Quicktipp: Autofahrer aufgepasst Bessere Sicht in der dunklen Jahreszeit

Ein Auto fährt in der Dämmerung im Herbst auf einer Straße.
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MDR JUMP Di 31.10.2017 02:10Uhr 01:50 min

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Morgens wird es später hell und abends eher dunkel. Ist es neblig, regnet oder schneit es, dann verschlechtern sich auch am Tag die Sichtverhältnisse. Bei gutem Wetter kann dich die tiefstehende Sonne mitunter so blenden, dass du gar nichts mehr siehst. Nur mit richtig eingestellten Scheinwerfern und sauberen Scheiben kommst du gut durch Herbst und Winter. Die erste Regel für gute Sicht heißt deshalb:

1. Putzen!

Verdreckte Scheinwerfer, Bremslichter und Blinker können nicht mit voller Leistung leuchten. Deshalb solltest du die Beleuchtung vor jeder Fahrt kontrollieren und gegebenenfalls waschen. Denke dabei auch an Nebelscheinwerfer und Kennzeichenbeleuchtung. Im Ernstfall gibt es bei einer Kontrolle ein Bußgeld, wenn die Beleuchtungsanlage nur eingeschränkt funktioniert. Die Autoscheiben solltest du nicht nur von außen waschen. „Wichtig ist zu Beginn der dunklen Jahreszeit, dass du einmal mit Glasreiniger alle Scheiben auch von innen reinigst“, rät Autoexperte Johannes Boos vom ADAC. Fettfilm und Schlieren machen sich besonders jetzt bei tiefstehender Sonne bemerkbar und können den Durchblick stark behindern. Halte alle Scheiben und Lampen möglichst immer sauber. So siehst nicht nur du besser, sondern werden auch früher von anderen Autofahrern gesehen.  

2. Kratzen!

Ein Mann befreit seine Frontscheibe von Eis
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Sind die Autoscheiben vereist, hilft oft nur Kratzen. Dabei musst du allerdings aufpassen, dass du die Autoscheibe nicht beschädigst. Dazu unser Experte: „Bei verdreckten Scheiben besteht die Gefahr, dass du mit Sand und Schmutz kleine Kratzer auf der Scheibe verursachst. Säubere deshalb vor dem Abstellen des Autos abends einmal die Scheibe mit dem Wischwasser, dann geht das Kratzen am nächsten Tag besser.“ Auch der Eiskratzer selbst sollte sauber und mit möglichst drei Seiten ausgestattet sein. Richtige Reihenfolge: grobes Aufrauen, Eiskratzen und Wischen mit der Gummilippe.

3. Enteisen!

Im Winter gehört Scheibenfrostschutz ins Wischwasser. Das ist seit 2006 gesetzlich vorgeschrieben. Versuche dabei, die richtige Mischung zu verwenden. Das billigste Gemisch für bis zu minus zehn Grad kann in besonders kalten Nächten selbst einfrieren. Kippst du Frostmittel für minus 60 Grad pur in den Wischwasserbehälter, kann dir die Scheibe verschmieren, weil es zu dickflüssig ist. Scheibenfrostschutz kannst du auch zum Enteisen der Scheiben am Morgen direkt aus dem Kanister oder der Flasche verwenden. Allerdings ist da sehr viel Chemie im Einsatz. „Kratzen ist bei Eis schon das erste Mittel der Wahl. Ein Enteiserspray für das Türschloss solltest du dennoch bei dir haben. Natürlich gehört das in die Handtasche und nicht ins Auto“, rät Johannes Boos. 

4. Vereisen verhindern!

Vorbeugend kannst du die Frontscheibe auch mit einer Plane oder Pappe gegen Eisbildung schützen. Zeitung ist nicht sinnvoll, sie kann selbst anfrieren und lässt sich dann nur sehr schwer entfernen.  Arbeite auf keinem Fall mit heißem Wasser, das kann bei sehr tiefen Temperaturen einen zu großen Unterschied bedeuten und die Scheibe zum Platzen oder Reißen bringen. Von innen beschlagene oder vereiste Scheiben lässt du am besten von der Klimaanlage trocknen.

