Quicktipp: Besser schlafen Können Nackenstützkissen helfen?

Das richtige Liegen mit Kissen

Mann mit Nackenschmerzen
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Wenn man schläft, sollte die Wirbelsäule immer gerade sein: Bei Seitenschläfern darf sie nicht seitlich abknicken, bei Rückenschläfern nicht nach unten oder oben. Ansonsten kann das schnell zu dauerhaften Schmerzen im Hals- und Nackenbereich führen. Ein gutes Kissen sollte so befüllt sein, dass es die gerade Form der Halswirbelsäule im Schlaf stützt und die Nackenmuskulatur entlastet. Je nachdem, wie tief der Oberkörper in die Matratze einsinkt, sollte die Lage der Halswirbelsäule durch ein Kissen entsprechend ausgeglichen werden. Welches Kissen schlussendlich zu einem passt, hängt von Schlafposition, Schulterproportion, Körpergewicht und Härte der verwendeten Matratze ab. Wer beispielsweise breite Schultern hat, braucht ein höheres Kissen als eine zierliche Person.

Klassisches Kissen nicht für jedermann

Klassische Federkernkissen stützen laut Hans-Peter Brix von Stiftung Warentest „vor allem Seitenschläfer mit schmalen Schultern und Rückenschläfer meist gut ab.“ Breitschultrige Seitenschläfer haben damit oft Probleme und sollten daher ein Nackenkissen ausprobieren, wenn sie regelmäßig Nackenschmerzen haben.

Spezielle Nackenstützkissen muss man testen

So unterschiedlich Spezialkissen aussehen, sie alle haben eine Funktion: Sie sollen die Halswirbelsäule im Schlaf abstützen. Bei einigen Kissen lassen sich dafür einzelne Elemente entnehmen, so dass man die Höhe des Kissens dem eigenen Körpergewicht und der Schlafposition anpassen kann. Liegt der Kopf nämlich zu hoch oder zu tief auf dem Kissen, knickt die Halswirbelsäule ab und es kann erst recht zu Verspannungen kommen. Einige Nackenstützkissen, die keine herausnehmbaren Lagen vorhalten, haben verschieden hohe Schlafwölbungen integriert, in die der Kopf gelegt werden soll, um die Nackenmuskulatur zu entspannen und die Halswirbel zu stabilisieren.

Junge Frau schläft in einem Bett.
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Welches Kissen tatsächlich zur eigenen Schlafposition passt, kann man nur durch Probieren herausfinden – und zwar entweder auf der eigenen Matratze oder im Geschäft auf einer Matratze, die ähnlich hart ist wie die eigene. Zu Hause sollte der Partner prüfen, ob die Wirbelsäule vom Hals bis zum Steiß eine gerade Linie bildet, wenn der Kopf auf dem neuen Kissen liegt. So gebettet, können sich Muskeln entspannen und Bandscheiben regenerieren. Vorsicht: Viskoseschaumkissen passen ihre Form erst durch die Wärme des Kopfes beim Liegen an. In kühlen Schlafzimmern kann dies länger dauern.

Größe des Kissens entscheidend

Klassische Federkernkissen sind sehr groß – meist 80 x 80 Zentimeter. Das führt fast zwangsläufig dazu, dass auch die Schultern mit auf dem Kissen liegen – und nicht richtig in die Matratze einsinken. Die Folge: Nacken und Muskeln können verspannen. Nackenkissen wollen dem vorbeugen und sind deshalb meist schmaler. Achte besonders auf die Abmaße, wenn du dich im Schlaf viel bewegst.

Tester sind skeptisch

Nackenstützkissen gibt es in den verschiedensten Preisklassen, angefangen bei knapp 20 Euro bis zu angeblichen High-Tech-Nackenstützkissen für mehrere hundert Euro. Nur vier von 20 Nackenstützkissen überzeugten Hans-Peter Brix von Stiftung Warentest. Drei von ihnen sind als Allrounder sowohl für Rücken als auch für Seitenschläfer geeignet. Gute Modelle, wie Diamona Climatic und Paradies ReVita Ergonomic, kosten allerdings mindestens 80 Euro.

Das teuerste Kissen im Test für 145 Euro bekommt indessen nur die Note „ausreichend“. Größter Kritikpunkt und Auslöser für die vielen schlechten Bewertungen: Viele Anbieter geben nicht an, wie das Kissen zu liegen hat, um die Halswirbelsäule im Schlaf richtig zu entlasten. Nutzt man das Kissen falsch, kann es auf Dauer zu zusätzlichen Schmerzen führen.

Bauchschläfer brauchen kein Kissen

Verspannungen treten früher oder später vor allem bei Bauchschläfern ein. Wer so schläft, dreht den Kopf fast 45 Grad nach links oder rechts. Das ist eine extreme Belastung für die Halswirbel. Ohne Kissen wird die Belastung etwas reduziert. Besser wäre es allerdings, wenn eine Umgewöhnung in eine andere Schlafposition erreicht werden könnte. Eine Matratze, in die der Körper wie bei einem Seitenschläfer einsinkt, könnte helfen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 29. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2017, 00:00 Uhr

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