Quicktipp: Frühjahrsputz Welche Putzmittel brauche ich wirklich?

Die meisten Haushalte bieten ein beeindruckendes Arsenal an Putzmitteln. Glaubt man der Werbung, ist für jede Verunreinigung ein spezieller Reiniger nötig. Über 4.5 Milliarden Euro setzte der deutsche Handel 2015 mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln um. Die wenigsten der mitunter preisintensiven Produkte sind allerdings wirklich nötig. Die Praxis zeigt, dass man schon mit einer Handvoll Reinigern Schmutz erfolgreich zu Leibe rücken kann.

Eine junge Frau mit Gummihandschuhen hält in jeder Hand eine Flasche mit Reinigungsmitteln.
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MDR JUMP Mo 21.03.2016 08:09Uhr 02:03 min

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Universalreiniger, Spülmittel und Scheuermilch

Für sämtliche abwaschbare Oberflächen wie etwa die Arbeitsplatten, Fliesen, Laminat oder Parkett eigenen sich in Wasser verdünnte Allzweckreiniger. Mit ihnen löst man nicht nur Fettschmutz, der sich bevorzugt auf dem Herd oder der Dunstabzugshaube bilden kann, sondern hält auch Toiletten sauber. Auch Handspülmittel eignen sich nicht nur fürs Geschirrspülen, sondern auch zuverlässig alle Oberflächen. Allerdings könnten sie nach dem Trocken Schlieren hinterlassen.

Eine Ausnahme bilden Holzböden. Zu ihrer Reinigung bedarf es tatsächlich eines Spezialmittels. Bei besonders festsitzendem Schmutz hilft in der Regel eine Scheuermilch. Sie kommt bei besonders hartnäckigem Dreck in Küche oder Bad zum Einsatz, beim Säubern von Flächen oder beim Putzen von Waschbecken, Toiletten oder Wanne.

Zitrusreiniger

Wenn es Kalkrändern wie etwa auf Armaturen oder Spülbecken an den Kragen gehen soll, muss ein Reiniger auf Zitronensäurebasis her. Auch Urinstein hat gegen Zitronensäure keine Chance. Hartnäckige Rückstände sollten mit unverdünntem Reiniger eingeweicht werden. Wer zu kräftig mit einem Schwamm auf den Verkalkungen herumschrubbt, riskiert Kratzer. Bei Verwendung von Essigreinigern besteht die Gefahr, dass an den Armaturen Dichtungen und Messingteile angegriffen werden.

Wunderwaffe Waschsoda

Waschsoda ist ideal, um fetthaltigen Verunreinigungen den Kampf anzusagen. Darüber hinaus macht es Bakterien den Garaus und wirkt gegen unangenehme Gerüche und Schimmel beim Reinigen von Abflüssen. Verkrustungen im Backofen lässt man am besten erst in einer Mischung aus Sodapulver, Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel einweichen und wischt diese dann aus. Weil Soda der Haut das Fett entzieht, empfiehlt sich bei der Anwendung das Tragen von Handschuhen. Waschsoda erhält man in Drogerien für kleines Geld.

Spiritus

Eine Hand sprüht mit einer Sprühflasche auf einen Fleck auf dem Waschbecken.
Prima Reiniger: Wasser mit Spiritus Bildrechte: IMAGO

Brennspiritus gehört zu den ältesten und effektivsten Reinigungsmitteln und löst wirksam Kalk und organischen Schmutz wie Schimmel von Glas und Fliesen. Man kann ihn in Drogerien, Bau- und Supermärkten kaufen. Wer mit Spiritus umzugehen weiß, kann sich das Geld für einen Glasreiniger sparen. Brennspiritus wird am besten im Verhältnis 1:10 in Wasser verdünnt. Um Fenster streifenfrei sauber zu bekommen, gibt man Spülmittel und einen Schuss Spiritus in einen Eimer mit lauwarmem Wasser. In Verbindung mit einem Mikrofasertuch wird so auch ohne Glasreiniger ein optimales Ergebnis erzielt. Auf Holz und Plastik sollte kein Spiritus verwendet werden. Seine Säure kann dieses Material angreifen, Holz verliert dann an Glanz und Plastik an Farbe. Bei empfindlicher Haut sollten für die Arbeit Schutzhandschuhe getragen und auf gute Belüftung geachtet werden. Die Dämpfe könnten sonst Schleimhäute reizen. Bei der Handhabung sollte man vorsichtig sein, da Spiritus hoch brennbar und explosiv ist.

Überflüssige Reiniger

verschiedene Putzmittelflaschen
Viele Reinigungsmittel sind nicht nur flüssig, sondern überflüssig. Bildrechte: IMAGO

Edelstahlreiniger oder teure Badreiniger sind entbehrlich. Fett und Kalk gehen auch mit Universal- bzw. Zitrusreiniger weg. Extra Kochfeldreiniger für organischen Dreck werden ebenfalls nicht benötigt. Der Backofen wird auch ohne einen speziellen Backofenreiniger sauber. Auf Mittel mit Chlor oder WC-Reiniger mit anorganischen Säuren sollte aus Umweltgründen besser verzichtet werden. Putzmittel, die ein Umweltzeichen wie etwa Blauer Engel oder Euroblume tragen, müssen genauso gut wie die Chemie-Bomben reinigen.

Desinfektionsmittel sind unter normalen Umständen verzichtbar. Eine Ausnahme ist es, wenn der Arzt explizit dazu rät. Ein häufiger Einsatz im Haushalt kann laut Studien sogar das Risiko von Allergien bei Kindern erhöhen. Eine regelmäßige Reinigung ersetzt allemal den Einsatz der chemischen Keule. Statt auf aggressive Mittel zu setzen, kann der richtige Putzlappen die naheliegende Lösung sein. Mit einem rauen Stoff löst sich Schmutz besser. Mikrofasertücher nehmen Schmutz besser auf als herkömmliche Gewebe. Aggressive Reiniger gehören nicht in den Hausmüll. Die Abfallwegweiser der kommunalen Entsorger geben hierzu wichtige Hinweise.

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2016, 02:10 Uhr