5. Scheinwerfer testen und einstellen!

Autofahrer mit Licht bei starkem Nebel in der Stadt
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Ob deine Scheinwerfer richtig funktionieren, kannst du grob an der Hauswand testen. Dazu rät unser Experte: “Manche vergessen nach dem Urlaub mit Hänger oder Wohnwagen die Einstellung der Scheinwerfer wieder auf normal zu setzen. Das kannst du jetzt selber machen.“ Auch die grundsätzliche Funktion von Nebelscheinwerfen, Blinkern und allen andern Lampen solltest du regelmäßig überprüfen. Einen richtigen Lichttest und spezielle Einstellungen direkt an den Scheinwerfern solltest du von einer Werkstatt vornehmen lassen. Diese Tests sind im Herbst oft kostenlos oder zumindest sehr preiswert.

Lampenwechsel

Sind Lampen kaputt, müssen sie sich laut einer EU-Vorschrift auch von einem Nicht-Fachmann ohne größere Mühe wechseln lassen. Die Praxis sieht anders aus. Solltest du am Wechsel der Lampen verzweifeln, lasse einen Fachmann ran. Auch wenn die Werkstatt dafür ein paar Euro berechnet, bist du so auf der sicheren Seite. Eine gute Fachwerkstatt wird dir einen einfachen Lampenwechsel nicht in Rechnung stellen, wenn du die Lampen dort kaufst. Eine falsch eingebaute Lampe stellt ein großes Risiko dar. Mache es es also selbst, überprüfe nach dem Wechsel, ob alles einwandfrei funktioniert.

Tagfahrlicht vs. Abblendlicht

Seit  2011 müssen in jedem Neuwagen spezielle Tagfahrlampen eingebaut sein. „Im Gegensatz zum Abblendlicht leuchten die nur nach vorne und sind nur dafür da, dass du besser gesehen werden. Sie dienen also nicht zur Beleuchtung der Straße für Ihre Sicht“, so unser Experte vom ADAC. Diese LED-Lampen verbrauchen nur sehr wenig Strom, zwischen 0,02 und 0,05 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer zusätzlich. Im Tunnel oder bei wechselnden Lichtverhältnissen in einer Allee wirst du damit besser gesehen. Verschlechtern sich aber die Lichtverhältnisse auch am Tag durch Regen, Schnee oder Nebel, reichen diese Tagfahrlampen nicht mehr aus. Dann musst du wie bei Dämmerung oder Dunkelheit das Abblendlicht einschalten.

Richtig benutzen

Grundsätzlich solltest du die Beleuchtung am Auto benutzen, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern. Nebelschlussleuchten schaltest du nur ein, wenn die Sichtverhältnisse so schlecht werden, dass du nicht weiter als 50 Meter sehen kannst. Sie leuchten heller als das normale Rücklicht und können bei guter Sicht nachfolgende Autofahrer blenden. Das ist ebenso verboten wie der Einsatz der Nebelscheinwerfer bei guter Sicht.

Die beste Lampe

Unter Halogen-, Xenon- und LED-Lampen ist die jüngste Technologie, also LED, aus Sicht des Fahrers am besten. „Wir haben damit bei eigenen Tests tatsächlich die besten Ergebnisse erzielt“, so Johannes Boos. Ob eine Nachrüstung deines Autos mit LED-Scheinwerfern machbar und von den Kosten her sinnvoll ist, das besprechst du am besten mit Ihrer Werkstatt. Achte beim Autokauf auf Hilfssysteme wie einen dynamischen Fernlichtassistenten. Damit wird nur der Bereich des Gegenverkehrs abgeblendet, das sorgt für optimale Sicht bei allen. „Wir wollen, das solche Systeme künftig zur Grundausstattung jedes Autos gehören und nicht nur im teuren Zusatzpaket enthalten sind“, fordert unser Experte.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 01. November 0017 | 09:26 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2017, 02:10 Uhr