Quicktipp: Zahlungsverkehr EC-oder Kreditkarte verloren – Was tun?

Über 100 Millionen Karten sind allein in Deutschland im Umlauf sein. Kommt eine EC- oder Giro-Karte weg, ist sie im gewissen Maße gegen einen Missbrauch geschützt.

Jemand geht über einen mit Herbstlaub bedeckten Weg. Hinter ihm liegt auf dem Weg eine verlorene Brieftasche.
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MDR JUMP Do 14.09.2017 02:10Uhr 01:42 min

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Um am Geldautomaten an Bares zu bekommen, brauchen Fremde schon deine Pin. Einfacher wird es, wenn ein Dieb mit deiner Karte einkaufen geht. Die meisten Kassensysteme entscheiden per Zufall, ob für die Zahlung gerade ein Pin eingegeben werden muss oder der Käufer einfach unterschreibt. Günstiger für den Händler ist die Unterschrift, hier zieht er keine Informationen von der Bank ein und muss so nicht die beim Pin üblichen 0,2 bis 0,3 Prozent Gebühr bezahlen. Mit der Kreditkarte haben Langfinger es einfacher, ohne irgendwelche Zusatzdaten zu zahlen. Das Wichtigste bei einer verlorenen oder gestohlenen Kredit- oder EC Karte ist also, sie sofort zu sperren.

Eine für Alle

Brauchtest du früher für jede Bank eine individuelle Hotline, musst du dir seit 2005 nur noch die Telefonnummer 116 116 merken. Dahinter verbirgt sich der Sperr-Notruf-e.V., ein Zusammenschluss vieler Banken und Geldinstitute. Diese kostenlose Hotline nimmt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche deinen Anruf entgegen. Das gilt für Festnetz und Funknetz, jeweils ohne Vorwahl. Achtung: für Anrufe aus dem Funknetz und Ausland werden eventuell Kosten fällig. Aus dem Ausland wählst du lediglich die internationale Vorwahl für Deutschland, in der Regel die 0049, und dann geht es mit der 116 116 weiter. Aus dem Ausland kannst du deine Kreditkarte zudem über die Nummer +49 30 4050 4050 sperren. Aber: An der zentralen Sperrnummer sind nicht alle Banken und Geldinstitute angeschlossen. Viele bekannte Banken sind zwar dabei, Postbank und Targobank zum Beispiel aber nicht. Erkundige dich deshalb rechtzeitig. Die entsprechenden Apps gibt es für Smartphones auf der Seite deiner Bank. Neben der Kartensperre kannst du mit der App auch weitere wichtige Zugänge und Daten wie etwa die Karte eines Handys sperren, falls dieses verloren geht oder geklaut wird.

So gehst du vor

Beim Sperr-Notruf wirst du mit der Sperr-Hotline deiner zuständigen Bank verbunden. Dort gibst du in der Regel deine Kontonummer oder IBAN ein, mitunter sind auch Pin und Kennwörter nötig. Halte also alle Kontodaten bei der Sperrung bereit. Achtung: Außer bei Kreditkarten werden bei einer Sperrung grundsätzlich alle Karten des betroffenen Kontos gesperrt. Ab dem Moment der Sperrung kannst du also auch anderweitig kaum noch auf das Konto zugreifen. Das ist besonders bei reisen ins Ausland wichtig. Nachdem du die Sperrung vorgenommen hast, meldest du den Verlust deiner Karte.     

Geh zur Polizei

Dort gibst du entweder eine Verlust- oder eine Diebstahlanzeige auf. Die Polizei kann nun mit dem so genannten KUNO-System die zentrale Meldestelle des Handels informieren und deine Karte so vor einem Zugriff an einer Kasse schützen. Außerdem gibst du bei einem Diebstahl so gleich noch eine Anzeige gegen Unbekannt auf und löst einen Verwaltungsvorgang aus, der dir bei eventuell  späteren Streitigkeiten mit Bank oder Handel rechtlich mehr Sicherheit gibt. Bitte melde den Verlust deiner Karte nicht über den Notruf 110, sondern am besten persönlich in deinem zuständigen Polizeirevier oder an der entsprechenden Telefonnummer vor Ort.

Handle schnell

Jede Geldbewegung, die nach deiner Sperrung mit der betroffenen Karte probiert oder tatsächlich durchgeführt wird, kann dir nicht mehr angelastet werden. Erkundige dich aber bei deiner Bank oder Kreditinstitut, welche Besonderheiten bei Verlust der Karte zu beachten sind und ob du unter Umständen trotzdem eine Haftung für entstandene Schäden übernehmen musst. Maximal 150 Euro sind hier die Obergrenze.

Je schneller du eine Karte sperrst, desto weniger kann damit praktisch angestellt werden. Mach dir auf Urlaubsreisen immer Notizen zu den Karten, die du bei dir hast und bewahre diese Notizen getrennt von den Karten auf. Viele Banken bieten dir einen Nummern-Notfallpass, für alle wichtigen Daten. Im Ernstfall hast du so alles schnell zur Hand.

Neue Karte im Ausland

Prüfe gerade vor einem Auslandsaufenthalt, ob dein Kreditunternehmen beim Sperr-Notruf registriert ist. Wenn möglich, führe im Ausland mindestens zwei Kredit- oder Geldkarten mit dir. Solltest du nämlich eine Karte mit dazugehörigem Konto für einen Zugriff sperren, kommst du immer noch an Geld. Bei längeren Aufenthalten informiere außerdem umgehend deine Bank darüber, dass du eine neue Karte benötigst. Die großen Kreditinstitute brauchen manchmal nur ein paar Tage und du bekommst per Eilzustellung eine neue Karte. Unter Umständen werden dafür allerdings Gebühren fällig.    

Entsperren

Für eine neue Karte und die Entsperrung des Kontos musst du dich mit deiner Bank in Verbindung setzen, gegebenenfalls persönlich vorsprechen.

Du kannst noch mehr sperren

Mit dem Sperr-Notruf 116 116 hast du zusätzlich die Möglichkeit, elektronischen Personalausweis, Führerschein, Handykarten oder elektronische Signaturen sperren zu lassen. Halte dazu ebenfalls alle wichtigen Daten bereit.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 14. September 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 02:10 Uhr

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