Quicktipp: Konzerttickets Eintrittskarten zurückgeben oder verkaufen

Für gute Veranstaltungen sollten die Eintrittskarten möglichst lange vorher bestellt werden. Was aber, wenn man die Karten dann gar nicht braucht? Und darf man Tickets eigentlich weiter verkaufen?

Zwei Männer unterhalten sich
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Zwei junge Frauen halten Tickets für ein U2-Konzert
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Umschau-Quicktipp Eintrittskarten

Eintrittskarten

MDR JUMP Do 17.08.2017 02:10Uhr 01:45 min

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Ob Fußball, Popkonzert oder das Klassik–Open-Air. Für richtig gute Veranstaltungen sind die Eintrittskarten rar und sollten möglichst lange vorher bestellt werden. Was aber, wenn man die Karten dann gar nicht braucht? Darf man die Tickets einfach so weiter verkaufen? Und lässt sich mit begehrten Karten vielleicht sogar ein Geschäft machen?

Tickets für besondere Events kosten schon beim Veranstalter oft mehr als 100 Euro. Sind die Karten begehrt, wird es deshalb schnell viel teurer. Zwischenhändler und teils unseriöse Internetportale wittern das große Geschäft und treiben die Preise weiter in die Höhe. Wenn du glaubst, Karten zu 800 Euro für ein Konzert des berühmten Pianisten Lang Lang in der Hamburger Elbphilharmonie sind viel, dann warte mal auf die nächsten Halbfinals oder das Finale der Fußball WM 2018. Dort werden von Zwischenhändlern Preise von bis zu 5.000 Euro pro Ticket aufgerufen. In Zeiten, in denen viele „schon alles haben“, sind Eintrittskarten zu Konzerten von Paul Simon oder Depeche Mode mitunter ein einmaliges Geschenk und werden deshalb auch oft überteuert gekauft.

So kannst du Tickets kaufen

Eventim - Website
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Am sichersten kaufst du Eintrittskarten direkt beim Veranstalter oder einer von ihm beauftragten Ticketagentur. Da der größte Teil der Karten heute übers Internet gehandelt wird, ist es nicht immer einfach, heraus zu finden, welcher Anbieter im Netz wirklich seriös ist. Platzhirsch unter den Ticketanbietern ist die Firma eventim mit mehr als 200.000 verschiedenen Events pro Jahr. Alle Preise und Gesamtkosten sind für dich als Kunde sehr schnell und übersichtlich zu erkennen. Gleiches gilt für alle großen Fußballclubs. Kaufst du Tickets direkt über die jeweilige Internetseite, dann bekommst du seriöse Angebote und alle wichtigen Informationen und schlussendlich auch garantiert die Tickets. Auch Konzerthäuser und Musikveranstalter verkaufen ihre Karten oft auf eigenen Seiten oder in entsprechenden hauseigenen Ticketshops. Merke: Je näher du Karten beim Veranstalter kaufst, desto günstiger und seriöser wird es. Umgekehrt gilt: Je mehr Zwischenhändler, desto komplizierter und teurer. 

So kannst du Tickets verkaufen

Grundsätzlich müssen Veranstalter ihre Tickets nicht zurücknehmen. Persönliche Gründe oder Krankheit spielen da keine Rolle. Du kannst also nur versuchen, die Tickets an andere Kunden weiterzuverkaufen. Um den „Schwarz“-Handel mit Eintrittskarten zu unterbinden, verbieten viele Veranstalter in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Weiterverkauf der Karten. Das ist aber ungültig. Du darfst also die von dir gekauften Karten weiterverkaufen. Du kannst sogar bis zu 15 Prozent auf den Preis draufschlagen, weil du ja auch Auslagen hattest oder Gebühren für den Kauf der Tickets bezahlt hast. Allerdings darf daraus kein Geschäft für dich werden.

