Quicktipp: Online-Shopping Fake-Shops im Internet

Ob ein Online-Shop echt ist, lässt sich auf den ersten Blick oft nicht erkennen. Fake-Shops sind in der Regel professionell gemacht und können seriösen Originalseiten zum Verwechseln ähnlich sehen. Selbst Details wie die AGBs oder das Impressum erscheinen plausibel. Auffällig ist aber bei allen der scheinbar günstige Preis für ein gesuchtes Produkt. Er soll Kunden animieren, per Vorabüberweisung zahlen. Die Käufer bekommen dann nur minderwertige Ware geliefert oder warten vergebens auf das bestellte Produkt. Meist sind diese Online-Shops nur kurz online und agieren aus dem Ausland.

Vorsicht bei verlockenden Preisen!

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Auch wenn es sich toll anhört, sollte man erst einmal skeptisch sein, wenn Produkte sehr günstig angeboten werden, und die Preise von anderen Anbietern miteinander vergleichen. Vor dem Kauf sollte man sich außerdem über den Betreiber der Seite informieren, rät Katja Henschler, Referatsleiterin für Digitales von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Gerade wenn man den Anbieter nicht kennt, sollte man den Namen des Shops einfach mal in eine Internetsuchmaschine eingeben und schauen, was für Einträge kommen." Am besten ist es, auch Suchbegriffe wie "Erfahrungen" oder "seriös" mit anzugeben. Das hilft im Normalfall schon, um auf Kundenmeinungen, aufschlussreiche Rezensionen und sogenannte 'Schwarze-Schafe-Listen' zu stoßen. Vorsicht ist geboten, wenn es noch gar keine Erfahrungsmeldungen von anderen gibt. Das deutet darauf hin, dass die Website erst neu erstellt wurde.

Einloggen, um Preise sehen zu können?

Ebenfalls nicht unbedenklich ist es, wenn man sich auf einer Internetseite erst einloggen muss, um die Preise einer Ware zu sehen. "Gerade wenn der Originalpreis rot ist und dann noch dreimal durchgestrichen und mit einem unwahrscheinlich niedrigen Preis geworben wird, ist das höchst verdächtig", erklärt Henschler. Obwohl es verlockend aussieht, rutsche man so aber leicht in eine Abofalle. Generell gilt: Wenn einem die Seite irgendwie suspekt vorkommt, besser auf Nummer sicher gehen und nichts bestellen.

Nicht in Vorleistung gehen

Bestellt man zum ersten Mal bei einem Onlineshop und kennt den Anbieter nicht, sollten man laut Henschler lieber nicht in Vorleistung gehen. Besser sei es, per Lastschrift zu zahlen. Denn im Gegensatz zur Überweisung kann bei einer Zahlung per Lastschrift das Geld noch acht Wochen lang zurückerstattet werden. "Dass man dabei die Bankdaten an den Anbieter weitergibt sehen wir hier eher nicht als Problem", meint Internetexpertin Henschler. Wenn nur eine Zahlung mit Vorabzahlung möglich ist, muss man überlegen, ob das Risiko eingegangen werden sollte.

Nur über verschlüsselte Verbindung

Auch sollte darauf geachtet werden, dass beim Kauf eine verschlüsselte Verbindung vorliegt, dass die Website also mit "https" geschützt ist, erkennbar an der grünen Schrift und dem kleinen Vorhängeschloss oben am Link. Korrekte Rechtschreibung ist laut Henschler übrigens kein Indiz mehr für die Seriosität der Seite. "Selbst Betreiber von unseriösen Seiten sind mittlerweile so schlau, dass sie keine Rechtschreibfehler mehr machen."

Nicht erweichen lassen

Wird die Ware nicht zum versprochenen Zeitpunkt geliefert, sollten man gerade bei emotionalisierenden Vorwänden hellhörig werden, sagt Internetexpertin Henschler: "Bei Verzögerungen kommen unseriöse Anbieter oftmals mit Geschichten, die auf die Tränendrüse drücken und Verständnis heischen sollen."

Bei Abzocke: Anzeige erstatten!

Ist man einem Fake-Shop auf dem Leim gegangen, sollte auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Am besten immer auch gleich Screenshots der Seite bereithalten und alle Dokumente und Mails gut aufbewahren. Denn nur so können Fake-Shops endlich eingedämmt werden. Um Zahlungen rückgängig zu machen, wendet man sich am besten so schnell wie möglich an die eigene Bank.

Fake-Händler bei Amazon

Jetzt-kaufen-Button auf der Amazon-Seite.
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Betrügerische Händler agieren auch als Marketplace-Händler bei Amazon. Sie nutzen die Popularität und Seriosität, um mit deutlich niedrigeren Preisen, Kunden in die Falle zu locken. Nach der Kaufbekundung versuchen sie, Kunden auf Webseiten außerhalb von Amazon zu lotsen und zur Zahlung über Dienste wie Paypal, Paysafe oder Western Union aufzufordern. Hier sollten die Alarmglocken schrillen: Wer nämlich der Zahlungsaufforderung nachkommt, ist sein Geld los, ohne Ware zu bekommen. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn plötzlich die Zugangsdaten für Amazon eingegeben werden sollen, obwohl man bereits eingeloggt war. Dann besteht zusätzlich die Gefahr, Opfer von Phishing zu werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 27. September 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 02:10 Uhr