Quicktipp: Haustiere Wie findet man die passende Tierpension?

Kätzchen
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MDR JUMP Mo 26.06.2017 02:10Uhr 01:52 min

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Wer sein Haustier nicht mit in den Urlaub nehmen kann, will es natürlich gut versorgt wissen. Können Bello und Mauz nicht von Verwandten oder Freunden betreut werden, kommt oft nur eine Tierpension infrage. Die folgenden Hinweise sollen bei der Auswahl helfen:

Besuch ohne Vorankündigung

Tierpensionen
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Eine Recherche im Internet oder in den Gelben Seiten kann helfen, Tierpensionen in der näheren Umgebung ausfindig zu machen. Doch den Bildern auf einer Internetseite oder gutklingenden Erläuterungen am Telefon sollte man nicht allein vertrauen. Ein zusätzlicher unangekündigter Besuch in der gewählten Tierunterkunft hilft festzustellen, wie das Haustier auf die Mitarbeiter und die ungewohnte Umgebung reagiert. Misstrauen sollte aufkommen, wenn die Besichtigung der Einrichtung oder einzelner Räumlichkeiten abgelehnt wird. Die Anbieter sollten trotz der professionellen und kommerziellen Ausrichtung auch spürbare Tierliebe an den Tag legen. Häufig kann man auch Rezensionen über eine Einrichtung im Internet finden. Eine Recherche zu den Erfahrungen anderer kann zusätzliche Informationen bringen, sollte aber auch stets mit einer gesunden Skepsis erfolgen. Beschwerden über die Pension gehen häufig auch beim örtlichen Tierarzt oder dem örtlichen Tierschutzverein ein, weshalb sich eine Nachfrage lohnt. Sicherheit bringen kann auch ein Test in Form eines Probespaziergangs oder Probeschlafens. Beispielsweise bei Hunden kann man so prüfen, wie diese bei Bedarf mit einer Unterbringung zurechtkommen.

Genehmigungen und Tierarztanbindung

Drei Hunde auf einer Brücke
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Betreiber einer Tierpension müssen über einen Sachkundenachweis nach § 11 Tierschutzgesetz verfügen. Genauso sollte man abfragen, mit welchem Tierarzt die Pension zusammenarbeitet, der bei Bedarf auch schnell vor Ort sein kann. Für eine seriöse Tierpension spricht, wenn diese lediglich geimpfte und entwurmte Tiere aufnimmt. Vorsichtig werden sollte man, wenn ein Betreiber nicht nach einem Impfpass fragt.

Hygiene

Eine Tierpension muss nicht klinisch rein sein. Tierhaare und etwas Schmutz gehören dazu, strenge Gerüche allerdings nicht. Decken, Körbchen und Näpfe sollten auf jeden Fall sauber sein und vom Betreiber vor der Benutzung durch ein neues Tier desinfiziert werden.

Personal

Bestenfalls haben die Mitarbeiter eine Ausbildung als geprüfte Tierpfleger. Vor allem jedoch muss eine Einrichtung genügend Pfleger beschäftigen, die sich mit den Tieren beschäftigen. Ein Mitarbeiter allein kann unmöglich gleich gut für eine Vielzahl von Bewohnern sorgen. Üblicherweise betrauern die Tiere zunächst einmal die Abwesenheit ihres Besitzers. Aktivierung und Schmuseeinheiten sorgen dann für willkommene Ablenkung, kosten jedoch auch Zeit. Die Anzahl der aufgenommenen Tiere muss also an die verfügbaren Betreuer angeglichen werden. Zudem muss das Personal ausreichend kompetent sein, um schwierigere Tiere handhaben zu können. Auch mit eventuell benötigten Medikamenten müssen die Mitarbeiter nach Anweisung umgehen können.

