Quicktipp: Gesundheit Richtig auf eine OP vorbereiten

Wenn du erfährst, dass du operiert werden musst, solltest du Ruhe bewahren. Lass die Information sacken und schlafe eine Nacht darüber. Dann erst solltest du dir sortiert und so entspannt wie möglich Gedanken machen über:

  • das richtige Krankenhaus,
  • eine ärztliche Zweitmeinung, falls du Zweifel an der Notwendigkeit der OP hast,
  • den richtigen Termin, der für dich und dein familiäres Umfeld passt,
  • die Kosten, die je nach Art deiner Krankenversicherung und OP auf dich zukommen könnte,
  • einen Beratungstermin im Krankenhaus, bei dem du alle wichtigen Informationen zur OP abfragst,
  • alle Unterlagen und Ausweise, die du zur OP ins Krankenhaus mitbringen musst,
  • eine Liste, auf der du all diese Dinge einträgst und nach und nach in Ruhe abarbeitest.

Informiere dich gut

Einer Patientin, die auf einem OP-Tisch liegt, wird eine Narkosemaske aufs Gesicht gelegt.
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Hast du Zweifel am Sinn oder Nutzen der OP, dann kannst du dir eine Zweitmeinung einholen. Die Kosten dafür übernehmen einmalig die Krankenkassen. Gerade bei schweren Krankheiten mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten kann eine Zweitmeinung sinnvoll sein. Im besten Falle wirst du bei deiner Entscheidung für die OP bestärkt. Patienten, die sich überzeugt und mit einem guten Gefühl operieren lassen, haben bessere Aussichten auf einen Heilerfolg als Zweifler.  

So findest du das richtige Krankenhaus

Befrage deinen Hausarzt und Bekannte, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Am besten und sichersten wirst du in Kliniken operiert, für die der Eingriff Routine ist, in denen also die OP häufiger durchgeführt wird.

Für den Patienten selbst mag da mancher Ablauf fast fabrikmäßig erscheinen, aber gerade das garantiert ein eingespieltes Team und die wenigsten Fehler.

So lässt du dich richtig aufklären

Eine Ärztin spricht mit einem Patienten.
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Gehst du mit einer Liste all deiner Fragen in das Aufklärungsgespräch. Hake beantwortete Fragen ab und unterschreibe die Aufklärungsformulare erst, wenn du alles verstanden hast und keine Fragen mehr offen sind. Auch wenn dir deine Fragen zur Operation vielleicht komisch oder zu detailliert vorkommen, frage alles, was dich interessiert oder ängstigt. Du hast das Recht, wirklich alles über deine OP zu erfahren. In allen Aufklärungsunterlagen werden dir zudem alle möglichen Risiken und Nebenwirkungen aufgezählt. Sprich deine Bedenken an und frag im Zweifel nach einem Beruhigungsmittel vor der OP. So musst du nicht voller Ängste in die OP gehen. Mach eine Liste mit allen Krankheiten und Medikamenten die du dagegen einnimmst. Auch ein Kopfschmerzmittel, das du nur hin und wieder nimmst, könnte mit seiner blutverdünnenden Wirkung entscheidenden Einfluss auf deinen Zustand haben.

Langfristige Vorbereitung

Ältere Menschen im Fitnessstudio beim Spinning.
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Körperlich fitte Menschen überstehen eine OP besser als untrainierte. Auch die anschließende Heilung verläuft bei ihnen besser. Hast du also genügend Zeit vor der OP, dann ist es sinnvoll, ein bis zwei Monate im Vorfeld gezielt Sport zu treiben. Ausdauer, Muskeln, Atmung und das Herz-Kreislaufsystem kannst du so sanft auf Vordermann bringen. Hau-Ruck-Aktionen ein paar Tage vor der OP haben hingegen wenig Sinn. Sprich mit deinem Arzt darüber, welche Sportarten in welcher Intensität sinnvoll sind. Versuche dich gesund zu ernähren, wenig Alkohol zu trinken und möglichst nicht zu rauchen. Sollte das Risiko starker Blutungen bestehen, nutze die Möglichkeit zur Eigenblutspende.

Kurzfristige Vorbereitung

Versuch auch kurzfristig, nicht mehr zu rauchen. Das kann helfen, deinen Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen. Ernähre dich gesund und trinke keinen Alkohol mehr. Vereinbare ein paar Tage vor der OP einen Termin beim Hausarzt. Er kann beurteilen, ob du für die OP wirklich fit bist, und stellt deine Medikamente in Abstimmung mit dem Krankenhaus so ein, wie es für die OP nötig ist. Kläre mit Freunden und Verwandten ab, wer dich im Krankenhaus besucht, sich um deine Wohnung, die Post und gegebenenfalls das Haustier kümmert.

Im Krankhaus selbst bist du in deiner Bewegungsfreiheit vielleicht nicht so stark eingeschränkt, du darfst das Klinikgelände jedoch in der Regel nicht verlassen.

Der Tag vor der OP

Je nach Art und genauem Termin deiner OP informiert dich das Krankhaus darüber, was du am Vortag noch essen und trinken darfst. Nimm nur noch die abgesprochenen Medikamente. Wasch und rasiere dich, pflege Zehen- und Fingernägel. Entferne Nagellack und am besten Schmuck und Piercings. Das wird dir vor der OP ohnehin abgenommen.

Pack deine Tasche nach einer Checkliste, die du in jedem Krankenhaus bekommst. Am wichtigsten sind alle medizinischen Unterlagen, Überweisungs- und/oder Einweisungsschein und Versicherungsdokumente. Pack deinem Aufenthalt entsprechend Wechselwäsche, Waschutensilien und Sachen zur Unterhaltung wie Bücher, Zeitschriften oder Rätselhefte ein. Nimm gegebenenfalls dein Mobiltelefon mit. Lass Schmuck und andere Wertgegenstände zu Hause. Sorge dafür, dass du unter allen Umständen pünktlich im Krankhaus ankommst. Ein durcheinander gebrachter OP-Plan ist nicht optimal für die Krankhausroutine.   

Sage die OP ab, wenn:

  • Du dich unmittelbar davor nicht fit und gesund fühlst,
  • Du kurzfristig erkrankt bist, erkältet bist und Fieber hast,
  • Du starke Ängste und Zweifel hast.

Immer bereit

In einem OP-Saal steckt ein Arzt an einem Tisch mit Operationsbesteck mit einer Hand, die in einem sterilen Gummihandschuh steckt, einen Tupfer in eine Zange.
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Auch ein Arbeitsunfall, eine plötzliche schwere Erkrankung oder eine sonstige Verletzung können eine Operation notwendig machen. Darauf kannst du dich selbstverständlich nicht langfristig vorbereiten. Trotzdem solltest du Folgendes immer bei dir haben:

  • Einen Ausweis mit deiner Blutgruppe und wichtigen Medikamenten, die du einnimmst,
  • alle versicherungsrelevanten Ausweise,
  • eine Information, wer im Ernstfall zu benachrichtigen ist.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 15. November 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017, 02:10 Uhr