Quicktipp: Vierbeiner Krankenversicherung für Haustiere

Eine kranke Katze wird untersucht
Bildrechte: IMAGO

MDR JUMP Mo 20.02.2017 02:10Uhr 01:47 min

Audio herunterladen [MP3 | 1,6 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 3,3 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/thema/quicktipp/audio-300264.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Wenn das geliebte Haustier zum Arzt muss, kann das für Frauchen und Herrchen richtig teuer werden. Impfen, Wurmkur und Kastration sind mit Kosten um die 100 Euro für meist noch erschwinglich. Eine Untersuchung im MRT, Röntgen oder gar eine Operation können hingegen schon in den vierstelligen Bereich gehen. Lohnt sich für solche Fälle der Abschluss einer Tierkrankenversicherung?    

Diese Tiere kann man versichern

Untersuchung bei einem Tierarzt
Ultraschall- und Röntengenuntersuchungen bei Bello und Co. sind oft ein hoher Kostenfaktor bei der Tierhaltung. Bildrechte: Colourbox.de

Die meisten deutschen Versicherer bietenTarife für Hunde, Katzen und manchmal auch für Kaninchen an. Die Tiere müssen in der Regel mindestens acht Wochen alt sein. Ist dein Tier älter als zehn Jahre, dann kostet dich der Tarif entweder mehr oder du bekommst keinen Vertrag. Die meisten Versicherer verlangen in diesem Alter vorher eine Untersuchung beim Tierarzt. Ähnliches gilt auch für Tiere mit Vorerkrankungen. Auch hier langen die Versicherer  kräftig zu oder lehnen ganz ab.

Exotische Tiere, wie Reptilien oder Vögel, werden in der Regel nicht versichert. "Hier können Sie aber versuchen, sich an spezielle Züchtervereine zu wenden. Die haben mitunter für eher seltene Haustiere eigene Versicherungsangebote", erklärt Madleen Müller von der Verbraucherzentrale Sachsen. Einige Versicherer bieten den Versicherungschutz auch bei einem Auslandsaufenthalt von bis zu drei Monaten an.

Diese Tiere kannst du nur zum Teil versichern

Bestimmte Hunderassen, wie zum Beispiel Mops, English Bulldog oder auch die französische Bulldoge, werden bei den Versicherern nur mit Einschränkungen akzeptiert. Hat nämlich eine Rasse durch ihre angezüchteten Eigenschaften einen Hang zu bestimmten Erkrankungen, werden die Kosten für deren Behandlung nicht versichert.

Das bieten die Versicherungen

Tierhalter können für Hund, Katze und bei einigen Versicherern auch für Kaninchen, im wesentlichen zwischen zwei Varianten wählen. Entweder du wählst einen OP-Schutz-Tarif oder du schließt einen Vertrag über einen Vollkostenschutz ab. Der OP-Schutz-Tarif ist immer die günstigere Variante - sichert aber auch nur die Kosten ab, die unmittelbar mit einer Operation zusammenhängen. Eventuelle Voruntersuchungen im MRT oder Röntgen können inklusive sein, müssen es aber nicht. Lies dir deshalb immer genau die Vertragsbedingungen durch.

Bei einer Vollversicherung bekommst du zusätzlich zu den Kosten für Operationen auch noch die Kosten im Zusammenhang mit Unfällen, Krankheiten und für spezielle Untersuchungen erstattet.  Für Madleen Müller von der Verbraucherzentrale Sachsen ist jedoch der OP-Schutz-Tarif die einzig sinnvolle Variante. "Hier sichern Sie das größte Risiko, nämlich die OP ab. Der Vollkostenschutz ist ja wesentlich teurer. Er deckt auch nicht jede Vorsorgeuntersuchung oder Impfung ab", warnt die Expertin.

Kosten variieren nach Rasse und Alter

Je jünger dein Tier, desto günstiger ist die Versicherung. Außerdem richten sich die Kosten noch nach Größe, Alter und eventuell bestehenden Vorerkrankungen. Bei Katzen spielt noch eine Rolle, ob sie reine Stubentiger sind oder auch Freigang haben. Freigänger kosten mehr. Sie können sich schließlich auch eher bei anderen Katzen anstecken oder draußen verletzen.

Untersuchung bei einem Tierarzt
Mindestens acht Wochen müssen Tiere alt sein, bevor sie versichert werden können. Bildrechte: Colourbox.de

Für Hunde fangen die OP-Schutz-Tarife bei rund 100 Euro an und können durchaus auch mal fast 300 Euro pro Jahr kosten. Der Vollversicherungsschutz geht bei knapp 300 Euro los und kann auch schon mal mit fast 700 Euro pro Jahr zu Buche schlagen. Katzen sind im OP-Tarif ab 70 Euro pro Jahr versichert, der Vollversicherungsschutz kostet ab 170 Euro bis rund 300 Euro. Bei allen Vollversicherungstarifen musst du zudem eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent, bei einigen Anbietern sogar von bis zu 40 Prozent, einberechnen.

Vorsicht Versicherer ertatten viele Leistungen nur einmal pro Jahr oder mit einem Höchstbetrag. Beträgt dieser 2.000 Euro, musst du für alle darüber hinausgehenden Kosten im laufenden Jahr selbst aufkommen. Die Verträge sind sehr unterschiedlich gestrickt, lies grundsätzlich die Vertragsdetails genau.

Wartefrist nach Vertragsabschluss

Um die Versicherungsleistung in Anspruch zu nehmen, musst du je nach Anbieter zwischen 30 Tagen und drei Monaten nach Vertragsabschluss warten. In dieser Zeit hast du keinerlei Ansprüche auf die Erstattung von Kosten. Auch Kosten für Krankheiten, die schon bekannt sind und nach Versicherungsbeginn entstehen, werden nicht übernommen. Vorsorgemaßnahmen bezahlen einige Versicherer aber in der Wartezeit. Dazu zählen Impfungen, Entwurmen und die Bekämpfung von Flöhen.

Fazit

Wähle deinen Vertrag mit Bedacht und checke die Konditionen genau. Bedenke: Entweder bekommst du nur wenige Leistungen erstattet oder der Beitrag ist enorm hoch. "Wer sich ein Tier zulegt, muss damit rechnen, dass Krankheitskosten auf ihn zukommen. Je nach durchschnittlichem Lebensalter des Tieres kann da einiges zusammenkommen", so unsere Expertin von der Verbraucherzentrale Sachsen. Spare lieber von Anfang an für den tiermedizinischen Ernstfall. Außerdem solltest du bei aufwändigen medizinischen Behandlungen Kostenangebote von verschiedenen Tierärzten einholen. Mitunter sind die Tierärzte auf dem Land preiswerter, obwohl sie genau so gute Arbeit leisten.   

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 20.02.2017 | 9 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2017, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps