Quicktipp: Vergleichsportale für Versicherungen So findest du deinen Tarif

Vergleichsportal für Versicherungen
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MDR JUMP Do 02.11.2017 02:10Uhr 01:46 min

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Stichtag ist der 30. November: Bis zu diesem Tag muss beim Wechsel der Kfz-Versicherung bei den meisten Anbietern die Kündigung für die alte Police auf dem Tisch liegen. Erhöht die Versicherung die Preise, dürfen Kunden sogar sofort innerhalb von vier Wochen kündigen. Die Suche nach einem neuen Kfz-Versicherer geht am schnellsten und bequemsten über Vergleichsportale im Internet. Allerdings sind in den Trefferlisten der Portale nicht immer alle Unternehmen mit ihren Angeboten vertreten.

Ein Wechsel der Kfz-Versicherung kann viel Geld sparen.
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Wer den Kfz-Versicherer wechselt, kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Preisvergleiche lohnen sich erfahrungsgemäß vor allem für Fahranfänger, die bisher noch hohe Prämien zahlen müssen, oder für Fahrer, die nach einem Unfall entsprechend hochgestuft wurden. Aber auch, wenn du deinen Tarif schon lange bei ein und demselben Versicherer hast, kannst du mit einem Wechsel unter Umständen kräftig sparen.

Ergebnisse der Preisvergleiche im Internet nicht immer vollständig

Den Vergleich von Kfz-Versicherungen erleichtern kostenlos nutzbare Internetportale. Dort trägst du deine Daten ein und bekommst passende Tarife verschiedener Anbieter mit Preisen und Leistungen ausgewiesen. Wenn du wünschst, kannst du daraufhin mit wenigen Klicks gleich über das Vergleichsportal eine neue Versicherung abschließen. Für solche Neuabschlüsse erhalten die Vergleichsportale dann Provisionen von den Versicherungen. „Es gibt Versicherer, die sich an diesem Modell nicht beteiligen wollen oder generell keine Provision zahlen wollen“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten e.V. Die Angebote dieser Versicherer tauchten dann möglicherweise nicht in den Ergebnislisten auf. Bianca Boss rät daher, immer mindestens drei Portale zu nutzen: „Wenn ich unter den ersten fünf Anbietern immer die Gleichen finde, oder zwei, drei, dann kann ich über die ja auch einen Abschluss machen.“ Nimm dir also Zeit, um mehrere Portale zu checken.

Portale in der Kritik

48 Prozent aller Deutschen glauben, dass sie auf  Vergleichsportalen wie verivox, check24 oder Biallo tatsächlich die jeweils besten Angebote finden. Und deshalb schauen sich die meisten Nutzer erfahrungsgemäß auch nur die ersten fünf bis sieben Treffer an, im Glauben, darunter die Besten zu finden. Da sich die Portale jedoch - ähnlich wie Versicherungsmakler - über Provisionen der Versicherer finanzieren, liegt es nur nahe, dass die Versicherer mit den höchsten Provisionen auch ganz vorne in der Bewertung landen könnten. Verbraucherschützer kritisieren, dass dabei der Kunde die besten Tarife nicht weit genug vorn findet. Weiterer Kritikpunkt: Die großen Portale erscheinen dem Nutzer völlig unabhängig, sind es aber nicht. Und selbst nach entsprechenden Gerichtsurteilen zu einer fairen Darstellung des Geschäftsmodells erfährt der Portalnutzer oft nur nach genauestem Hinschauen, dass das Portal von den Versicherungs-Anbietern bezahlt wird.

Hinzu kommt, dass für den Nutzer nicht nachvollziehbar ist, welche Kriterien das Ranking innerhalb der Portale beeinflussen. „Die Mehrheit der Verbraucher sieht nach unserer Erfahrung in den Portalen eine unabhängige Beratungsplattform. Sie glauben, das sei eine Art Verbraucherschutz, was natürlich gar nicht der Fall ist“, warnt Bianca Boss.

Kein wirklicher Überblick 

Je komplizierter deine Situation ist, desto ungenauer sind die Empfehlungen der Portale. Nutzt du also dein Auto zum Beispiel nur teilweise privat oder nutzen ein Ehepartner und andere Familienmitglieder das Auto mit, kann das den Tarif kräftig beeinflussen. Viele Situationen werden aber bei den gängigen Vergleichsportalen nicht abgefragt. So können dir Tarife angeboten werden, die für dich gar nicht die günstigsten sind.

Die großen Player sind raus

Hinzu kommt, dass die großen deutschen Versicherer wie Huk-Coburg, Allianz oder R+V auf Portalen wie Verivox oder Check24 gar nicht mehr vertreten sein wollen. Sie brauchen die Werbung nicht und scheuen die hohen Gebühren, die die Portale bei Vertragsvermittlung verlangen. Deshalb tauchen die Angebote dieser Versicherer bei einem Versicherungsvergleich gar nicht erst auf. Auf dem Markt gibt es also unter Umständen viel mehr und eventuell bessere Tarife, die aber auf den Vergleichsportalen gar nicht empfohlen werden. Damit bieten diese Portale auch keine optimale Marktübersicht. Trotzdem sind sie zu einem Preisvergleich mit deinem aktuellen Versicherer durchaus zu gebrauchen. Du solltest aber vor einem wirklichen Wechsel unbedingt noch auf andere Quellen zurückgreifen.

So vergleichst du unabhängig

Frau vergleicht verschiedene Versicherungsangebote
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Eine umfassende Übersicht über Preise und Leistungen der meisten Anbieter liefert jedes Jahr die Stiftung Warentest auf ihrer Seite www.test.de. Dieser Preisvergleich ist aktuell vom 5. Oktober 2017 und kostet einmalig 7,50 Euro. Dafür bekommst du eine Übersicht über fast alle Versicherungsangebote. Auf der gleichen Seite findest du jährlich die aktuellen Versicherungstests von Finanztest. Die sind in der Regel ab Mitte Oktober online und für 2,50 Euro abrufbar. Zusätzlich kannst du hier eine für dich optimale Versicherungsvariante berechnen lassen. Eine Versicherung abschließen geht hier allerdings nicht.

Fazit

Vergleichsportale bieten dir eine schnelle und grobe Übersicht über aktuelle Versicherungstarife. Den wirklich besten Tarif für sich zu finden kostet ein bisschen Zeit. Wichtig: Wechsle deine Versicherung nie in fünf Minuten, auch wenn einige Portale genau damit werben. Versuche vor einem Wechsel mit deinem aktuellen Versicherer einen besseren Tarif auszuhandeln. Versicherungsmakler können deine Tarife von mehreren Versicherungen anbieten. Der klassische Versicherungsvertreter vor Ort hat in der Regel nur die Tarife einer Versicherung im Angebot.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 02. November 0017 | 09:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2017, 02:10 Uhr

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