Verkaufst du also mehr als für den Eigengebrauch übliche Tickets, kann dir das Gewerbeamt auf die Pelle rücken. Beim Preis ist das schwieriger geregelt. Wucherpreise sind zwar an sich strafbar, allerdings nur, wenn die Käufer gezwungen waren zu kaufen oder so schlecht informiert, dass sie regelrecht über den Tisch gezogen wurden. Das ist aber schwer nachzuweisen. Ein Grund, warum unseriöse Anbieter im Netz mit völlig überzogenen Preisangeboten nicht so einfach belangt werden können.

Karten mit deinem Namen

Für den Verkauf von  personalisierten Karten musst du beim Veranstalter erst eine Erlaubnis einholen, bevor du die weiterverkaufen kannst. Die Karten müssen dann erst auf den Namen des neuen Besitzers umgeschrieben werden, sonst bekommt der am Veranstaltungstag keinen Eintritt.

Leichter Verkauf im Internet

Auf Seiten wie fansale.de kannst du deine nicht mehr benötigten Karten zum Weiterverkauf anbieten, entweder zu einem Festpreis oder in einer Auktion. Das geht mit dem Barcode oder den Ticketinformationen ganz einfach und die Tickets werden bei dir auch noch abgeholt.

Verkauf auf der Straße

Eine Frau verkauft Tickets.
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Kurz vor der Sportveranstaltung oder dem Konzert hast du die besten Chancen, deine Tickets noch per Handverkauf loszuwerden. Das wird nicht gerne gesehen, ist aber nicht strafbar. Die Polizei wird dich also in der Regel nicht wegschicken, es sei denn, Sicherheitsgründe am Veranstaltungsort sprechen dagegen.

Das Problem der Zwischenhändler

Unseriöse Anbieter verkaufen Tickets auch gerne auf Seiten wie Viagogo. Dort bekommt man auf den ersten Blick Karten für fast alle Veranstaltung. Doch sind die Preise oft völlig überzogen. Du bezahlst ein Vielfaches vom Originalpreis. Musst du dann die Karte kurz vor der Veranstaltung verkaufen, bekommst du, wenn überhaupt, nur den ursprünglichen Ausgabe-Preis. Dabei fungieren die Internetplattformen nur als Marktplatz, der für An- und Verkauf Gebühren verlangt. Die eigentlichen Händler treten eher selten mit Originalnamen und Adresse auf.

Zwischenhändler und Krankheit

Wird ein Künstler krank oder eine Sportveranstaltung fällt aus, haftet der Veranstalter. Hast du also direkt bei ihm oder von ihm autorisierten Händlern Karten gekauft, bekommst du dein Geld zurück. Außerdem wirst du im Idealfall vom Veranstalter früh genug über den Ausfall informiert und hast nicht noch Extrakosten für Anfahrt und ähnliches. Hast du deine Tickets jedoch über eine Plattform wie Viagogo bei einem Zweit- oder Drittanbieter privat gekauft, muss dieser dir nichts ersetzen. Kurz: Künstler krank - keine  Info - Geld weg.

Veranstalter wehren sich

Fußballclubs und Konzertveranstaltern gehen durch die Machenschaften von manchen Internethändlern Kunden und somit Geld verloren. Tickets, die Monate vor dem Ereignis auf Plattformen von Dritthändlern auftauchen und noch nicht mal vom eigentlichen Veranstalter ausgegeben werden, sind keine Seltenheit. Da kostet ein Fußballspiel in der ersten Bundesliga im Frühjahr 2018 bei unseriösen Anbietern jetzt schon ab 270 Euro, obwohl es die Tickets noch gar nicht gibt und die realen Karten dann auch wesentlich preiswerter sein werden. Gehst du einen solch überteuerten Deal ein und willst oder musst deine Karten anschließend wieder loswerden, machst du große Verluste. Veranstalter setzen deshalb immer mehr auf personalisierte Tickets und richten eigene Zweitmarktbörsen für den Weiterverkauf der Karten ein. Hier verkaufst du deine Karten seriös und bekommst vielleicht ja sogar noch ein paar Karten fürs eigentlich ausverkaufte Konzert deiner Lieblingsband.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 17.08.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2017, 02:00 Uhr