Quicktipp: Keime in Küche und Co. Die größten Keimfallen in der Wohnung

Keime sind überall

Keime leben überall, natürlich auch in der Wohnung. Und das ist auch gut so, denn ein keimfreier Haushalt könnte dem Menschen schaden. Keime trainieren unser Immunsystem. Darüber hinaus gibt es auch sehr wichtige Keime, wie beispielsweise die Darmkeime, mit denen die menschliche Verdauung überhaupt erst funktioniert. Dennoch: Nehmen die Keime überhand, kann das beispielsweise zu Magen-Darm-Infektionen führen. Keime fühlen sich dort am wohlsten, wo es feucht ist und sie sich ungehindert ausbreiten können.

Kühlschrank

Kühlschrank-Thermometer
Bildrechte: IMAGO

Den Kühlschrank kann man als den Spitzenreiter in Sachen Keimvielfalt bezeichnen – Forscher fanden hier deutlich mehr Keime als auf dem Toilettensitz. Sie tummeln sich vor allem auf der Rückwand des Kühlschranks, denn dort bildet sich Kondenswasser. Deshalb sollte der Kühlschrank nach Verunreinigungen sofort und ansonsten etwa einmal im Monat gereinigt werden. Besonders gut gegen Keime hilft Essigwasser. Die optimale Temperatur im Kühlschrank liegt bei etwa fünf Grad, denn je kälter es ist, umso langsamer vermehren sich die Keime.

Spülbecken

Schätzungen zufolge lauern auf einem Quadratzentimeter Spülbecken bis zu 10.000 Keime, denn im Spülbecken landen auch Speisereste und bieten Keimen einen idealen Platz zum Leben. Mit herkömmlichen Reinigungsmitteln können sie jedoch zuverlässig abgetötet werden. Auch hier kann Essigwasser helfen. Dabei sollte der Abfluss nicht vergessen werden.

 Schwamm und Lappen

Auch in einem Küchenschwamm oder Lappen leben oftmals mehr Keime – Wissenschaftler gehen von sieben Milliarden aus – als auf einem Toilettendeckel. Damit die Lappen möglichst keimarm sind, sollten sie entweder regelmäßig bei mehr als 60 Grad gewaschen oder jede Woche ausgetauscht werden. Nach der Benutzung sollte man den feuchten Lappen nicht einfach neben die Spüle legen, sondern kurz mit heißem Wasser und Seife auswaschen und dann zum Trocknen aufhängen. Dann ist die Keimvermehrung zumindest unterbrochen.

Küchenbrettchen

Experten sind sich uneins, ob Kunststoff- oder Holzbrettchen besser Keimen trotzen. Bei beiden sind besonders die Furchen belastet, die sich durch das Schneiden bilden. In ihnen können sich die Keime besonders gut verbreiten. Daher sollten zu sehr beanspruchte Brettchen ausgetauscht werden. Brettchen aus Kunststoff können zum Reinigen mit in den Spüler bei 55 Grad. Holzbrettchen können nach der Arbeit zunächst mit kaltem, dann mit 60 Grad Celsius heißem Wasser abgewaschen oder übergossen werden. Um Keimbildung zu verhindern, können sie zudem mit hochkonzentriertem Spülmittel oder Kochsalz abgebürstet werden.

 Mülleimer

Auch im Mülleimer fühlen sich Keime wohl. Deshalb sollte er regelmäßig geleert und ausgewaschen werden. So können sich die Keime nicht so rasant verbreiten.

Toilette

Untersuchungen fanden auf der Toilettenbrille deutlich weniger Keime als beispielsweise in der Küche. Das Händewaschen nach dem Toilettengang ist dennoch unerlässlich, um bestimmte Fäkalkeime nicht zu übertragen. Die Toilette kann auch ganz normal mit herkömmlichen Putzmitteln gereinigt werden. Auch hier bietet sich der Essigreiniger an.

Waschmaschine

Das Klima in einer Waschmaschine bietet Keimen einen idealen Lebensraum. Gerade bei niedrigen Temperaturen im Waschgang werden viele nicht abgetötet. Nach der Wäsche sollte die Maschine nicht sofort wieder verschlossen werden, da sie sonst nicht richtig austrocknen kann. Alle zwei bis vier Wochen empfiehlt es sich, eine Wäsche mit 60 Grad durchlaufen zu lassen. So lassen sich Keime erst einmal wieder abtöten.

Dusche

Besonders warm und feucht ist es auch in der Dusche. Hier vermehren sich Keime sehr schnell. Vor allem Duschvorhänge sind betroffen. Sie können – je nach Material – meist  auch bei 60 Grad gewaschen werden, um Keime abzutöten.

Auf antibakterielle Haushaltsreiniger kann verzichtet werden

WC-Essig-Reiniger wird 2005 in ein Klobecken gespritzt.
Bildrechte: IMAGO

Antibakterielle – und natürlich teure – Haushaltsreiniger sind voll im Trend. Gesunde Menschen können auf sie aber getrost verzichten. Die meisten im Haushalt vorhandenen Keime sind für einen gesunden Menschen völlig harmlos. Nur wenn kranke Personen im Haushalt leben, sollten Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen. Normalerweise jedoch reichen herkömmliche Reinigungsmittel vollkommen aus, wie zum Beispiel:

  • Neutralreiniger für den Schmutz von Fußböden, Fliesen und den meisten Oberflächen
  • Scheuermilch für hartnäckige oder verkrustete Verschmutzungen
  • Handspülmittel für leichte Verschmutzungen und Fenster
  • Zitronensäure oder Essig zum Entkalken

Die Verbraucherzentralen raten, alle Reinigungsmittel sparsam zu dosieren, um die Kläranlagen zu entlasten und die Gewässer zu schonen. Konzentrate, Nachfüll- oder Mehrwegverpackungen sparen zudem Verpackungsmaterial.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 15.08.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2017, 02:10 Uhr

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