Quicktipp: Streaming Wie kann man die Hifi-Anlage aufrüsten?

Hand dreht am Knopf einer Stereoanlage
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MDR JUMP Fr 25.08.2017 02:10Uhr 01:44 min

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Ob Musik-Streaming-Dienste, Internet-Radiosender oder die eigene Netzwerkfestplatte: Auf der Suche nach Lieblingssongs und Hörbüchern gibt es inzwischen viele Quellen. Einziges Problem: Werden diese per Handy oder Tablet abgespielt, lässt der Sound oft zu wünschen übrig. Die alte Stereo-Anlage kann hier noch gute Dienste leisten und sich mit einfachen Mitteln mit der „neuen“ Musikwelt verbinden. Welche Möglichkeiten es gibt und ob es sich klanglich lohnt, wollte Stiftung Warentest genauer wissen.

Variante 1: Bluetooth-Adapter anstecken

Bluetooth-Empfänger sind die einfachste und günstigste Variante. Der Empfänger wird einfach am Audio-Eingang der Hifi-Anlage angeschlossen. Via Funk lässt sich die Musik aus dem Handy oder der Festplatte dann auf die großen und besseren Boxen der Anlage übertragen.

Kosten und Qualität

Schwarz-roter Bluetooth Lautsprecher freigestellt auf weißem Hintergrund
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Bluetooth-Empfänger kosten zwischen 20 und 65 Euro. Qualitativ gibt es laut Stiftung Warentest kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten. Einige haben aber mehr Funktionen als andere: Ein paar Adapter verbinden sich beispielsweise mit zwei oder drei Zuspielgeräten gleichzeitig, was bei Partys von Vorteil ist, weil so verschiedene Personen Musik beisteuern können.

Vorteile:

  • Simpel: Die Adapter lassen sich ganz einfach handhaben.
  • Preiswert: Günstige Modelle gibt es schon für knapp über 20 Euro.
  • Klein: Die Geräte sind sehr klein und fallen im Raum nicht weiter auf.
  • Flexibel: Sie akzeptieren Zuspielgeräte verschiedener Anbieter.

Nachteile:

  • Reichweite: Die Musik spielt nur auf einer Anlage in einem Zimmer.
  • Anrufe: Gleichzeitig übers Smartphone Musik hören und Anrufen geht nicht.

Variante 2: Hifi-Anlage vernetzen

Auch per WLAN lässt sich die Musik vom Handy oder anderen Geräten auf die Lautsprecher der Hifi-Anlage übertragen. Smartphone, Notebook und andere Geräte im Netzwerk senden die Musik an einen WLAN-Audio-Empfänger, der mittels Kabel an die Anlage angeschlossen wird.

Kosten und Qualität

Für die besten WLAN-Empfänger zahlen Musikfans um die 400 Euro. Gute, günstigere Modelle gibt es bereits ab rund 200 Euro. Noch billigere Kandidaten sind bei den Warentestern allerdings durchgefallen.

Vorteile dieser Methode

  • Quellen: Die Hifi-Anlage kann über WLAN mit verschiedenen Musikquellen gleichzeitig verbunden werden, zum Beispiel Handy und  Netzwerkfestplatte.
  • Reichweite: WLAN weist größere Reichweiten auf als Bluetooth: Der WLAN-Funk geht durch die meisten Wände und das Zuspielgerät kann mitsamt Besitzer durch die Wohnung wandeln.

Nachteile dieser Methode

  • Teuer: Mehrere Hundert Euro müssen für gute Lösungen bezahlt werden.
  • Technisch nicht einfach: Man muss sich gut mit dem eigenen Heimnetzwerk auskennen, um das System zu bedienen.

Variante 3: Receiver mit Netzwerkfunktion

Junges Mädchen hält Karten in der Hand
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Moderne Receiver mit WLAN- und Bluetooth-Funktion verbinden verschiedenste Abspielmöglichkeiten mit der heimischen Anlage: Damit lässt sich Musik von CD genauso wie vom Smartphone oder Computer abspielen.

Kosten und Qualität

Knapp über 400 Euro kosten die Receiver.  Dazu kommen im Zweifel noch einmal mindestens genauso teure Lautsprecher, soll das alte Stereosystem zum Rundumsound aufgerüstet werden. Aufgrund der hohen Kosten ergibt das aber nur Sinn, wenn bereits eine wirklich gute Anlage mit hochwertigen Boxen vorhanden ist und diese auch für ein besonderes Klangerlebnis auf dem Fernseher genutzt wird.

Vorteile dieser Methode

  • Viele Anschlüsse: Netzwerkfähige Receiver spielen vom modernen Streaming bis zum Ton von CD- oder Plattenspieler alles ab.
  • Viel Komfort: Sie lassen sich per Fernbedienung oder App bedienen. Bei einigen Geräten ist sogar eine Anzeige am TV möglich.

Nachteile dieser Methode

  • Viele Kabel: Der Receiver muss mit der Hifi-Anlage und gegebenenfalls weiteren Boxen verkabelt werden. In der Regel sind das dann mindesten 6 Boxen, wenn man einen Raumklang erzeugen möchte. Für Stereosound sind zwei hochwertige Boxen notwendig.
  • Kosten: Nicht nur der Receiver muss bezahlt werden, sondern gegebenfalls auch die Lautsprecher. 1000 Euro ist man schnell los.

Besonderes Extra: Flexibel mit Funklautsprechern

Wer zusätzlich WLAN-Funklautsprecher nutzt, kann die Musik sogar auf mehrere Räume verteilen. Damit kommt die ganze Familie auf ihre Kosten. Damit sich die Boxen untereinander verstehen, müssen sie genau wie die Sender derzeit noch vom gleichen Anbieter stammen.

Kosten und Qualität

Wer sich für jeden Raum neue WLAN-Boxen holt, ist auch hier schnell bei 1.000 Euro, denn die Sender (Receiver oder WLAN-Konnektoren) sind ebenso einzukalkulieren.

Vorteile dieser Methode

  • Viele Möglichkeiten: Auf Wunsch klingen dank Funklautsprechern in jedem Raum die gleichen oder unterschiedliche Songs.
  • Kein Kabelsalat: Die Boxen brauchen nur ein Stromkabel, kommunizieren untereinander und mit der Quelle kabellos über Funk.

Nachteile dieser Methode

  • Teuer: Wer jeden Raum mit einem passenden Lautsprecher ausrüstet, landet schnell bei einer Investition von mehr als 1.000 Euro.
  • Nicht kompatibel: WLAN-Boxen verschiedener Anbieter sind untereinander meist nicht kompatibel.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 25.08.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2017, 02:10 Uhr

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