Quicktipp: Mückenstiche Was hilft gegen die Plagegeister?

eine Tigermücke auf einem Arm
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Eine Mücke sticht in einen Finger.
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Umschau-Quicktipp Mücken

Mücken

MDR JUMP Mo 21.08.2017 17:06Uhr 02:10 min

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Schon im vergangenen Jahr fanden die Plagegeister optimale Bedingungen. In diesem Jahr fühlen sie sich noch wohler. Viel Regen, dann Hitze: So lieben es die Mücken. In diesem Jahr begann der Sommer schon früh, deshalb konnten auch die Mücken frühzeitig mit der Vermehrung starten. In der Hochzeit im August und September dauert es nur zwei Wochen, bis die nächste Generation schlüpft.

Gefahr durch invasive Arten?

Es gibt über 20 Mückenfamilien in Deutschland. Davon stechen aber nur drei: Stechmücken, Kriebelmücken und Gnitzen. Es zeichnet sich aber ab, dass wir im Zuge des Klimawandels noch weitere Arten kennenlernen werden. Die asiatische Tigermücke zum Beispiel. Die aus Asien stammende Tropenmücke kann über 20 gefährliche Krankheiten übertragen - darunter das Dengue-Fieber und den Zika-Virus. In Südeuropa hat sich die exotische Art schon etabliert. Seit 2015 gibt es die markant gestreifte Mücke auch in Thüringen. Noch ist die Population sehr klein. Doch die Tigermücke liebt es warm. Das heißt, sie wird sich im Zuge der globalen Erwärmung in Zukunft auch bei uns immer wohler fühlen.

Bisher gibt es in Deutschland keine gefährlichen Krankheitserreger, die von Mücken übertragen werden. Problematisch sind die Stiche der Exoten dennoch, weil unser Immunsystem stärker auf ihren Eiweißcocktail reagiert, den sie beim Stechen unter die Haut spritzen.

Fiese, kleine Stecher

Gemeine Stechmücke, Ringelmücke, Trauermücke, Kriebelmücke - welche Mücken sind da draußen unterwegs und piesacken uns? Hier eine Galerie ausgewählter Plagegeister.

Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Bildrechte: imago/blickwinkel
Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Bildrechte: imago/blickwinkel
Kriebelmücke
Die Kriebelmücke - Biologen unterscheiden 50 verschiedene Arten in Deutschland. Ihre Weibchen sind Blutsauger. Aber sie lieben Rinder. Bildrechte: IMAGO
Ringelmücke
Große Hausmücke, Ringelmücke auch Ringelschnake. Über einen Zentimeter groß und das ganze Jahr aktiv. Hinterlässt beim Stechen oft auch Entzündungen. Bildrechte: IMAGO
 Buschmücke
Die Asiatische Buschmücke - ist erst seit 20 Jahren bei uns zu finden. Sie gilt auch als Überträger verschiedener Krankheiten, wie etwa des West-Nil-Virus'. Bildrechte: IMAGO
Eine Trauermücke auf einer Margerite
Trauermücke - völlig ungefährlich für Menschen aber enorm lästig, denn die Larven fressen bevorzugt Pflanzenwurzeln. Bildrechte: IMAGO
Asiatische Tigermücke
Tigermoskito wird die Asisatische Tigermücke gelegentlich auch genannt. Tagaktiv, sehr stechfreudig. Überträgt in den Tropen verschiedene Viren. Dafür ist es bei uns (noch) zu kalt. Bildrechte: IMAGO
Wintermuecke
Wintermücken sind unempfindlich gegen Kälte und können gut im Winter und in Höhenlagen überleben. Sie stechen nicht und sind für Menschen völlig ungefährlich. Bildrechte: IMAGO
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Mückenatlas - Hilf mit und werde Mückenjäger!

Mit dem Aussterben der Malaria in Deutschland in den 1970-er Jahren geriet die Steckmückenforschung ins Abseits. Im Zuge der Ausbreitung invasiver Arten, wie der Buschmücke oder der Tigermücke, erlebt die Mückenforschung jetzt eine Renaissance.

Ein Mann füllt ein Formular für den Mückenatlas aus. Daneben stehen Gläser mit gefangenen Mücken.
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Zum einen wollen die Wissenschaftler wissen, ob unsere heimischen Arten sich verändern und ob auch sie in der Lage sind, gefährliche Krankheiten zu übertragen. Zum anderen erarbeiten sie einen Mückenatlas. Er soll Aufschluss geben, wie sich nicht heimische Arten ausbreiten. Ganz Deutschland wird kartographiert. Dafür bitten die Forscher des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) darum, ihnen Mücken zuzuschicken. Mach mit und werde Mückenjäger. Wie genau das funktioniert, erfährst du auf der Website des ZALF.

