Quicktipp: Urlaub Online-Reiseportale im Test

Die Experten von "Stiftung Warentest" untersuchten von August bis November 2016 acht Online-Vermittlungsportale, die Reisen unterschiedlicher Veranstalter vermitteln, sowie sechs Portale von Unternehmen, die ausschließlich oder teilweise Reisen ihrer eigenen Veranstalter anbieten. Suchfunktion, Beratungsqualität, Buchungskonditionen sowie Nutzerfreundlichkeit der Website lagen dabei besonders im Fokus.

Preis

Alle getesteten Portale arbeiten mit der Datenbank von "Traveltainment". Damit zahlt man für die identische Pauschalreise immer auch den identischen Preis, egal bei welchem Portal. Allerdings ist das Sortiment zum Teil ein anderes: So vermitteln Portale zum Teil nicht alle der 120 Veranstalter mit denen "Traveltainment" zusammen arbeitet. Vergleichen zwischen den Portalen kann sich also lohnen. In jedem Fall sollten Nutzer den angezeigten Preis im Blick haben. Von 30 geprüften Reisen änderte sich bei etwa jeder vierten der anfangs angezeigte Preis - meistens nach oben. Besonders negativ fiel hier "Ab-in-den-Urlaub" auf: 17 von 30 Reisen wurden letztlich teurer. Weitgehend Preisstabil blieben hingegen "Check24", "Holidaycheck"," ITS", "Schauinsland-Reisen" und "Tui".

Beratung

Im Test gab es fast durchgehend Schwachstellen in der Beratungsqualität. Bester in punkto Beratung ist "Schauinsland.de" mit der Note "befriedigend“.

Buchen und Stornieren

Beim Stornieren hatten die Tester nichts auszusetzen. Hier haben sich die Online-Reiseportale im Vergleich zu einem früheren Test sogar verbessert. So gab es immer mindestens eine gängige Zahlungsmethode ohne Aufschlag.

Achtung bei dynamischen Reisepaketen

Etwa die Hälfte aller Pauschalangebote sich dynamisch. Dies ist meist durch ein x im Veranstalternamen erkennbar. D.h., sie werden vom Computer im Moment der Buchung zu einem Paket zusammengeschnürt. Der Haken daran: Es kann vorkommen, dass einzelne, für eine Pauschalreise typische Leistungen fehlen, zum Beispiel der Transfer zum Hotel. Zusätzlich sind bei diesen Angeboten zum Teil hohe Anzahlungen (im Test fast immer bei "Tropo") bis zum vollen Reisepreis fällig. Aber Achtung: Gesetzlich zulässig als Anzahlung sind maximal 20 Prozent des Gesamtpreises.

Gesamtergebnis

Von den sieben Portalen mit der Note "gut“ hatte "Tui" die Nase vorn . Sechs Portale erreichten ein "Befriedigend". "Ab-in-den-Urlaub" belegt mit Abstand den letzten Platz bei den Testern von "Stiftung Warentest". Der Grund sind häufige Preissteigerungen während des Buchungsvorganges und eine unübersichtliche Website mit jeder Menge Werbung. Zudem versucht der Anbieter sehr offensiv den Kunden zu kostenpflichtigen Versicherungs-Abos zu drängen. Unerfreulich: Auf den Internetseiten aller Anbieter laufen im Hintergrund Programme, die Kundendaten aus Suchanfragen speichern und für Marketingzwecke nutzen. Zwar kann man Cookies über die Computereinstellungen verbieten, allerdings funktionieren viele Portale ohne Cookies nicht mehr richtig. Wer bei der Suche die Angebote möglichst vieler Veranstalter vergleichen möchte, sollte ein Vermittlungsportal wählen. Trotz Note "ausreichend" in der Beratungsqualität überzeugten hier "Holidaycheck", "Lastminute.de", "Onlineweg.de" und "Weg.de".

Tipps bei Onlinen-Reiseportale Stornierung: Anders als bei anderen Verträgen gilt bei Reisen kein 14-tägiges Widerrufsrecht. Daher sollte man vor der verbindlichen Buchung unbedingt penibel und in Ruhe alle Reisedaten noch einmal durchgehen. Stornierung kann sonst teuer werden. Die Gebühren hierfür richten sich nach dem Stornierungszeitpunkt. Laut Rechtsprechung angemessen sind zum Beispiel 20 Prozent des Reisepreises bis 22 Tage vor Reiseantritt und 55 Prozent ab dem 6. Tag.

Versicherung: Wenn man nicht genau aufpasst, kann es bei einzelnen Anbietern dazu kommen, dass man statt einer einfachen Reiseversicherung ein Versicherungs-Jahresabo abschließt. Besondere Obacht hier laut "Stiftung Warentest" bei "Ab-in-den-Urlaub", "Check24", "Neckermann", "Onlineweg.de" und "Opodo". Grundsätzlich lohnt es sich Reiseversicherungen zu vergleichen.

Sicherungsschein: Erst zahlen, wenn der Reiseveranstalter den Sicherungsschein zugestellt hat. Dieser gilt als Nachweis, dass er gegen Insolvenz versichert ist.

Zahlungsart: Es ist vorgeschrieben, dass die Anbieter mindestens eine gängige Zahlungsart kostenfrei anbieten müssen. Achte in der Adresszeile auf das vorangestellte Kürzel "https" und das Schlosssymbol. Sie zeigen an, dass die Daten verschlüsselt und damit sicher übertragen werden.

Trefferlisten: Nicht immer ist die Reihenfolge der Angebote ganz objektiv und schon gar nicht transparent für den Kunden. Zum Teil rutschen Angebote nach oben, weil die Anbieter dem Portal Geld dafür zahlen. Sortiere die Trefferliste neu, etwa nach Preis, Bewertungen oder Entfernung!

Fazit

Wer seine Reise online bucht, sollte auf einige typische Fallen achten. Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hat festgestellt, dass Kunden die online ihre Reise buchen im Schnitt neun Stunden mit der Informationssuche beschäftigt sind und dabei 13 Internetseiten besuchen. Eine Zeitersparnis zum Reisebüro gibt es also nicht wirklich. Und da bei klassischen Pauschalreisen die Angebote, egal ob online oder im Reisebüro, zumeist von der gleichen Datenbank ("Traveltainment") stammen, gibt es zumindest online keinen Preisvorteil.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 17.02.2017 | 9 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2017, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps