Quicktipp: Gesundheit Was taugen Selbsttests aus der Apotheke?

Gluten-Check Test aus der Apotheke
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MDR JUMP Mo 21.08.2017 02:10Uhr 01:58 min

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Selbsttests aus der Apotheke und dem Internet ermöglichen es angeblich jedem, sich zu Hause ein Bild vom eigenen Gesundheitszustand zu machen. Wie bei einem Schwangerschaftstest sollen damit ganz einfach zu hohe Cholesterinwerte, Eisenmangel oder auch Allergien entdeckt werden, so die Theorie. Zwischen 15 und 35 Euro kosten die Tests im Durchschnitt. Doch halten sie ihre Versprechen?

So funktionieren die Tests

Glukose -Test aus der Apotheke
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Bei den meisten Tests sollen die Anwender Blut-, Urin- oder Stuhlproben auf einen Untersuchungsstreifen geben. Die Ergebnisse werden anschließend durch verschiedene Farben oder Linien sichtbar, die mit den Erklärungen  auf dem Beipackzettel verglichen werden müssen.

Sinnvoll bei chronischen Erkrankungen

Besonders sinnvoll sind die Tests laut dem Verbrauchermagazin Ökotest, um den Verlauf einer Krankheit zu begleiten: So lassen sich damit die Blutzuckerwerte von Diabetikern leicht bestimmen, so dass die Betroffenen deswegen nicht zum Arzt müssen. Gleiches gelte für Blutgerinnungs-Selbsttests.

Probleme mit den Tests

Tests zur Erkennung von Krankheiten geraten allerdings immer wieder in die Kritik. Der Grund: „Bei vielen weiß man hinterher nicht viel mehr als vorher, und die erhoffte Beruhigung hält nicht lange an“, so das Fazit von Ökotest.

Ein Glas Wasser
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Problem 1: Die richtige Anwendung

Damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden, muss sich der Anwender genau an die Bedienungsanleitung halten. Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob bestimmte Blutwerte auf nüchternen Magen ausgewertet werden oder nicht.

Problem 2: Die Qualität der Tests

Laut Ökotest gibt es auf dem Markt viele Produkte, die in Qualität und Preis stark variieren können. Außerdem sind bei Selbsttests in der Regel höhere Abweichungen zulässig als bei Arzttests, so dass die Ergebnisse zwangsläufig weniger genau seien, so die Experten. Ein gutes Zeichen ist es laut Ökotest, wenn Tests bei seriösen Institutionen wie dem Paul-Ehrlich-Institut zugelassen sind.

Problem 3: Nur ein Indikator zur Erkennung von Krankheiten

Bei den Tests wird in der Regel nur ein einziger Indikator für eine Erkrankung untersucht, in der Regel sind aber mehrere Indikatoren zur genauen Bestimmung einer Erkrankung notwendig. Zudem kann der untersuchte Indikator leicht beeinflusst werden: So kann ein „Harntest“ zur Erkennung von Diabetes beispielsweise durch große Mengen an Vitamin C, Antibiotika oder eine Schwangerschaft unkorrekt ausfallen.

Fazit

Tests aus der Apotheke können helfen, sich schnell und unkompliziert über den eigenen Gesundheitszustand zu informieren. Sie sollten aber immer nur als erster Anhaltspunkt dienen. Wenn das Testergebnis auf eine Krankheit hinweist, ist ein Arztbesuch ratsam, um die Werte abklären zu lassen. Allerdings sind die Tests nicht immer genau und können auch falsche Ergebnisse anzeigen. Ganz wichtig ist es daher, Warnsignale des Körpers ernstzunehmen und im Zweifel schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen – unabhängig vom Testergebnis.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 21.08.2017 | 9:20 Uhr

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