Quicktipp: Haustier Die beste Ernährung für deinen Hund

Ein Hund bekommt seinen Fressnapf
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MDR JUMP Do 21.09.2017 02:10Uhr 01:54 min

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Weil der Hund schon seit Jahrtausenden der beste Freund des Menschen ist, machen sich Hundebesitzer auch verstärkt Gedanken über das richtige Futter. Dabei sind die Möglichkeiten so vielfältig wie die Meinungen. „Die Palette reicht vom einfachen Trockenfutter übers gekochte Futter bis hin zum sogenannten Barfen, bei dem du deinen Hund roh ernährst. Da gehen die Meinungen bei den Haltern wirklich weit auseinander“, klärt Tierarzt und Hunde-Psychiater Dr. Ronald Lindner auf. Trotz der vielen Möglichkeiten und reichlich guter Futterprodukte werden immer mehr Hunde übergewichtig oder entwickeln eine Allergie. Dabei ist es im Grunde ganz einfach.

Trocken, Nass, Kochen oder Barfen?

Hundezubehör beim Hundemarkt - Trockenfutter
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Ob du deinem Hund das preiswerte Trockenfutter gibst, ihn täglich frisch bekochst oder rohes Fleisch in Ergänzung mit Obst, Gemüse und Getreide anbietest, das ist nach Meinung vieler Experten egal. Wichtig ist, dass du die Ernährung Ihres Hundes seinem individuellen Bedarf an Energie und Nährstoffen anpasst. Alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente müssen im Futter enthalten sein. Und da sieht es bei den angebotenen Produkten nach Meinung unseres Experten für den Hund glänzend aus: „Es sind da praktisch keine Mangelerscheinungen mehr möglich. Selbst das billigste Fertigfutter ist so ausgewogen, dass dein Hund alles bekommt, was er braucht.“ Vorteil dabei: Auf Trocken- und Nassfutterpackungen findest du eine grobe Richtlinie für die  richtige Futtermenge. Trockenfutter ist für gesunde Hunde ausreichend. Nassfutter hilft aufgrund der zusätzlichen Feuchtigkeit Hunden, die wenig trinken. Außerdem locken die enthaltenen Fleischstücke auch fressfaule Hunde an den Napf.   

Problem beim Barfen und Kochen

Viele Besitzer barfen ihren Hund. Das bedeutet, er bekommt ausschließlich rohes Futter. Neben Fleisch gibt es dabei Obst, Gemüse und mitunter auch Getreide. Dahinter steckt die Theorie, dass der Hund vom Wolf abstammt und Wölfe sich ja auch ausschließlich roh ernähren. Andere Besitzer kochen ihrem Hund ganze Menüs, wegen der besseren Verdauung und größeren Vielfalt. Fakt ist: Bei beiden Arten der Fütterung ist eine genaue Berechnung der Nährstoffe und Energie, die der Hund mit dem Futter bekommt, schwierig bis unmöglich. Mangel oder Überversorgung können die Folgen sein.

Gutes Futter muss nicht teuer sein

„Wenn du heute Tierfutter in einem normalen Preisrahmen kaufst, dann sind deine Haustiere bestens versorgt“, sagt Dr. Fechner. Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr diese Aussage bestätigt. Von 23 getesteten Alleinfuttern bekamen 19 Produkte ein sehr gut oder gut. Beim preiswertesten Trockenfutter kostete die Tagesration für einen mittelgroßen Hund ganze 18 Cent. Damit hat der Hund alles, was er braucht. Für preiswertes Nassfutter bezahlst du durchschnittlich 2,80 Euro pro Tag. Der Preis beim Barfen und Kochen liegt in der Regel deutlich über diesen Werten.

So fütterst du richtig

Wiege das Futter grundsätzlich ab oder gib es mit einem Messbecher, so bist du bei der Menge immer sicher. Biete deinem Tier außerdem immer frisches Wasser an. Achte darauf, dass dein Tier mit zunehmendem Alter immer weniger Futter braucht. Bei altersbedingten Krankheiten und Problemen besprich mit dem Tierarzt, welche Futtermischung und –menge für deinen Hund ideal ist. Auch Welpen brauchen ein spezielles Futter, weil sie bestimmte Eiweiße noch nicht richtig und in großen Mengen verarbeiten können.  Hast du mehrere Haustiere, füttere verfressene oder übergewichtige Hunde immer getrennt von den anderen, damit kein Futterneid entsteht. Füttere höchstens zwei- bis drei Portionen am Tag und nur selten ein Leckerli.

