Die anderen 8 m² bepflanzt jeder, wie er möchte. Bildrechte: IPGarten GmbH
"FarmVille" in echt: In Sachsen-Anhalt befinden sich die Gärten des Berliner Start-ups IP Garten.
Und so kann dann die Ernte ausehen. Die Nutzer können sie in Berlin Schöneberg oder Prenzlauer Berg abholen. Eine Lieferung nach Hause kostet extra. Bildrechte: IPGarten GmbH
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Die Idee von IPGarten funktioniert ähnlich wie das beliebte Computerspiel "FarmVille": Man hat sein eigenes Stück Garten, um das man sich kümmern muss. Gießen, düngen, ernten - alles per Mausklick. Doch anders als beim Computerspiel bekommt man die Ernte am Ende wirklich geliefert und kann das Gemüse aus dem eigenen Garten verzehren.

Automatisierte Felder

"Die Idee hatte mein Kollege Martin", erzählt Philipp Wodara von IPGarten, "er hatte ein Grundstück in Warnau und war erstaunt wie gut dort die Ernte ausfällt. Er hatte allerdings das Problem, sich aus Berlin nicht jeden Tag um seine Pflanzen kümmern zu können." So entstand die Idee von IP Garten. Der Nutzer kann seinen Garten rund um die Uhr per Kameras beobachten, Sensoren geben ihm Details zum Boden, Wasser und Temperatur. Via Mausklick kann jeder Nutzer entscheiden, was gepflanzt werden, wann gegossen und ob gedüngt werden soll.

Das Gemüse wächst in Sachsen-Anhalt

Die Gärten, in denen alles wächst und gedeiht, sind in Sachsen-Anhalt und werden von IPGärtnern vor Ort betreut. 16 Quadratmeter stehen jedem Nutzer zur Verfügung. 395 Euro zahlt er pro Jahr und hat Saatgut, Ernte, Wasser, Bodenvorbereitung und andere grundsätzliche Leistungen inklusive. Bestimmte Dinge wie einen "Autopiloten", wenn man im Urlaub ist, Dünger, Vogelscheuche oder Dienstleistungen wie "Unkraut jäten" kann jeder Nutzer individuell hinzubuchen. Die Ernte wird an zwei Stellen in Berlin gebracht, wo sie sich jeder Nutzer abholen kann - eine Lieferung nach Hause kostet extra.

Das Start-up kommt so gut an, dass sich IPGarten vergrößern will:

Wir haben auch das große Glück, dass wir durch das "Landaufschwung-Projekt" in Sachsen-Anhalt gefördert werden und gerade auf der Suche nach Kleinbauern sind.

Die Kleinbauern sind dann für die Pflege der Gärten vor Ort zuständig und verpachten Land. So sollen auch die Landwirte profitieren. Langfristig gesehen sollen auch Hühner in den Gärten angesiedelt werden können. Frühstücksei per Mausklick. "Es ist sicherlich die logische Konsequenz nicht nur Gemüse, sondern auch Tieren beim Wachsen zu sehen", so Wodara.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Nachmittag | 15.08.2017 | 16:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2017, 15:28 Uhr