Quicktipp: Fake-Gewinnspiele Vorsicht bei kostenlosen Gewinnspielen

Glückwunsch steht auf dem Display eines Laptops
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MDR JUMP Fr 10.11.2017 02:10Uhr 01:47 min

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Du hast gewonnen! Das ist der Satz den windige Betrüger nutzen, um Internetuser zum Anklicken vermeintlicher Gewinnseiten und Spiele zu animieren. Gewonnen wird dabei natürlich nichts. Wem aber nützen solche Fake-Gewinnspiele, was droht den Teilnehmern und wie erkennst du die Betrüger? Fakt ist: Interessant für die dubiosen Betreiber solcher Plattformen sind lediglich die Adressen und persönlichen Daten der Teilnehmer. Die lassen sich nämlich für gutes Geld an die Werbewirtschaft verkaufen. Wer in der Hoffnung auf das große Los klickt, wird am Ende mit Werbung per Mail und Post und eventuell entsprechenden Anrufen überhäuft.

Die Masse macht‘s

Der Facebook-Schriftzug
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Besonders bei der Plattform Facebook häufen sich in letzter Zeit Gewinnspiele, bei denen du angeblich Flugreisen, Tablets oder Smartphones gewinnst oder für ganz wenig Geld erwerben kannst. Die pure Masse an Facebook-Nutzern macht es den Betrügern dabei erstmal sehr leicht. Schnell ist so ein vermeintliches Gewinnspiel tausendfach gelikt oder geteilt. Und wer von einem Freund so ein Gewinnspiel empfohlen bekommt, ist eher bereit, da mitzumachen.

So läuft der Schwindel

Meistens wirst du aufgefordert, den Gewinnspielbutton anzuklicken. Nun wirst du, manchmal auch unbemerkt, auf eine andere Seite verlinkt. Dort sollst du persönliche Daten hinterlassen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) akzeptieren, damit dir dein toller Gewinn auch zugesendet werden kann. Aber Achtung: Je länger und unübersichtlicher die AGBs sind, umso weniger werden sie gelesen. Sonst würdest du nämlich schnell feststellen, dass du dich oft mit der Weitergabe deiner Daten für „Zusendung von Informationsmaterial“ oder „rein statistische Zwecke“ einverstanden erklären.

Rein rechtlich sind die Betreiber solcher Seiten damit auf der sicheren Seite, was den Handel mit deinen persönlichen Daten betrifft. Oftmals werden sogar die Seiten großer Markenfirmen täuschend echt nachgebaut und von dort aus Kunden über Gewinnspiele angelockt. Fliegt der Schwindel bei Plattformen wie Facebook durch die interne Kontrolle auf, haben bereits tausende Nutzer ihre Daten weiter gegeben. Die Seite wird entweder von Facebook gelöscht oder verschwindet von selbst. 

Der Gewinn bleibt aus

Keiner hat etwas zu verschenken. Und so gibt es die Flugreise oder das unsagbar preiswerte, fast geschenkte Tablet natürlich nicht. Stattdessen verschwinden viele der Gewinnspielwerbungen und Pop-Ups ganz schnell wieder von der Plattform. Dann noch nachzuvollziehen, wer da eigentlich deine Daten bekommen hat, ist sehr schwer. Nun hast du theoretisch das Recht, einen versprochenen Gewinn einzuklagen. Aber selbst Verbraucherschützer warnen vor den hohen Kosten, die dabei auf dich zukommen können. Um eine Firma zu verklagen, muss diese erstmal eine ladungsfähige Adresse haben. Eine Briefkastenfirma bekommst du so kaum zu fassen. Aber selbst, wenn du einen wirklich großen Player angreifst, droht dem im Falle deines Erfolges vielleicht sogar eine Insolvenz, weil mit dir auch tausende andere erfolgreich klagen. Am Ende bleibt zu wenig Insolvenzmasse, um deinen Gewinn doch noch auszuzahlen. Du aber hast im Vorfeld die Kosten für den Anwalt, das Gericht und vielleicht noch den Gerichtsvollzieher bezahlt. Die Erfolgsaussichten bei so einem Rechtstreit sind derart gering, dass sogar viele Rechtschutzversicherer Gewinnspielstreitigkeiten ausdrücklich nicht versichern.    