Süßes Blut und andere Mythen

Die Mücken-Weibchen sind es, die stechen. Sie sind auf der Suche nach einer Blutmahlzeit, denn sie brauchen das Protein im Blut von Menschen oder Tieren, um Eier legen zu können. Aber was lockt diese Mücken an?

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Mücken von süßem Blut angezogen werden. Doch das ist ein Ammenmärchen. Ein weiter Mythos besagt, dass der Konsum von Knoblauch oder Alkohol Mücken fernhält. Auch das stimmt nicht. Alkohol kann sogar einen gegenteiligen Effekt haben. Durch die stärkere Durchblutung, geben alkoholisierte Menschen mehr Wärme ab. Genau das lockt Mücken an. Schwangere werden übrigens aus dem gleichen Grund gern von Mücken angeflogen: Sie sind meist besonders gut durchblutet.

Worauf fliegen Mücken?

Nahaufnahme einer Mücke die gerade in die Haut sticht.
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Für Mücken ist der menschliche Geruch attraktiv. Insbesondere können sie das Kohlendioxid aus unserer Atemluft über sehr weite Distanzen riechen.  Auch Schweiß "duftet" für Mücken verlockend. Weil die Duftwolke jedes Menschen sehr individuell ist, sind einige für Mücken attraktiver als andere. Dadurch reicht für manche ein natürliches Zitronenmittel zur Abwehr, während andere, die für Mücken besonders attraktiv sind, sich mit einem stärkeren Repellent zur Wehr setzen müssen. Im Handel gibt es dafür verschiedene Mückensprays. Vielen von ihnen wurde in Tests eine gute Wirksamkeit attestiert, denn Wirkstoffe wie zum Beispiel DEET und Icaridin erwiesen sich als wirkungsvoll.

Experten raten aber, die chemische Keule möglichst nur bei Bedarf einzusetzen. Denn die Langzeitwirkung von Mitteln zur Mückenabwehr ist nicht immer eingehend erforscht. Für Kinder unter zwei Jahren sind intensive Wirkstoffe nicht zu empfehlen, so der Rat von Kinderärzten.

Die richtige Kleidung

Trage helle Kleidung statt dunkler Farben. Die Tiere mögen die Dunkelheit, deshalb locken dunkle Sachen Mücken an. Lange Kleidung aus festem Stoff macht es den Mücken zusätzlich schwer, hindurch zu stechen.

Höher ist besser

Auch wer weit oben wohnt, ist klar im Vorteil. Denn ab einer Höhe von 15 Metern, macht der Wind den Stechmücken zu schaffen. Doch nicht jeder wohnt in einer Dachgeschosswohnung in einem Hochhaus.

Meide Brutstätten

Müclenlarven
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In der Mücken-Hochsaison im Sommer sollte man Tümpel und Seen ab der Dämmerung meiden. Dort legen die Mücken ihre Eier. Gleiches gilt im Garten. Regentonnen, Gießkannen und andere Wasserlachen sind willkommene Brutstätten. Leere die Gefäße regelmäßig oder decke sie ab. So beugst du einer Mückenplage vor.

Mit Mückenstich in die Notaufnahme?

Das Schicksal einer Frau aus Köln ließ viele Menschen aufhorchen. Eine Gebäudepflegerin verlor beide Beine und einen Unterarm. Eine Entzündung infolge eines Mückenstiches war die Ursache. Der extreme Fall zeigt, dass entzündete Mückenstiche nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten.

Darum sollte man bei einem Mückenstich auf keinen Fall kratzen. Dadurch können Bakterien in die Wunde eintragen und Entzündungen hervorrufen. Wenn die Haut um den Mückenstich rot, heiß und dick wird und zudem Fieber auftritt, solltest du zum Arzt gehen.

Wärme hilft gegen den Juckreiz

Gegen das Jucken schwören Mückenforscher auf das Auflegen eines warmen Löffels. Diese Wärme stoppt die Wirkung der juckenden Stoffe, die die Mücke in die Haut gespritzt hat. Allerdings sollte der Löffel nicht nur lauwarm sein, sondern richtig warm. Deshalb bitte Vorsicht, dass du dich nicht verbrennst!

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 22.08.2017 | 09:20

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2017, 02:10 Uhr

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