Quicktipp: Wasserbetten Das musst du vor dem Kauf wissen

Schaufenster eines Wasserbettenfachgeschäftes
Bildrechte: imago/Steinach

Für wen kommt ein Wasserbett in Frage?

Bei Matratzen gibt es unzählige Modelle. Was viele zunächst meist nicht in Betracht ziehen, sind Wasserbetten. Dabei könnten sie vor allem für Menschen mit Nacken- und Rückenschmerzen, Seitenschläfer und auch kranke Menschen eine echte Alternative sein, erklärt Guido Bochow, der in seinem Geschäft in Halle neben herkömmlichen Matratzen auch Wasserbetten führt. „Bei Wasserbetten, egal wie hart sie sind, sinkt man tiefer ein als bei anderen Matratzen. Das liegt daran, dass sich das Körpergewicht durch das Wasser gleichmäßiger verteilt. Dadurch haben vor allem Seitenschläfer viel weniger Druck auf den Schultern.“

Eine junge Frau liegt entspannt auf einem Wasserbett.
Bildrechte: imago/blickwinkel

Auch für Menschen mit Allergien sind Wasserbetten bei guter Pflege eine echte Alternative, denn Milben und Staub gelangen nicht ins Innere der wasser- und damit auch staubundurchlässigen Matratze, sondern können einfach entfernt werden. „Das ist bei herkömmlichen Matratzen nicht so einfach, da dort Staub und Schweiß gleich ins Innere der Matratze eindringen und dort kaum entfernt werden können“, so der Fachmann.

Für Liebhaber vorgewärmter Betten könnte die Anschaffung eines Wasserbettes eine Überlegung wert sein: die Temperatur der Matratze kann reguliert und an die Umgebungstemperatur angepasst werden. So kann das Bett im Sommer bei Hitze kühlen und im Winter wärmen, die Anwender müssen nicht mehr schwitzen oder frieren. Die Temperatur sorgt gleichzeitig dafür, dass die Muskulatur entspannen kann.

Anschaffungspreis von mindestens 1.000 Euro

Wasserbetten kosten auf den ersten Blick mehr als normale Matratzen. 1.000 Euro muss man für günstige Doppelbetten mit Wasserfüllung zahlen, sehr gute gibt es für 3.000 Euro. Wie teuer oder günstig ein Wasserbett ist, hängt vor allem von den verwendeten Materialien ab, erklärt Experte Bochow. Bei den 1.000-Euro-Modellen werden günstigere Stoffe für die Außenummantelung und die Wasserblase verwendet, die in der Regel nicht länger als 10 Jahre halten. Danach platzen die Betten zwar nicht, aber sie stützen den Körper nicht mehr richtig.

Euroscheine
Bildrechte: IMAGO

Bei teureren Modellen werden langlebigere Materialien verwendet, die 20 Jahre und länger halten. Zusätzlich wird bei den teuren Modellen nochmals mehr Wert auf die richtige orthopädische Ausführung beim Liegen gelegt, beispielsweise durch spezielle Stützfunktionen im Beckenbereich. Neben der Anschaffung sollte man auch Kosten für Pflege und Wartung einkalkulieren. Die Heizkosten belaufen sich auf rund 100 Euro pro Jahr. Für Pflegemittel sollte man 30 Euro einplanen. Hinzu kommt gegebenenfalls noch eine Servicepauschale, die neben Lieferung, Montage und Einbau auch beinhaltet, dass für eine bestimmte Zeit der Kern der Matratze ausgetauscht werden kann, falls er doch zu hart oder zu weich ist.

Füllmaterialien und -menge

Ins Wasserbett selbst passen gut zwei Wannen voll Wasser. Im Inneren der Matratze sind aber nicht nur Wasser, sondern auch eine Kern, der offizielle "Wasserkern", der aus verschiedenen Materialien besteht. Diese sind u.a. dafür verantwortlich, wie „hart“ die Matratze ist oder auch wie sehr es beim Umdrehen „schaukelt“. Durch die Schichten im Wasserkern kann geregelt werden, wo der Körper beim Schlaf besonders gestützt werden. Wichtig dabei, wie bei jeder anderen Matratze auch: Die Wirbelsäule muss beim Liegen gerade sein. „Die Einstellmöglichkeiten bei Wasserbetten sind durch die Verwendung verschiedener Materialien und der Füllmenge des Wassers viel besser regelbar. Bei herkömmlichen Betten muss dafür der Lattenrost recht kompliziert eingestellt werden“, sagt Guido Bochow vom Fachgeschäft.

Wie bei einem herkömmlichen Doppel-Bett können beide Schlafseiten unabhängig voneinander befüllt und temperiert werden - je nach Gewicht, Größe und Schlafposition. Die „Schwingung“ kann nicht von der einen zur anderen Kammer übertragen werden kann. Und noch etwas ist unmöglich: Ein Wasserbett kann nicht platzen. Dafür besteht es aus zu vielen Schichten, die das verhindern.

Die richtige Pflege

Was viele nicht wissen: Das Wasserbett wird im Idealfall nur ein einziges Mal befüllt und hält dann für Jahrzehnte. „Damit das Bett so lange hält, müssen jedoch drei Pflegehinweise eingehalten werden“, gibt Bochow zu bedenken:

  1. Beim Befüllen sollten ALLE dafür benutzten Hilfsmittel, also beispielsweise auch der Schlauch, gereinigt und desinfiziert werden. So kann man verhindern, dass Schmutz und Bakterien in die Matratze gelangen, die später zu Gestank oder gar Schimmel führen können.
  2. Einmal im Jahr muss eine Flasche einer bestimmten Flüssigkeit, ein sogenannter „Konditionierer“, hinzugegeben werden. „Die verhindert die Bildung von Bakterien und Algen, welche sonst im 26 Grad warmen Leitungswasser hervorragend wachsen.“
  3. Mindestens zwei- bis dreimal im Jahr muss zudem der oberste Bezug der Wasserbetten abgezogen und in der Waschmaschine gereinigt werden. Gleichzeitig sollte das Bett mit einem Pflegespray oder einem Pflegetuch gereinigt und vom Staub befreit werden. „ Wer sich daran hält, hat auch noch nach Jahren ein so sauberes Bett wie am Anfang.“

Wasserbetten im häuslichen Bett einbaubar

Das Wasserbett selbst ist nicht höher als 25 Zentimeter. Dieser liegt in der Regel in einer Schaumwanne auf einem Sockel. Die Höhe des Unterbaus ist frei wählbar, so dass damit auch die Höhe des Bettes den eigenen Wünschen angepasst werden kann. Einen Rahmen braucht die Schaumwanne incl. Wasserkern eigentlich nicht. „Allerdings hat man die Möglichkeit, das Wasserbett in einen Rahmen einzusetzen. Dieser muss nichts tragen, das hat rein optische Gründe. Dafür kann man sogar den eigenen Bettrahmen zu Hause nutzen, wenn man Lattenrost, Matratzen und Mittelstrebe entfernt.“ Auch normale Laken können für ein Wasserbett verwendet werden – allerdings muss man darauf achten, dass ein Wasserbett keine „Besucherritze“ hat. Deshalb kommen nur Laken in Frage, die über beide Betthälften gespannt werden können.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 27. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2017, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps