Quicktipp: Was gehört in die Hausapotheke? Erste Hilfe bei Unfällen im Haushalt

Was hinein gehört

Verbandsmaterial
Hier reicht das aus, was auch für den Kfz-Verbandskasten vorgeschrieben ist. Laut DIN 13164 enthält dieser Mull-Kompresse, Verbandsschere, Pflaster und Binden und Dreieckstuch. Daneben sollten auch ein Fieberthermometer, eine Splitterpinzette und eine Zeckenzange zur Basisausstattung im Haushalt gehören.

Hausapotheke
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Schmerzmittel
Nicht fehlen dürfen Schmerzmittel für die Behandlung von Kopf-, Regel- oder etwa Zahnschmerzen. Diese Mittel verschaffen Linderung bei leichten bis mittelschweren Beschwerden und können auch Fieber senken. Rührt der Schmerz von einer Entzündung her wie etwas bei Gelenkschmerzen, helfen Präparate mit Wirkstoffen, die auch entzündungshemmend wirken, wie beispielsweise Ibuprofen oder Naproxen. Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure haben blutverdünnende Wirkung und könnten Blutungen verstärken oder verlängern. Bei Schmerzen nach einer OP oder bei Menstruationsbeschwerden kann genau das problematisch werden. Manche Schmerzwirkstoffe wie zum Beispiel Paracetamol wiederum belasten die Leber und sind daher nach einer durchzechten Nacht nicht das Mittel der Wahl gegen einen Kater.

Kühlkompressen
Kühlkompressen bieten schnelle Hilfe bei Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Verbrennungen. Im Sommer helfen sie bei Insektenstichen. Daher diese immer schon im Kühlschrank lagern, um ihren Einsatz schnell zu ermöglichen

Sprays und Tropfen gegen Erkältungen und Allergien
Im Falle von Erkältungen oder Allergien machen Sprays und Tropfen schnell die Nase wieder frei und haben abschwellende Wirkung. Diese allerdings nicht länger als fünf bis sieben Tage anwenden! An der Nasenschleimhaut tritt sonst ein Gewöhnungseffekt ein und sie schwillt an, sobald sie nicht mehr mit dem Wirkstoff versorgt wird. Bei Allergien gibt es spezielle Allergie-Nasensprays, die über die gesamte Allergiesaison angewendet werden können.

Hustenlöser oder Hustenstiller
Gegen Husten hält man Hustenlöser oder Hustenstiller parat, je nachdem ob ein produktiver oder trockener Reizhusten vorliegt. Es ist immer besser Hustenlöser auf pflanzlicher Basis anzuwenden, die auch als Nebeneffekt eine leichte Hustenreizlinderung haben wie etwa Efeu, Thymian oder Primel. So wird das Abhusten des Schleimes nicht verhindert. Ein Hustenstiller sollte vorwiegend nur in der Nacht zum Schlafen angewendet werden.

Paracetamol
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Mittel gegen Verdauungsprobleme
Medikamente gegen Durchfall können einen Segen sein. Sie wirken schnell und zuverlässig, indem sie die Darmbewegung hemmen. So lindern sie Krämpfe und stoppen den Flüssigkeitsverlust, tun aber nichts gegen mögliche Ursachen wie etwa eine bakterielle Infektion. Deshalb müssen die Mittel nach maximal zwei Tagen wieder abgesetzt werden, damit sich schädliche Bakterien nicht weiter im Darm ansammeln. Werden Mittel mit Loperamid eingesetzt, muss man achtgeben, ob Personen mit chronischen Erkrankungen im Haushalt leben. Nicht jeder darf Loperamid einnehmen. Auch Mittel gegen Verstopfung sind in einer Hausapotheke gut aufgehoben. Sie wirken auf verschiedene Weise. Mittel mit dem Wirkstoff Bisacodyl sollten nur maximal zwei Wochen eingenommen werden. Der Darm gewöhnt sich sehr schnell an die Hilfe und stellt seine Arbeit komplett ein. Dann droht ein  Teufelskreis, da man für einen funktionierenden Stuhlgang noch mehr Bisacodyl benötigt.

