Quicktipp: Online-Banking Falsche IBAN eingegeben – und nun?

Das Problem

Seit Einführung der IBAN  gleichen Banken nicht mehr den Namen des Kontoinhabers mit der dazugehörigen Kontonummer ab. Wenn du dich bei einer Überweisung vertippst und versehentlich eine falsche IBAN eingibst, dann bemerkt das Banking-System den Fehler nur, wenn diese IBAN nicht existiert.

Hast du aber Pech und gibst aus Versehen eine existierende IBAN ein, dann wird dein Geld auf ein anderes Konto als gewollt überwiesen, auch wenn der Name des Empfängers mit deinen Angaben nicht übereinstimmt. Das passiert bei Online-Überweisungen deutlich häufiger als bei händisch ausgefüllten Überweisungsscheinen.

Schnell handeln!

ein junger Mann mit Telefonhörer
Je schneller Sie sich bei der Bank melden, umso besser stehen die Chancen den Fehler rückgängig zu machen. Bildrechte: IMAGO

Ist dir eine Fehlüberweisung unterlaufen, hast du nach den allgemeinen Geschäftsbedingungen der meisten Banken schlechte Karten. Die Banken sind nämlich nicht verpflichtet, dir in so einem Falle zu helfen. Probieren solltest du es trotzdem – und zwar schnell!

Josefine Lietzau von Finanztip rät: "Sie sollten sich so schnell wie möglich bei Ihrer Bank melden. Rufen Sie an, sobald Sie Ihren Fehler bemerkt haben. Die Banken haben in der Regel noch am gleichen Tag die Möglichkeit, die Buchung zu stoppen." Am nächsten Tag kann dein Geld schon bei der anderen Bank und auf dem anderen Konto sein. Dort kann deine Bank dann nicht mehr so einfach zugreifen.

Unsichere Überweisungszeiten

Banken erledigen ihre Onlinegeschäfte mit andern Banken in der Regel täglich zu einer festgelegten Uhrzeit. Eine Übersicht, wann die jeweilige Bank ihre Online-Überweisungen umsetzt, findest du auf diversen Seiten im Internet. "Darauf würde ich mich aber nicht verlassen. Diese Zeiten ändern sich und die Banken sind Ihnen gegenüber nicht verpflichtet, sich an solche Zeiten zu halten", warnt die Expertin für Bankprodukte. Außerdem musst du dich beispielsweise bei der Commerzbank persönlich in der Filiale melden, um eine Überweisung rückgängig zu machen.

So hilft die Bank

Meldest du dich früh genug bei deiner Bank, wird sie die Überweisung in der Regel stoppen, sofern sie den Vorgang noch nicht an die Bank des Empfängers weitergegeben hat,. "Auch wenn der Vorgang schon ausgelöst wurde, kann Ihre Bank sich mit der anderen Bank in Verbindung setzen und versuchen, die Sache noch rückgängig zu machen", erklärt Josefine Lietzau.

Rechtlich kompliziert

Online-Überweisungsformular
Banksysteme kontrollieren nicht mehr, ob die Kontonummer auch zum angegebenen Empfänger gehört. Bildrechte: IMAGO

Problematisch wird es, wenn das Geld schon auf einem anderen Konto ist. Dann kann der Inhaber dieses Kontos nämlich darüber verfügen. In der Regel wird seine Bank ihn auffordern, das Geld zurück zu überweisen. "Bis hierhin bekommen Sie die Kontaktdaten des Empfängers meist nicht mitgeteilt. Erst wenn der sich weigert, Ihnen Geld zurück zu zahlen, muss seine Bank Ihnen die Daten rausgeben", beschreibt Josefine Lietzau das Prozedere.

Wenn du den Namen des falschen Empfängers hast, kannst du versuchen, mit rechtlichen Schritten dein Geld zurück zu holen – und hoffen, dass der andere das Geld noch hat. Gibt er den unverhofften Geldsegen nämlich spontan für einen Urlaub oder ein opulentes Essen aus, dann muss er das Geld unter Umständen nicht zurückzahlen, wie die Expertin erklärt: "Es gibt da wirklich Lücken im Gesetz. Wie das aber praktisch angewendet wird, hängt vom jeweiligen Fall ab."

Rückbuchung kostet Geld

Bist du schnell genug, bucht deine Bank den Betrag ohne Probleme, aber mit Gebühren zurück. Die sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Zwischen zehn und zwanzig Euro musst du einkalkulieren, selbst wenn der Rückbuchungsversuch erfolglos bleibt. "Deshalb sollten Sie bei kleineren Summen überlegen, ob der Aufwand einer Rückbuchung wirklich gerechtfertigt ist", rät die Finanztip-Expertin.

Kleineres Risiko

Ein Zahlschein zur Überweisung mit IBAN Nummer und BIC Code in Deutschland
Beleghafte Überweisungen sind sicherer, bei den meisten Banken aber nicht gebührenfrei. Bildrechte: IMAGO

Bei beleghaften Überweisungen sind die Chancen auf eine Rückbuchung größer. Das liegt einfach daran, dass diese Belege erst einmal von Mitarbeitern der Bank ins System eingetragen werden müssen. Bemerken sie deinen Fehler vorher, ist eine Korrektur einfacher.

Auch Lastschriften, also Abbuchungen, zu denen du vorher dein Einverständnis gegeben hast, kannst du wesentlich leichter rückgängig machen. Wird ein Betrag doppelt oder in der falschen Höhe abgebucht, dann kannst du den Vorgang innerhalb von acht Wochen rückgängig machen. Wird ein Betrag ohne dein vorheriges Einverständnis eingezogen, dann hast du sogar dreizehn Monate Zeit. Auch wenn deine Kreditkarte falsch belastet wurde, hast du bis zu acht Wochen Zeit, den Vorgang rückgängig zu machen oder zu korrigieren.

Fazit

Solltest du bei einer Überweisung einen Fehler machen, melde dich umgehend bei der Bank. Je früher, desto größer sind deine Chancen, dass du dein Geld zurückbekommst.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 03.08.2017 | 9:20 Uhr