So erkennst du den Fake

Der gesunde Menschenverstand sollte genügen, um die oftmals offensichtlichen Täuschungen zu entdecken. Dazu Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen: „Ein seriöser Gewinnspielanbieter hat einen Telefonkontakt für Sie, einen Ansprechpartner, ein Impressum, damit Sie wissen, mit wem Sie es überhaupt zu tun haben. Wenn das alles fehlt, werden Sie offensichtlich gelinkt.“ Übersichtliche Teilnahmebedingungen, klare Regelungen über Verlosung und Ausgabe des Gewinns müssen ebenso vorhanden sein. Wirst du aber aufgefordert, möglichst viele Daten preiszugeben, wie verschiedene Telefonnummern, Adresse und E-Mail–Adresse, dann solltest du misstrauisch werden. „Lassen Sie die Finger von der Weitergabe Ihrer Bankdaten oder Angaben zu Ihrer EC-Karte. Und zahlen Sie unter keinen Umständen irgendeine Teilnahmegebühr. Auch eine Einzugsermächtigung oder ähnliches sind deutliche Hinweise und sollten absolut tabu sein“, warnt unser Experte. Schon die Verlinkung auf eine andere Website sollte dich stutzig machen. Wenn eine große Firma über Facebook etwas zu verlosen hat, kann sie das auch von ihrer dortigen Seite aus tun. Eventuell kannst du noch auf die Firmenseite direkt verlinkt werden, aber dort siehst du ziemlich leicht im Impressum, mit wem du es wirklich zu tun hast.

Du bist wahrscheinlich nicht der 1-Millionste

Eine junge Frau hat Stress mit Ihrem Laptop
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Es gibt rund 60 Millionen Internetnutzer in Deutschland. Die klicken mehr als eine Milliarde Mal am Tag. Die Chance, darunter die- oder derjenige zu sein, der als 1-Millionster zufällig eine Gewinnseite öffnet, ist noch geringer, als im Lotto zu gewinnen. Bei 6 aus 49 liegt die Gewinnchance ungefähr bei 1 zu 140 Millionen. Wie oft aber ist dir schon so ein Pop-Up begegnet, das behauptet, genau du wärst die oder der Glückliche? Tatsächlich der 1-Millionste zu sein, ist also höchst unwahrscheinlich.

So schaust du genauer nach

Um herauszufinden, mit wem du es  beim vermeintlichen  Gewinnspiel zu tun hast, empfiehlt Ralf Reichertz, einen Blick auf die Web-Adresse des Anbieters zu werfen: „Auf Portalen wie www.denic.de oder www.whois.domaintools.com können Sie ganz leicht überprüfen, wer die entsprechende Seite angemeldet hat. Diejenigen können Sie dann googeln und finden so ziemlich gut heraus, wer dahinter steckt.“

Die Web-Community hilft

Auch die Gemeinschaft im Netz ist beim Aufdecken eventueller Betrügereien oft hilfreich. „Falls Sie im Zweifel sind, ob so ein Gewinnspiel seriös abläuft oder nicht, dann fragen Sie im Netz nach Erfahrungen der Anderen. So richtig fiese Betrügereien bleiben nicht lange unentdeckt“, so Ralf Reichertz.

Behalte deine Daten, melde Fakes

Gib im Internet grundsätzlich so wenig wie möglich von dir preis. Überlasse gerade sensible Daten, wie Kontoverbindung, Geburtstage, Adressen usw. nur Institutionen, denen du absolut vertraust. Überlege dir zweimal, wo du etwas teilst, likst oder einfach so anklickst. Im Zweifel lass die Finger von einer Teilnahme. Zeichne nicht AGBs ab, die du nicht gelesen hast. Sollte dir ein Fake auffallen, dann melde ihn auf der entsprechenden Plattform, z.B. Facebook, oder markiere ihn als Spam. Informiere und warne andere Nutzer.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 10. November 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 02:10 Uhr