Magenmedikamente
Auch plötzlich auftretendes Sodbrennen ist ein weit verbreitetes Problem. Dagegen helfen Mittel, deren Wirkstoffe überschüssige Magensäure binden. Sie wirken schnell, aber nur kurz. Auch hier sollte sich die Anwendung ohne ärztliche Rücksprache auf maximal zwei Wochen beschränken. Einmal etwas Falsches gegessen und der Magen ist verstimmt. Ein Präparat gegen Übelkeit  kann dann schnell Erleichterung verschaffen. Es bekämpft dann zwar nur die Symptome. Allerdings klingen die meisten Magen-Darm-Infektionen auch relativ schnell wieder ab. Treten Symptome wie Sodbrennen oder kurzzeitige Magenverstimmungen häufig auf, dann sollte ein pflanzliches Arzneimittel, das verschiedene Wirkstoffe kombiniert, nicht fehlen.

Desinfektionsmittel
Ein Haut- und Flächendesinfektionsmittel im Haushalt ist durchaus sinnvoll. So lassen sich beispielsweise andere Familienmitglieder bei einer Magen-Darmerkrankung schützen. Für kleinere Wunden auf der Haut sollte die Hausapotheke weiterhin eine Desinfektionslösung speziell für die Wunddesinfizierung im Angebot haben. So lassen sich zuverlässig Bakterien, Pilze und Viren abtöten, um eine Wundinfektion zu vermeiden. Desinfektionsmittel gibt es in praktischen Sprühflaschen für eine schnelle und einfache Anwendung.

Elektrolyte
Als Pulver oder in Tablettenform machen sie eine gute Hausapotheke komplett. Um einen starken Flüssigkeitsverlust wie etwa bei Durchfall oder Erbrechen auszugleichen, braucht der Körper Elektrolyte. Sie sind lebensnotwendig. Zu ihnen zählen Substanzen wie u.a. Kalium, Natrium, Citrat, Chlorid und Glucose.

Medikamente für Kinder
Was bei Erwachsenen hilft, kann Kindern schaden. Virusinfekte mit Fieber oder andere Kinderkrankheiten bei Kindern dürfen bis zum zwölften Lebensjahr nicht mit Mitteln behandelt werden, die Acetylsalicylsäure enthalten. Bei Fieber und Schmerzen helfen Kindern beispielsweise Ibuprofensaft oder Paracetamol-Zäpfchen, bei Durchfall Probiotika, bei Husten pflanzliche Hustenlöser oder Einreibungen. Verstopfungen bei Kindern etwa sollte man nach Möglichkeit ohne Abführmittel in den Griff bekommen. Ob und in welcher Dosierung ein Medikament für Kinder geeignet ist, sollte vorher genau im Beipackzettel nachgelesen oder mit einem Arzt abgesprochen werden.

Notrufnummern
Außerdem sollten wichtige Telefonnummern wie Rettungsdienst, Arzt- und Apothekennotrufe, Giftnotrufe und ärztliche Bereitschaftsdienste in der Hausapotheke aufbewahrt werden.

Wo es hingehört

Die meisten Produkte werden am besten an einer dunklen, kühlen und trockenen Stelle aufbewahrt. Hier bieten sich das Schlafzimmer, ein Abstellraum oder der Korridor an. Küche oder Badezimmer hingegen sind ungünstig, weil dort die Feuchtigkeit die Wirksamkeit der Mittel beeinträchtigen kann. Kühlkompressen lagern zum Zwecke der schnellen Einsatzbereitschaft am besten gleich im Kühlschrank. Ganz wichtig ist es, dass vor allem kleine Kinder keinen Zugang zu Arzneimitteln erhalten. Deshalb gehört die Hausapotheke generell unter Verschluss. Optimal ist ein Schrank mit frei zugänglichem Verbandsfach und abschließbarem Arzneimittelfach. Ganz wichtig ist es auch immer, die Umverpackung und die Packungsbeilage aufzuheben. So hat man stets die korrekte Dosierung zur Hand.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 09. November 0017 | 09:21 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2017, 02:10 Uhr

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