Daran erkennst du falsche Ernährung

Aufmerksame Hundebesitzer erkennen schnell, ob ihrem Tier etwas fehlt. Das können Zeichen für eine falsche Ernährung oder gar Allergie sein:

     - das Verhalten des Hunde ändert sich, er wird still oder aggressiv
     - das Fell verliert seinen Glanz
     - der Hund setzt ungewöhnlich viel oder wenig Kot ab und es ändert sich dessen Konsistenz.

Problem: Übergewicht

Hunde haben oft das gleiche Problem wie ihre Besitzer: ein Zuviel an Nahrungsangebot und zu wenig Bewegung. Tierarzt Dr. Lindner beschreibt das so: “In der Regel ist es gar nicht das normale Futter, das die Tiere zu sich nehmen. Da achten die meisten Besitzer wirklich auf gute Qualität in der notwendigen Menge. Schuld sind eher die Extras, wie Leckerlis, Kauknochen oder andere Snacks.“ Wie uns Menschen die Chips oder Salzbrezeln auf der Couch dick machen, sorgen die oft als Belohnung eingesetzten Leckerlis bei den Tieren für eine zu große Energieaufnahme.

Das Idealgewicht für deinen Hund

Ein Hund sitzt in einer Tierarztpraxis auf einer Waage.
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Das Idealgewicht findest du in entsprechenden Tabellen. Die bekommst du beim Tierarzt oder im Internet. Hier findest du auch Formeln zur Berechnung des Body-Mass-Index. Der richtet sich vor allem nach dem Verhältnis von bestimmten Knochengrößen zum Brustumfang. Mit der richtigen Formel, einem Maßband und ein wenig Geduld ist das auch für Ungeübte machbar. „Einen stark von der Norm abweichenden Gewichtszustand siehst du aber mit dem bloßen Auge“, erklärt unser Tierarzt.

Ernährungsumstellung

Auch bei hartnäckigem Übergewicht deines Hundes suchst du am besten den Tierarzt auf. Mit ihm besprichst du Ursachen und Behandlungsmethoden und die richtige Ernährung. Dann besorgst du h das richtige Futter. „Die Futtermittel sind speziell auf die Bedürfnisse deines Haustiers im jeweiligen Alter ausgerichtet. Daran solltest du dich orientieren“, so der Experte. Anders gesagt, sollte der Hundewelpe nicht das Futter für den ausgewachsenen Hund bekommen. Sein Energie- und Nährstoffbedarf ist einfach ein anderer. Setz dein Tier nicht auf eine Nulldiät. Reduziere das Futter lieber jeden Tag etwas, bis die ideale Menge erreicht ist. Teile die Futtermenge auf drei bis vier Tagesrationen auf. Ein Tag pro Woche ganz ohne Futter macht wenig Sinn, da die Tiere später umso mehr fressen wollen. Ein normal entwickelter Hund wird ohnehin ständig mehr fressen wollen, als er braucht.

Das geht gar nicht

Auch wenn du deinen Hund noch so magst und ihm etwas Gutes tun möchtest, füttere ihn nie mit Schokolade. In größeren Mengen ist die für den Hund genauso giftig wie Weintrauben und Zwiebeln. Auch Rosinen, Knoblauch, rohe Bohnen und sogar Avocados in großen Mengen sind Gift für den Hund, ebenso wie frische Teigwaren mit darin enthaltener Butter und Milch. An kleinen und brüchigen Knochen können sich Hunde beim Kauen schnell im Verdauungssystem verletzten. 

Früher war nicht alles besser

Vor dreißig Jahren war das heutige Tierfutterangebot undenkbar. Haustiere bekamen Reste oder Abfälle. Dass wir mit dem heutigen Futterangebot auf dem richtigen Weg sind, erklärt Tierarzt Dr. Lindner so: „Den Tieren ging es ja damals nicht besser, die sind oft sogar früher gestorben. Heute bekommen die Tiere in jedem Alter optimales Futter und werden auch dadurch immer älter.“

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 21. September 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 02:10 Uhr

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