Quicktipp: Wildunfälle So verhältst du dich richtig

Totes Reh am Straßenrand
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Umschau-Quicktipp Wildunfälle

Wildunfälle

MDR JUMP Do 28.09.2017 02:10Uhr 01:56 min

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Rehe und andere Wildtiere zu beobachten kann entzückend sein. Ist man allerdings mit dem Auto unterwegs und sie tauchen am Straßenrand auf, ist besondere Vorsicht geboten. Im schlimmsten Fall springen oder laufen die Tiere unvermittelt auf die Fahrbahn. Wildunfälle zählen zu den häufigsten Unfällen im Straßenverkehr. Wie kann man der Gefahr vorbeugen und was ist zu tun, wenn es zum Wildunfall gekommen ist?

Erhöhte  Aufmerksamkeit

Ein Schild warnt vor vielen Wildunfällen.
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Wildunfälle können grundsätzlich jederzeit und überall passieren. Besonders aufmerksam solltest du allerdings in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sein, wenn es noch dämmrig ist. Die Tiere sind zu diesen Zeiten auf Nahrungssuche. Aber auch nachts können Rehen, Wildschweine und Füchse unterwegs sein. Führen Straßen durch Waldabschnitte und an Feldrändern vorbei, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Tiere die Straße kreuzen ohnehin hoch. Reduziere die Fahrgeschwindigkeit und sei bremsbereit, vor allem, wenn durch Straßenschilder ausdrücklich vor Wildwechsel gewarnt wird.

Tiere am Straßenrand

Wenn du die Tiere am Straßenrand schon erkennen kannst, bremst du kontrolliert und schaltest das Fernlicht aus, damit die Tiere nicht geblendet werden. Grelles Fernlicht macht die Tiere orientierungslos. Hupe zusätzlich, das verscheucht das Wild in den meisten Fällen. Fahre langsam weiter, aber rechne mit weiteren Tieren, denn Wildtiere sind meist nicht allein unterwegs.

Verhalten bei einem Zusammenstoß

Erkennst du das Tier zu spät und ein Zusammenstoß ist unvermeidbar, solltest du das Lenkrad festhalten, eine Vollbremsung einleiten und geradeaus weiterfahren. Weiche auf keinen Fall aus! Ein kontrollierter Aufprall mit dem Wildtier geht in der Regel glimpflicher aus als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. Unfälle mit Personenschäden entstehen oft durch riskante Ausweichmanöver mit einer Gefährdung des Gegenverkehrs, nicht wenige enden am Baum.

Unfallstelle sichern

Warndreieck auf einer Straße
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Sofern du nicht selbst verletzt wurdest oder dich zuerst um andere Fahrzeuginsassen kümmern und/oder Rettungskräfte rufen musst, solltest du die Unfallstelle sichern. Dazu gehört, die Warnblinker einzuschalten, die Warnweste anzuziehen und das Warndreieck aufzustellen. Behindert ein totes Tier den Verkehr, solltes du versuchen, es von der Straße zu zerren. Wegen Tollwutgefahr solltest du dafür am besten auf die Handschuhe aus dem Erste-Hilfe-Kasten zurückgreifen. Wer dieser Pflicht nicht nach kommt, nimmt die Gefährdung anderer in Kauf und muss im Ernstfall sogar mit Schadenersatz rechnen. Die Eigensicherung des Autofahrers geht allerdings vor, sagen Rechtsexperten. Auf Autobahnen etwa sei es ratsam, die Tiere liegen zu lassen und sich hinter der Leitplanke in Sicherheit zu bringen. Liegen bleiben sollten auch verletzte Tiere, denn diese könnten sich wehren und dir Verletzungen zufügen.

Polizei rufen

Informiere bei einem Wildunfall die Polizei. Sie übernimmt in der Regel auch den Anruf beim zuständigen Jäger. Er kümmert sich dann um das tote oder verletzte Tier. Ist damit zu rechnen, dass deine Autoversicherung die Unfallschäden übernimmt, lass dir von der Polizei oder dem Jäger eine Bescheinigung ausstellen, dass es sich um einen Wildtierunfall handelt. Diese Bescheinigung kann unter Umständen kostenpflichtig sein. Mach am besten auch Fotos, um den Unfall als Wildunfall zu dokumentieren. Egal ob Dorf- oder Landstraße oder Autobahn: Nach einem Wildunfall solltest du auf keinen Fall weiterfahren, ohne Polizei oder Jäger zu informieren. Selbst dann nicht, wenn am Auto keine Schäden sichtbar sind und Wildschwein oder Reh noch flüchten können. Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und obendrein Fahrerflucht.

Schadenregulierung

Schäden Dritter, zum Beispiel entgegenkommender Autos, die in den Unfall verwickelt werden, zahlt im Regelfall die Kfz-Haftpflichtversicherung. Wildschäden am eigenen Auto werden unter bestimmten Bedingungen von der Kasko-Versicherung übernommen. Dabei gibt es einen Unterschied  zwischen einer Vollkasko- und einer Teilkaskoversicherung.

Die Teilkasko-Versicherung zahlt:

- beim Zusammenstoß mit großem und schwerem Haarwild (Hirsche, Rehe, Wildschweine) sowie kleinen, leichten und weichen Tieren (Hasen, Füchsen). Dazu zählen nach dem Bundesjagdgesetz zum Beispiel Rehe, Hirsche, Wildschweine, Füchse, Hasen, Marder und Dachse.

- beim Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr, wenn man einem großen schweren Tier (Wildschwein, Reh, Hirsch), ausweichen musste. Dann zahlt die Teilkaskoversicherung die „Rettungskosten".

Die Teilkasko-Versicherung zahlt nicht:

     - beim Zusammenstoß mit Federwild sowie Nutz- und Haustieren wie etwa Hunde, Katzen, Schafe, Rinder und Pferde. Läuft also eines dieser Tiere vor das Fahrzeug, muss der Fahrer zur Schadensregulierung den Halter des Tieres ansprechen. Einige Versicherer haben diese Tiergruppen inzwischen in ihre Wildschadensklausel eingeschlossen oder bieten entsprechende Vertragserweiterungen an.

- beim Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr, wenn man kleinen, leichten und  weichen Tieren wie Hasen ausweichen musste. Ein Zusammenstoß müsse in diesem Fall in Kauf genommen werden, da - je nach Größe des Fahrzeuges - entweder überhaupt kein Schaden entstehe oder der Schaden in jedem Fall erheblich geringer sei, als der durch ein misslungenes Ausweichmanöver zu erwartende Schaden, argumentieren Juristen.

Vollkasko-Versicherung

In diesen beiden Fällen, die die Teilkasko-Versicherung nicht zahlt, reguliert aber eine Vollkasko-Versicherung. Allerdings führt das zum einem zur Einstufung in eine ungünstigere Schadenfreiheitsklasse, zum anderen ist in den meisten Verträgen eine Selbstbeteiligung vereinbart.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 28. September 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 02:10 Uhr

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