Quicktipp: Heizperiode So machst du deine Heizung startklar

Eine Tasse mit Tee steht auf einem Heizkörper.
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MDR JUMP Mo 02.10.2017 02:10Uhr 01:58 min

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Die Blätter fallen, die Temperaturen auch. Da greift man gern zum Heizungsregler und lässt die Wohnung kuschelig warm werden. Aber nur wer seine Heizung vor der kühlen Jahreszeit fit gemacht hat, heizt auch kosten- und energiesparend.

Startklar für Herbst und Winter

Was beim Auto für viele ganz normal ist, wird bei der Heizung oft vernachlässigt: eine regelmäßige Wartung. Sie verlängert die Lebensdauer der Heizungsanlage und spart Geld. Energieberater empfehlen den Check-Up im September, spätestens im Oktober durchzuführen. Einen kleinen Teil kann man dabei selbst erledigen, den Rest sollte man einem Fachmann überlassen.

Heizkörpercheck

Ein alter Heizkörper
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Die Heizkörper kann man leicht selbst auf äußerliche Schäden kontrollieren. Sind Roststellen vorhanden, müssen diese entrostet und neu lackiert werden. Dazu schleift man mit Schleifpapier die entsprechende Stelle so lange ab, bis sie metallisch glänzt. Im nächsten Schritt werden die Stellen mit Seifenlauge gesäubert und entfettet. Zum Lackieren wird dann ein hitzebeständiger, umweltfreundlicher Heizungslack auf Acryl-Basis verwendet. Der Lack wird auf den kalten Heizkörper aufgebracht.

Die Heizung entlüften

Wenn die Heizung Geräusche macht, meist ist es ein Gluckern, dann befindet sich Luft im Heizkörper. Dadurch kann sich das Wasser nicht optimal im Heizkörper verteilen. Die Folge: Der Heizkörper wird nicht richtig warm und es wird unnötig Heizenergie verschwendet. In diesem Fall muss die Heizung entlüftet werden. Das kann man selbst erledigen und darf es auch als Mieter. Mit einer Zange oder einem speziellen Vierkantschlüssel wird das Entlüftungsventil am Heizkörper vorsichtig aufgedreht. Dabei sollte man ein kleines Gefäß unter das Ventil halten. Luft strömt durch das Ventil aus dem Heizkörper, und wenn Wasser nachkommt, kann das Ventil wieder zugedreht werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt jedoch, die Entlüftung von einem Fachmann durchführen zu lassen. Denn: Gerade in Mietshäusern sind die Heizkörper in der Wohnung ja nur ein kleiner Teil einer größeren Anlage. Mit dem Entlüften nimmt man Druck aus der ganzen Anlage, was dann bei allen Mietern zu geringerer Heizleistung führt. Zum Druckausgleich muss Wasser nachgefüllt werden und das sollte in Mietshäusern nur ein Fachmann tun. Wer bei seiner eigenen Anlage Wasser selbst nachfüllen möchte, kontrolliert zuerst den Wasserdruck am Manometer. Er wird meist durch eine grüne Kennzeichnung angezeigt, der maximale Befülldruck durch eine rote Nadel. Ist der Wasserstand zu gering, füllt man Wasser durch das Anschließen eines Schlauches an das Einlassventil nach.

Heizungswartung

Bei der Heizungswartung kontrolliert der Fachmann Verschleißteile und Sicherheitsfunktionen der Anlage, reinigt Bauteile und checkt regeltechnische Funktionen der Systemkomponenten. Besonders wichtig hierbei ist die Reinigung des Heizkessels. Denn hier können sich Ablagerungen bilden, die die Wärmeabgabe beeinträchtigen. Schon eine Schicht von fünf Millimeter kann den Brennstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent erhöhen. Heizungswartung und –reinigung sollten, schon wegen der Gewährleistung, mindestens alle zwei Jahre durchgeführt werden. Für ein Einfamilienhaus mit einer Gasheizung fallen für eine zweistündige Wartung und Reinigung zirka 120 Euro an. Je nach Gebiet und Heizungsart liegen die Kosten zwischen 90 und 350 Euro.

Wartungsvertrag

Da die Heizungswartung laut Energieeinsparungsverordnung (EnEV) von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss, lohnt es sich, über einen Wartungsvertrag mit einer Firma nachzudenken. Allerdings sollte man vorher Leistungen und Preise verschiedener Betriebe vergleichen. Musterverträge für die Wartung von Öl- oder Gasheizungsanlagen gibt es bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Brennwert-Check

Wer einen Brennwertkessel besitzt, kann diesen auch auf seine volle Funktionstüchtigkeit prüfen lassen. Die Verbraucherzentralen bieten für 30 Euro einen Brennwert-Check an, der dann von einem Fachmann durchgeführt wird. Der gibt auch Tipps zur optimalen Einstellung des Gerätes. Der Brennwert-Check dient dazu festzustellen, ob und in welchem Maße eine Heizung vor Ort tatsächlich im Brennwertbetrieb arbeitet. Bei der Brennwertnutzung wird der im Abgas enthaltene Wasserdampf zusätzlich auskondensiert, um ihm nutzbare Energie zu entziehen. Der Brennwert-Check muss während der Heizperiode und bei Frost stattfinden. Ferner sollte an den Messtagen die Nutzung der Heizung im normalen Betrieb erfolgen.

Richtig heizen in der kalten Jahreszeit

Ist die Heizung entlüftet und richtig eingestellt, kommt es nun darauf an, sie auch richtig zu nutzen. Dabei gilt: Wohnräume sollten nicht überheizt werden. Ein Grad Celsius weniger Raumtemperatur senkt die Heizkosten um bis zu sechs Prozent. Experten empfehlen in der Küche eine Temperatur von 19 bis 21 Grad, im Bad 21 bis 23 Grad, im Wohnzimmer 22 Grad und im Schlafzimmer 18 Grad Celsius. Bei Abwesenheit tagsüber oder auch nachts sollte die Heizung nicht komplett heruntergedreht werden, denn ständiges Abkühlen und Wiederaufheizen ist teurer als das Halten der Raumtemperatur.

Am Dachfenster bildet sich Schimmel
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Wichtig ist auch richtiges Lüften. Wer falsch lüftet, zahlt beim Heizen drauf. Grundsätzlich gilt: je geringer die Raumtemperatur, desto häufiger muss gelüftet werden. Fünf bis zehn Minuten Querlüften bei weit geöffneten, gegenüberliegenden Fenstern, oder wenn das baulich bedingt nicht möglich ist, ein kurzes Stoßlüften, sind die effektivsten Methoden. Durch mehrmaliges Quer- oder Stoßlüften pro Tag wird die Luft im Raum ausgetauscht. Auf keinen Fall sollte man die Fenster in Kippstellung bringen, denn dabei erfolgt kein effizienter Luftaustausch, die Wände kühlen aus und fangen an zu schimmeln. Richtiges Lüften spart also nicht nur Heizkosten, sondern verhindert auch Schimmelbildung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 02. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2017, 02:10 Uhr