Quicktipp: Brille reinigen So kriegst du den Durchblick

Brille auf Brillenputztuch
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Umschau-Quicktipp Brillenpflege

Brillenpflege

MDR JUMP Do 19.10.2017 02:10Uhr 01:59 min

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Brillenträger kennen das Problem: Fingerabdrücke, Staub und Schlieren sind nicht nur unschön auf der Brille, sie trüben auch den Blick! Außerdem kann es im Straßenverkehr sogar richtig gefährlich werden, wenn durch die Verunreinigungen Reflexionen auftreten. Doch wer beim Reinigen der Gläser nicht besonders vorsichtig ist, hat schnell Kratzer auf der Brille.

Zur Reinigung reichen Wasser, Seife und ein Mikrofasertuch

Seniorin putzt ihre Brille
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Jede Reinigung sollte damit beginnen, dass die Brille unter lauwarmes fließendes Wasser gehalten wird. „So wird der feste Schmutz von der Oberfläche am besten entfernt“, erklärt Elias Blankenburg, Optiker aus Leipzig. Ist der Schmutz hartnäckiger, so sollte man zusätzlich noch ein mildes, ph-neutrales Spülmittel oder auch Seife verwenden, die man anschließend wieder mit fließendem Wasser abspült. „Auf keinen Fall darf man Spülmittelkonzentrat nutzen. Die darin enthaltenden Tenside greifen das Material vom Brillengestell an. Darum unbedingt das einfachste und günstigste Spülmittel verwenden“, so der Fachmann. Gereinigt und getrocknet wird dann unter kreisenden Bewegungen mit einem Mikrofasertuch. Die Tücher sind sehr weich und nehmen Staubpartikel auf anstatt sie zu verreiben. Übrigens: Auch das Mikrofasertuch muss regelmäßig gereinigt werden – dafür bei 40 Grad und ohne Weichspüler waschen. Ansonsten schliert es beim nächsten Säubern.

Die schnelle Hilfe zwischendurch

Wer seine Brille schnell ohne Wasser unterwegs reinigen muss, solle zunächst kräftig über die Brillengläser pusten, empfiehlt Blankenburg. „Man muss wirklich viel Wind simulieren, so dass Schmutz und Krümel runter kommen.“ Ansonsten riskiert man Kratzer. Auch das Anhauchen der Brille – wie es vor allem früher üblich war – sollte man sich schnell abgewöhnen. „Damit bekommt man den festen Schmutz nicht runter, sondern klebt ihn nur noch mehr an“, so der Optiker. Nach dem Pusten erfolgt die Reinigung mit dem Mikrofasertuch aus dem Brillenetui. Allerdings haben die Mikrofasertücher einen Nachteil: Fettige Verschmutzungen bekommt man mit trockenen Mikrofasertüchern nur schwer los. Sollte kein Wasser in der Nähe sein, darf man in so einem Fall auch ein mildes Reinigungsspray oder Brillenreinigungstücher benutzen, die keine aggressiven Chemikalien enthalten.

Reinigung mittels Ultraschall

Besonders schonend und gründlich ist die Reinigung der Brille in einem Ultraschalbad. Hier werden selbst die kleinsten Schmutzpartikel entfernt und obendrein das Gestell gründlich gereinigt. Auch schwer zugängliche Stellen an Scharnieren und Nase werden so richtig sauber. Die meisten Optiker bieten die Reinigung mit einem Ultraschallgerät kostenlos an. Wer sich für zu Hause eines zulegt, sollte allerdings Wert auf Qualität legen, erklärt Optiker Blankenburg: „Die meisten Geräte für den Hausgebrauch brauchen ewig, um den Schmutz zu entfernen. Ist die Brille aber zu lange im Wasser, tut das wiederum dem Gestell nicht gut.“ Gute Geräte kosten in der Regel rund 100 Euro. Damit erspart man sich dann allerdings das Putzen mit der Hand.

