Quicktipp: Lupenreine weiße Wäsche Was hilft wirklich?

weiße Handtücher in einem Korb
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Umschau-Quicktipp Wäsche

Wäsche

MDR JUMP Mo 28.08.2017 02:10Uhr 01:41 min

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Hersteller namhafter Waschmittel versprechen immer wieder: Auch weiße Wäsche wird wieder lupenrein sauber - ein Waschgang reicht aus, ganz egal, welche und wie hartnäckig die Flecken darauf sind. Doch welche Waschmittel können das wirklich? Ist flüssiges Waschmittel genauso effektiv wie das in Pulverform? Sind farbschonende Waschmittel genauso gut wie Vollwaschmittel? Und wie wird vergraute Wäsche wieder weiß?

Hartnäckige Flecken auf weißer Wäsche

ein blauer Kulifleck auf einem weißen Hemd
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Wer kennt es nicht: Flecken sind besonders auf heller bis weißer Kleidung sehr ärgerlich. Denn vor allem dunkle Flecken wie Kaffee, Tomaten- und Bratensoßen, Rotwein sowie Schmiere oder Rost sind nur schwer zu bekämpfen. Aber auch fettige Lebensmittel können böse Rückstände hinterlassen. Sind diese Flecken dann noch eingetrocknet, gibt es kaum noch eine Chance, diese jemals wieder entfernt zu bekommen.

Grau ist das neue Weiß

Noch schlimmer als Flecken auf weißer Wäsche ist jedoch weiße Wäsche, die eigentlich grau ist. Schlechte oder zu niedrig dosierte Waschmittel halten abgelösten Schmutz nur unzureichend in der Waschlauge. So kann er erneut auf die Textilfasern aufziehen, statt mit dem Spülwasser abzufließen. Je mehr Schmutz sich nach und nach auf dem weißen Hemd ablagert, desto deutlicher zeigt sich „das Grauen“ – oft schon nach wenigen Wäschen. Auch farbige Textilien in der Trommel verfärben Weißes und lassen es grau aussehen. Entfärber, Aufheller, Wäscheweiß-Tücher oder auch einfach Vollwaschmittel versprechen Abhilfe. Als allseits beliebte Hausmittel werden auch Zitronensäure und Backpulver gern erwähnt. Doch was ist wirklich effektiv?

Flüssig verliert gegen Pulver

Der Grund: Viele Waschpulver haben, was Flüssigwaschmitteln fehlt - Bleichmittel, die weiß machen, Zeolithe, die das Wasser enthärten und Hilfsstoffe, die den Schmutz festhalten. Alle drei Substanzen bleiben in Pulverform länger stabil. In flüssigen Waschmitteln fehlen sie häufig. Ohne Hilfsstoffe schwimmt der gelöste Schmutz frei in der Waschlauge und legt sich als Grauschleier wieder über die Wäsche.

Vollwaschmittel das Nonplusultra

Waschpulver im Dosierbecher
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Um hartnäckige Flecken und Schmutz aus weißer Wäsche zu entfernen, eignen sich am besten pulverförmige Vollwaschmittel. Ihre Bleichmittel entfernen farbige Flecken wie Rotwein und Kaffee, die enthaltenen Enzyme spalten auch eiweißhaltige Flecken wie Blut gut auf. Ebenfalls vorhandene Tenside wiederum wirken gut gegen Öle und Fette jeglicher Art. Gegen Grauschleier helfen die optischen Aufheller im Vollwaschmittel. Sie legen sich während des Waschens auf den Textilien ab und bleiben darauf haften. Dadurch erscheint die Wäsche optisch weißer.

Schonwaschgänge nichts für verschmutzte weiße Wäsche

Eine reelle Chance, stark verschmutzte weiße Wäsche wieder sauber zu bekommen, hat man allerdings nur, wenn die Dosierung auch stimmt. Viel zu oft wird Waschmittel nach Gutdünken verwendet. Beachte also immer auch die Hinweise auf der Verpackung. Sie informieren darüber, wie viel Waschmittel für welche Wasserhärte, Verschmutzung und Wäschemenge nötig ist. Und auch schonende Waschgänge bei bei nur 40 oder sogar 30 Grad entfernen Flecken aus weißer Wäsche nicht wirklich. Denn die dafür zuständigen Bleichmittel entfalten ihre vollständige Wirkung erst ab einer Temperatur von 50 Grad aufwärts. Empfindliche oder farbliche Textilien kann man zur Faserschonung kälter waschen, muss man aber nicht. Weiter helfen hier meist die Pflegehinweise im Wäscheetikett.

Hausmittel mäßig bis gar nicht wirksam

Die viel gelobte Zitronensäure bringt bei einem 60-Grad-Waschgang nicht nur wenig Zitronenduft, sie erzielt auch kaum Erfolge. Auch als Aufheller für vergraute Wäsche versagt die Zitrone. Selbst längeres Einweichen und erneutes Waschen hilft nicht.  Ähnlich verhält es sich mit Backpulver: Graue Wäsche bleibt grau. Anders hingegen sieht es bei hartnäckigen dunklen Verschmutzungen wie Tomatenflecken aus. Hier kann eine Vorbehandlung mit Mineralwasser, Seifenlauge oder Essigessenz zumindest die Chance auf eine vollständige Entfernung erhöhen. Ein Garant sind aber auch die nicht. Besonders schwer wird es bei eingetrockneten Flecken. Hier hilft dann oft nur der Griff zur Gallseife oder einem reinen Bleichmittel. Will man rote Flecken zumindest farblich versuchen aufzuhellen, kann auch die Sonne helfen. Denn die in Tomaten enthaltenen Carotinoide sind äußerst lichtempfindlich. Hänge die Wäsche nach dem Waschen über mehrere Stunden direkt in die Sonne, dann verblassen oder verschwinden die Flecken von ganz allein.

Auch Flecken bekämpfen will gelernt sein

Generell gilt für jeden Fleck: Er muss sofort behandelt werden und möglichst feucht bleiben. Überschüssige Reste sollen eher abgetupft als abgerieben werden, denn so dringen die Farbstoffe erst recht ins Gewebe ein. Schonender für den Stoff ist auch immer die Behandlung von der linken Kleidungsseite. Das Allheilmittel gegen Flecken auf weißer Wäsche gibt es allerdings bis heute nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 29.08.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2017, 02:10 Uhr

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