Quicktipp: Sicherheit geht vor So findet ihr den richtigen Fahrradhelm

Die passende Größe

Es gibt einen ganz einfachen Test, um die richtige Größe zu finden: Dafür sollte der Helm so weit in die Stirn gezogen werden, dass die Sicht noch frei bleibt. Der Verschluss bleibt dabei offen. Fällt der Helm nach kräftigem Kopfschütteln ab, ist er zu groß; bleibt er sitzen, stimmt zumindest die Größe. Kinderhelme sollten nicht auf Zuwachs gekauft werden. Sie müssen richtig passen, damit sie im Ernstfall auch schützen.

Der richtige Sitz

Der Helm sollte waagerecht sitzen. Der Riemen mit dem Schloss soll unter dem Kinn liegen und nicht gegen den Hals drücken. Dafür sollte unter den Kinngurt noch ein Finger passen. Vorsicht: Der Gurt sollte niemals direkt an der Kinnspitze liegen, dann nämlich kann sich der Helm verschieben und schützt nicht mehr optimal. Für Mützen ist unter dem Helm in der Regel kein Platz.

Belüftung

Im Trend sind gerade runde Freestyle-Helme. Sie ähneln Ski- und Snowboardhelmen. Doch darunter kann die Luft nicht gut zirkulieren. "Diese Helme haben meist nur oben einen Belüftungsschlitz, das kann im Sommer kaum ausreichen", meint Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht. Unter manchen Helmen – so zeigen diverse Tests – fühlen sich die Radfahrer schnell wie in einer Sauna. Soll der Helm vorwiegend im Sommer eingesetzt werden, empfehlen Experten ein Exemplar mit Lüftungsschlitzen.

Sicherheit und Unfallschutz

"Wir empfehlen Helme mit dem europäischen Prüfsiegel DIN EN 1078 (CE), denn dieses wird nur für gute Helme vergeben", so Hannelore Herlan. Das GS-Prüfsiegel gilt bei Fahrradhelmen als weiterer Anhaltspunkt für Sicherheit. Helme mit einem solchen Siegel wurden einem Sturztest unterzogen. Zur besseren Sichtbarkeit sollte an den Helmen eine LED angebracht sein, damit andere Verkehrsteilnehmer den Radfahrer auch im Dunkeln oder bei schlechten Wetterverhältnissen erkennen. "Den besten Schutz bieten In-Mold-Helme. Hier ist die äußere Schale mit dem Hartschaum innen verschweißt und nicht bloß verklebt. Das bietet im Falle eines Sturzes den besten Schutz. Zudem sind diese Helme leichter und langlebiger", erklärt Hannelore Herlan.

Tipps für den Kauf

  • Vor dem Kauf immer Anprobieren, um den besten Helmtyp zu bestimmen.
  • Auf Reflektoren achten, im besten Fall hat der Helm auch ein LED-Licht. Auffällige Farben steigern die Erkennbarkeit zusätzlich.
  • Das Kind bei der Wahl des eigenen Helms mit einbeziehen.
  • Der Helm sollte sich bei geschlossenem Kinnriemen nicht nach hinten abstreifen lassen.
  • Der Helm darf beim kräftigen Kopfschütteln bei der Anprobe nicht herunterfallen, wenn er nur mit dem hinteren Drehrad fixiert ist
  • Das Herstellungsdatum in der Schale beachten: Da das Material auch altert, sollten Helme nach drei bis fünf Jahren ausgetauscht werden.
  • Beim Kauf auf GS-Zeichen achten. Das steht für "geprüfte Sicherheit".

Gebrauchte mit unsichtbaren Sicherheitsrisiken

Experten raten vom Kauf gebrauchter Fahrradhelme ab, wenn der Käufer deren Vorgeschichte nicht kennt. Hatte der Vorbesitzer damit nämlich schon einmal einen Unfall, dann kann der Helm feine Risse bekommen haben, die von außen aber nicht zu sehen sind. Diese Risse können die Festigkeit des Helms beeinträchtigen und dazu führen, dass er bei einem erneuten Aufprall zerplatzt. Aus diesem Grund sollte generell nach einen Sturz einen neuer Helm gekauft werden.

Regelmäßig erneuern

Zudem haben Helme nur eine begrenzte Lebensdauer. UV-Strahlen, Umwelteinflüsse und Schweiß machen den Kopfschutz mit der Zeit spröde. Daher sollten sich Fahrradfahrer nach ungefähr fünf Jahren einen neuen Helm zulegen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 01.08.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2017, 02:10 Uhr