Tabus bei der Brillenreinigung

Andere Reinigungsmethoden können Kratzer auf den Gläsern hinterlassen, da man den Dreck nur verreibt. Dabei handelt es sich neben grobem sichtbarem Schmutz vor allem um Staub- und Sandkörner aus der Luft, die teilweise so klein sind, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht sieht. Dadurch streut das Licht aber nicht mehr korrekt, und das nimmt man früher oder später deutlich wahr. Haben Brillengläser einmal Kratzer, lassen sie sich nicht mehr reparieren. Der Grund: Das Glas besteht aus mehreren Schichten, wie die Entspiegelung oder die Tönung. Diese lassen sich nicht einfach nur stellenweise wieder aufarbeiten.

Brillenputztücher
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Ungeeignet sind daher vor allem Taschentücher, Küchenpapier, Handtücher oder gar Kleidungsstücke. Kleinste Schmutzpartikel werden damit nur verrieben und führen über kurz oder lang zu Kratzern auf den Gläsern. Auch sind feuchte Brillenputztücher und Sprays nur bedingt zu empfehlen: Sie enthalten oft Chemikalien wie Alkohol, die dafür sorgen, dass Fett und Schlieren sofort weg sind. „Allerdings bleibt grober Schmutz haften und wird beim Reinigen verrieben“, so der Leipziger Optiker. Außerdem greifen sie die Glasbeschichtung und das Gestell an. Gleiches gilt im Übrigen für Fensterglasreiniger. Die Gläser werden dadurch schnell trüb und das Gestell matt. Sollte jemand auf die Idee kommen, Brillen im Geschirrspüler zu reinigen, lass es lieber: „Bei über 60 Grad reißen die Oberflächen von den Gläsern“, so der Experte. Außerdem können sich die Gestelle verbiegen.

Brillengestell ebenfalls säubern

Neben den Gläsern sollte auch die Brillenfassung regelmäßig gereinigt werden, denn diese kommt täglich mit der Haut in Berührung und wird ebenfalls schmutzig. „Auch hier reicht Wasser für die Reinigung vollkommen aus“, so Blankenburg. Die Brille muss man beim Säubern aber besonders vorsichtig anfassen, damit es nicht zu Spannungen kommt und sie nicht bricht. „Ich würde jedem Kunden abraten, schwer zugängliche Stellen mit der Zahnbürste zu reinigen. Da ist die Gefahr einfach zu groß, dass man damit auch die Gläser berührt und sie zerkratzt.“

Weitere Schutzmaßnahmen

Bereits bei der Anschaffung der Brille kann und sollte jeder die Reinigung im Blick haben, denn für wenig Geld erspart man sich so später viel Arbeit. „Zum einen besteht die Möglichkeit, die Oberfläche von Kunststoffgläsern mehr zu härten. Die sorgt dafür, dass die Oberfläche stabiler und damit kratzunanfälliger ist.“ Rund 20 Euro kostet das pro Glas mehr. Darüber hinaus sorgt ein Lotuseffekt auf den Gläsern dafür, dass der Schmutz nicht so schnell auf den Gläsern haftet und sie seltener gereinigt werden müssen. „Dadurch lebt das Glas länger.“ Auch hier muss man in der Regel nicht mehr als 20 Euro pro Glas zahlen.

Brille richtig aufbewahren

Lagerort Nr. 1 sollte ein Etui sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt die Brille zusätzlich in das mitgelieferte Mikrofasertuch. Außerhalb des Etuis sollte die Brille immer auf den Bügeln und nie auf den Gläsern liegen. Niemals sollte man die Brille mit in die Sauna nehmen oder im Sommer im Auto liegen lassen, da dies schnell zu Verformungen des Gestells führen und die Haltbarkeit der Glas- und Kunststoffbeschichtungen nachlassen kann. Extreme Temperaturschwankungen können überdies zu Spannungsrissen führen.

Fazit

Wasser, Seife und ein Mikrofasertuch – mehr braucht es nicht, um Brillengläser und Gestell sauber zu halten. Besonders schonend sind zudem Ultraschallgeräte, die die Gläser, das Gestell und schwer zugängliche Stellen an Nase und Bügel reinigen können. Taschentücher oder Klamotten eigenen sich ganz und gar nicht zur Brillenreinigung. Der Grund: Sie können beim Putzen kleinste Kratzer verursachen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Auch Spülmittelkonzentrat sollte niemand zur Reinigung verwenden: Es ist der größte Feind der Gestelle, die dadurch schnell ermatten und porös werden können.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 19. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2017, 02:10 Uhr