Quicktipp: Gesundheit Die Haut im Winter richtig schützen

Eine Frau cremt sich das Gesicht ein
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MDR JUMP Mi 11.01.2017 02:10Uhr 01:56 min

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Normalerweise reguliert die Haut ihren Feuchtigkeitshaushalt selbst. In der Heizperiode kommt unsere äußere Schutzhülle allerdings an ihre Grenzen. Warme trockene Luft zwingt die Haut, viel Feuchtigkeit an die Oberfläche zu leiten. Dadurch trocknet sie früher oder später aus und wird rissig. Geht man jetzt in die Kälte, wird auch noch die Blutversorgung gedrosselt und die Haut nur noch schlecht mit wichtigen Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt.

Die Problemzonen

Am meisten leiden unter den winterlichen Bedingungen die Hautpartien, die der Kälte fast schutzlos ausgeliefert sind. "Das sind vor allem die Augenlider, die Wangen und die Nase. Auch die Ohren sind gefährdet, aber da haben Sie ja schnell eine Mütze drüber gezogen. Ein besonderer Problemfall sind die Lippen", meint Dermatologin Ina Schulze aus Markkleeberg. 

Mann und Frau

Männer haben eine robustere Haut als Frauen. "Trotzdem braucht auch Männerhaut Pflege. Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Gerade wer handwerklich und im Freien arbeitet, kann auch als Mann schnell rissige, wunde Hände bekommen", warnt die Hautexpertin. Auch im Gesicht ist Männerhaut pflegebedürftig obwohl der Bartwuchs das starke Geschlecht hier schützt.

Feuchtigkeit und Fett – das Missverständnis

Ein Mädchen cremt sich das Gesicht ein
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Obwohl unsere Haut in der trockenen Winterkälte viel Feuchtigkeit verliert, ist es falsch, unmittelbar vor dem Rausgehen eine Feuchtigkeitscreme aufzutragen. Der Wasseranteil ist in diesen Produkten sehr hoch, was sich nachteilig auswirkt, wie Dr. Ina Schulze erklärt: "Man könnte scherzhaft sagen, bei eisigen Temperaturen liefern Sie da das Frostmittel gleich mit. Die Haut braucht jetzt viel mehr einen Fettschutz, der die Feuchtigkeit in der Haut hält und sie so vor dem Austrocknen schützt." Deshalb sollte der Fettanteil in Hautpflegeprodukten für den Winter besonders hoch sein.

Das richtige Maß

Feuchtigkeitscreme zieht schnell in die Haut ein, bei Fettcremes ist das schwieriger. Deshalb ist es am Anfang nicht leicht, das richtige Maß zu finden. "Sie sollten nicht wie ein geschmiertes Butterbrot aussehen, das ist zu viel. Ansonsten merken Sie das ja selber an den Händen, wenn Sie damit dann die Handschuhe oder Ihre Jacken beschmieren, dann ist auch das zu viel", erklärt die Hautärztin. Wer mit einer Akne belastet ist, der sollte gerade im Gesichtsbereich sparsam mit fett- und ölhaltigen Pflegeprodukten umgehen. Betroffene cremen sich lieber etwas häufiger mit ihren normalen Pflegeprodukten ein. Auf Lippen und Wangen kann man bei normaler Haut gerade beim Skifahren ordentlich fetthaltige Pflegprodukte auftragen.

Pflegetipps

  • Jedes Waschen, gerade an den Händen, trocknet die Haut aus. Man sollte daher das Waschen reduzieren auf das notwendige Maß und die Haut bei häufigem Wasserkontakt auch öfter pflegen.
  • Schütze Hände und Ohren bei großer Kälte mit Handschuhen und Mütze.
  • Die Haut an Dekolleté und Hals wird im Winter durch Tücher, Schals und Rollkragen mitunter gereizt. "Schafwolle ist da kritisch, besser verträgt die Haut in der Regel Fleece Stoffe, Kaschmir oder auch Baumwolle", rät Hautärztin Dr. Schulze.
  • Trage Pflegeprodukte und UV-Schutz auch im Winter immer mindestens eine Viertelstunde vor dem Rausgehen auf.
  • Achte gerade im Winter auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinke mindestens zwei Liter am Tag.
  • Achte auf ein gesundes Raumklima. Lüfte wenigstens zweimal am Tag und sorge für eine Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent.
  • Schütze die Haut beim Skifahren mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 Prozent.     

Die Lippen-Sonderbehandlung

Lippen einer frau
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Die Haut der Lippen ist nach den Schleimhäuten die empfindlichste des Menschen. Dr. Ina Schulze erklärt: "Wir haben auf den Lippen keinen Hornschild wie etwa an den Händen oder Fußsohlen. Außerdem gibt es auf den Lippen keine Haare wie zum Beispiel auf der Kopfhaut." Das führt dazu, dass die Lippen keinen großen Schutz vor Umwelteinflüssen wie Kälte, Trockenheit oder auch Regen besitzen. Außerdem lecken wir unsere Lippen mehrmals am Tag unbewusst an. Das belastet die Haut der Lippen zusätzlich. Deshalb brauchen die Lippen besonders viel Feuchtigkeit und außerdem Fett, in dem diese Feuchtigkeit gebunden ist. Dieses Fett ist Hauptbestandteil von Pflegeprodukten wie Lippenpflegestiften und Cremes. Es legt sich wie ein Schutzfilm über die Lippen und verhindert so, dass sie weiter austrocknen. "In vielen Produkten sind außerdem Vitamine und Entzündungshemmer, wie Panthenol. Die sorgen dafür, dass aufgesprungene und raue Lippen schneller heilen", so unsere Expertin.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 11.01.2017 | 9 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 02:10 Uhr