Wohn- und Schlafplatz

Katze in einem Korb
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Gute Tierpensionen bieten ausreichend große Schlaf- und Wohnboxen oder Zwinger, die klimatisiert und beleuchtet sind. Die Räume sollten sauber und nicht überfüllt sein. Nur Artgenossen, die auch wirklich miteinander auskommen, sollten zusammengelegt oder in Nachbarschaft gehalten werden. Alle anderen müssen eine Einzelunterkunft bekommen. Ist das nicht möglich, sollte man besser nach einer Alternative Ausschau halten. Alles, was in der zeitweiligen Unterkunft an das Zuhause erinnert, hilft den Tieren. Hunde haben bestenfalls ihre Kuscheldecke dabei, Katzen ihren Schlafkorb. Besonders für Katzen müssen unbedingt genügend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein.

Auslaufmöglichkeiten

Hunde und Katzen benötigen ausreichend Bewegung und dürfen nicht den ganzen Tag in einer Box oder einem Zwinger zubringen. Ein Freilaufgehege beziehungsweise regelmäßige Spaziergänge sind daher unerlässlich. Im Falle von Hunden ist eine nahegelegene Wiese oder ein Wald wünschenswert. Gut ist, wenn der Auslauf der Pensionsgäste auch beaufsichtigt wird.

Ausbruchssicherheit                                                                                  

Haustiere können sich im ungewohnten Umfeld ungewöhnlich verhalten, allein schon weil sie ihre Herrchen oder Frauchen vermissen. Deshalb sollte die Pension durch genügend Zäune gesichert sein.

Individuelle Betreuung

Gute Tierpensionen holen im Vorfeld detaillierte Erkundigungen zu Fressgewohnheiten, individuellen Vorlieben oder Eigenheiten des Tieres ein. Ideal ist es, wenn Besitzer auch das heimische Futter des Tieres mitbringen können. Dies erspart Hund und Katz die Umgewöhnung. Ebenso hilft es, wenn die Pensionsgäste auch Gewohntes wie den eigenen Schlafkorb oder das Lieblingsspielzeug mitbringen dürfen. Für besonders verwöhnte Hausgenossen können per Sondervereinbarung auch Leistungen wie Extra-Kuscheln vereinbart werden. Dies kostet allerdings dann mehr.

Besondere Umstände

Eine verantwortungsvolle Tierpension fragt ab, ob ein Tier kastriert oder etwa läufig ist. Eine läufige Hündin in der Pension bedeutet für andere Hunde enormen Stress. Es kann daher passieren, dass eine läufige Hündin nicht oder nur im Ausnahmefall angenommen wird. Wenn sich keine passende Unterbringung findet, muss die Urlaubsplanung zwangsläufig daran angepasst werden. Ein altes oder krankes Tier könnte die zeitweilige Unterbringung außer Haus schlecht vertragen, im Zweifel sogar dort versterben. Deswegen sollte man diese Variante nur wählen, wenn es gar nicht anders geht.

Preise

Die Preise sind von Region zu Region unterschiedlich. Die Unterbringung einer Katze kostet zwischen 10 und 30 Euro pro Tag, die eines Hundes zwischen 12 und 40 Euro. In größeren Städten muss man allgemein mit höheren Preisen rechnen als in ländlichen Gebieten. Gute Pensionen sind schon weit im Voraus ausgebucht. Es empfiehlt sich daher, frühzeitig anzufragen. Sonderwünsche kosten immer extra. Natürlich kann der Tierhalter auch versuchen, Rabatte auszuhandeln, wenn das Tier längere Zeit bleibt.

Alternativen

Halter, für die eine Tierpension aus verschieden Gründen nicht infrage kommt, sollten die Möglichkeit prüfen, ihre Tiere von einem privaten Tiersitter oder einem anderen Halter betreuen zu lassen. Im Internet finden sich verschiedene Plattformen, die entweder geprüfte Tiersitter vermitteln oder Tierhalter für gegenseitige Betreuungshilfe vernetzen. Auch die Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich dein Tier“ des Deutschen Tierschutzbundes bringt Halter zusammen, die sich im Wechsel um ihre Tiere kümmern wollen. Wichtig ist immer, dass sich Tiersitter und das Tier schon im Voraus aneinander gewöhnen können, wie beispielsweise durch tageweise Betreuungsintervalle.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 26.06.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2017, 02:10 Uhr