Quicktipp: Wasserfilter Kann ein Filter Leitungswasser noch besser machen?

Aus einem Wasserhahn läuft fließendes Wasser
Bildrechte: Colourbox

MDR JUMP Di 10.10.2017 02:10Uhr 01:59 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,8 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 3,6 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/thema/quicktipp/quicktipp-wasserfilter-104.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Leitungswasser-Qualität

Die Qualität unseres Leitungswassers ist so hervorragend, dass du es bedenkenlos verwenden kannst. Achte darauf, dass das Wasser nicht ewig in den Leitungen gestanden hat und du immer nur kühles, frisches Wasser verwendest. Gerade nach dem Urlaub und an heißen Tagen ist das besonders wichtig. Deine Trinkwasserleitungen im Haus sollten in einem einwandfreien Zustand sein. Eventuell noch vorhandene Bleileitungen solltest du dringend austauschen lassen. 

Spezielle Haushalts-Wasser-Filter

Die Hersteller solcher Filter geben ihren Produkten Versprechen wie diese mit auf den Weg:

"Frisch und köstlich kommt das Wasser aus dem hochwertigen Keramikfilter." oder "Original Lotus Wasserfilter entfernen Schadstoffe und beleben Ihr Wasser." oder "Der Kalkfilter garantiert Ihnen und ihrer Familie hygienisch einwandfreies Trinkwasser."

Dabei geht es einigen von ihnen neben der Entfernung von Fremdstoffen auch noch darum, dem Wasser Energien und bestimmte Informationen mitzugeben. Mensch und Tier sollen nach dem Genuss dieses Wassers gesünder, vitaler und einfach glücklicher sein.

Mineralien-Filter

Zwischen 10 und 40 Euro kosten die einfachsten Geräte, hochwertige leicht ein paar hundert Euro. Sie sollen Kalzium und Magnesium aus dem Wasser filtern. Das geschieht durch Aktivkohle oder Ionenaustausch. Im Ergebnis wird das Wasser weicher. Damit sollen vor allem Kaffee und Tee besser schmecken. Hast du an deinem Wohnort eine Wasserhärte unter 10° deutscher Härte, ist so ein Filter überflüssig. Die meisten Geräte verkalken zudem selber sehr schnell und verursachen durch den Austausch der Filterkartuschen enorme Folgekosten. Entkalkst du deine Kaffee- oder Teemaschine regelmäßig, kannst du auf solche Filter verzichten. Für alle anderen Haushaltgeräte wie Waschmaschine oder Dampfbügeleisen, gibt es entsprechende Entkalker oder destilliertes Wasser.

Schadstoff-Filter

Du kannst mit dem Umkehr-Osmose-Verfahren den Kupfer- und Bleigehalt deines Wassers deutlich reduzieren. Auch andere Schadstoffe wie Phosphate können so gefiltert werden. Zum Spülen der Filtermembran wird aber sehr viel Wasser gebraucht. Die Geräte kosten zudem leicht mehrere hundert bis tausend Euro. Nur wenn dein Wasser dauerhaft nachweislich belastet ist, sind diese Filter sinnvoll. Vorsicht, solche Filter filtern auch für den Menschen wichtige Mineralien heraus. Wenn du dauerhaft hochreines Wasser aus diesen Filtern trinkst, bekommt dein Körper womöglich zu wenig Mineralstoffe.

Mikro-Filter

Mikrofilter werden oftmals direkt am Wasserhahn installiert und können Bakterien und Keime, wie zum Beispiel Legionellen zurückhalten. Das Wasser wird mit hohem Druck durch Poren von 0,2 Tausendstel Millimetern Größe gefiltert. Diese Filter sind überall dort sinnvoll, wo du nicht ständig Wasser verbrauchst, zum Beispiel im Kleingarten, im Wohnmobil oder auf dem Hausboot. 

Filter in Wasserkannen

Wasserfilter
Bildrechte: Colourbox.de

In die meisten kannenartigen Kalkfilter füllst du Wasser, das dann durch eine Kartusche gereinigt wird. Verbrauchst du das Wasser nicht sofort und lässt es viele Stunden bei Raumtemperatur stehen, können sich die im Wasser oder im Filter vorhandenen Keime stark vermehren. Für gesunde Erwachsene ist das meist unbedenklich. Kinder und Kranke können sich ernsthafte Darmprobleme zuziehen. Diese Filter gehören darum in den Kühlschrank. Ist das nicht möglich, tausche das Wasser regelmäßig aus und verwende es nur frisch.

Reine Glaubenssache

Filter, die das Wasser energetisieren, harmonisieren oder vitalisieren, sind in ihrer Wirkung wissenschaftlich und technisch nicht erklär- oder belegbar. Der Placebo-Effekt solcher Geräte ist allerdings nicht zu unterschätzen. Wäge deshalb gut ab, ob dir Geräte, die mit "Naturenergie" "höhere Informationen" übertragen, gerne mal 3.000 Euro und mehr wert sind.

Der wirklich wichtige Filter

Das Trinkwasser selbst kommt sauber und unbedenklich aus dem Wasserwerk. Seine Verpackung, also die Rohrleitungen, durch die es fließt, sind in Deutschland aber nicht überall auf dem neuesten Stand. Deshalb kann es passieren, dass das Wasser mit Fremdstoffen belastet an deinem Haus ankommt.

Der mechanische Partikelfilter, der direkt hinter deiner Wasseruhr bzw. hinter dem Hauptwasseranschluss angebracht sein muss, filtert gröbere Bestandteile heraus. Er sollte von Hausbesitzern und Vermietern regelmäßig gespült und in den entsprechenden Intervallen ausgetauscht werden. In der Wohnung brauchst du solch einen Filter nicht.

Fazit

Wassertropfen
Bildrechte: Colourbox.de

Haushaltsfilter zur Wasseraufbereitung sind in einem normalen Haushalt nicht nötig. Wenn du Tee oder Kaffee lieber mit weicherem Wasser trinkst, kann ein Kalkfilter sinnvoll sein. Den musst du regelmäßig reinigen und die Kartusche wechseln. Verwende immer frisches Wasser. Von Filtern, die für dich technisch nicht nachvollziehbar sind, dir ganz besonderes Wasser versprechen und ein paar Tausend Euro kosten, solltest du lieber die Finger lassen. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 10. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2017, 02:10 Uhr