Quicktipp: Brandrisiko Akku Unterschätzte Gefahr bei modernen Akkus

Fluch und Segen

Moderne leistungsstarke Lithium-Ionen Akkus sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind klein, leicht und preiswert. Deshalb werden sie immer häufiger eingesetzt. Millionenfach sind sie in deutschen Haushalten zu finden. Doch ihr Vorteil ist zugleich auch ihr Nachteil: Ihre Leichtigkeit und hohe Energiedichte bergen Risiken. Ihre Baustoffe sind leicht entzündlich - auch schon bei niedrigen Temperaturen.

Viele unterschätzen die Gefahr

Experten warnen, je größer die Leistung eines solchen Akkus ist, desto größer ist auch die Brandgefahr, die von ihm ausgeht. Kommt es zu einem Brand, kann dieser verheerende Ausmaße annehmen. Viele Nutzer sind sich dieser Gefahr nicht bewusst und wissen gar nicht, was beim Umgang mit den modernen leistungsstarken Akkus zu beachten ist. Wenn man einige Tipps beherzigt, lassen sich Brände vermeiden.

Ein Kurzschluss kann zur Explosion führen

Die Schwachstelle der Lithium-Ionen-Akkus liegt in ihrem Aufbau. Ein Akku-Block besteht meist aus vielen einzelnen Batterien. In der Batteriezelle selbst befindet sich - in dünne Schichten gewickelt - der Pluspol und der Minuspol. Getrennt werden sie nur durch den Separator, eine sehr dünne Kunststofffolie. Kommt es zur Beschädigung des Separators droht ein Kurzschluss und somit akute Brandgefahr, denn es können Temperaturen von über 800 Grad entstehen.

Akkus haben eine Wohlfühltemperatur

Lithium-Ionen-Akkus bevorzugen Zimmertemperatur. Wenn es einmal kurze Zeit wärmer oder kälter wird, ist das ok. Aber du solltest dein Handy, Notebook & Co nie in der Sonne liegen lassen - nicht auf der Fensterbank und schon gar nicht im Auto. Dort steigt das Thermometer im Sommer schnell über 40 Grad. Auch das Abdecken von Akkus kann zu einem Hitzestau und einer Überhitzung führen. Doch nicht nur bei sommerlichen Temperaturen, sondern auch im Winter ist Vorsicht geboten. Wenn du Akkus zum Beispiel bei Minusgraden über Nacht im Auto liegen lässt, riskierst du eine Tiefenentladung, die den Akku beschädigen kann. Wird er danach wieder aufgeladen, kann er explodieren. Der Grund: Wird der Akku zu kalt oder zu heiß gelagert, bilden sich Dendriten, kristallisierte Lithiumfäden. Sie können den Separator im Akku beschädigen. Die Gefahr eines Kurzschlusses steigt.

Ladestand im Blick behalten

Ein Ladekabel liegt auf einem Handy, auf dessen Display gerade der Akkustand angezeigt wird.
Bildrechte: IMAGO

Lithium-Ionen-Akkus sind empfindlich. Sie mögen keine Extreme. Das gilt nicht nur für die Lagerungstemperatur, sondern auch für den Ladestand. Wenn sie komplett geleert werden, können sie Schaden nehmen. Dies ist auch möglich, wenn sie über 100 Prozent aufgeladen werden, denn das kann zu einer Überladung führen. In der Folge könnte der Akku überhitzen und die Gefahr eines Kurzschlusses steigt. Dann besteht erneut die Gefahr, dass sich Dendriten bilden und der Akku Schaden nimmt. Viele Nutzer laden ihre Akkus über Nacht. Experten raten, das Ladekabel spätestens dann zu entfernen, wenn der Ladestand 99 Prozent erreicht hat.

Nicht im laufenden Betrieb laden

Wenn der Akku lädt, solltest du ihn nicht zur gleichen Zeit benutzen. So gilt zum Beispiel für das Handy: Telefoniere nicht, während dein Handy am Netz hängt. Der Grund: Die Schnell-Ladefunktion erzeugt eine große Menge an Hitze. Trenne das Handy deshalb vor dem Telefonieren vom Ladekabel.

Keine Billigware verwenden

Gerade bei Handys ist man verleitet, billige Ladegeräte auf dem Wochenmarkt oder in irgendeinem Internetshop zu kaufen, denn dort sind die Preise unter Umständen viel niedriger als beim Kauf des Originals. Untersuchungen im Labor haben ergeben, dass diese Billigware nicht immer über einen Überhitzungsschutz verfügt. Verwende deshalb sicherheitshalber nur originale oder zertifizierte Produkte.

Finger weg von beschädigten Akkus

Handys haben wir immer dabei. Vielleicht ist dir auch schon einmal eines heruntergefallen? Auch Fahrrad-Akkus sind immer wieder Erschütterungen ausgesetzt. Egal, was einen Akku beschädigt, ob eine mechanische oder thermische Ursache, sobald er beschädigt ist, solltest du ihn nicht mehr verwenden. Warnsignale sind, wenn Akkus sich verformen oder zu heiß werden. Spätestens dann solltest du sie ersetzen. Denn jedes Mal, wenn der Akku wieder an eine Steckdose angeschlossen wird, geht die chemische Reaktion weiter und der Akku wird weiter geschädigt. Irgendwann kann er explodieren.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 05. September 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2017, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps